Proteomanalyse bei Diabetes

Proteomanalyse bei Diabetes soll zur Erkennung einer diabetischen Nephropathie bei Patienten mit Diabetes mellitus und arteriellem Hypertonus durchgeführt werden. BhFoton / shutterstock.com

Proteomanalyse bei Diabetes soll zur Erkennung einer diabetischen Nephropathie bei Patienten mit Diabetes mellitus und arteriellem Hypertonus durchgeführt werden. BhFoton / shutterstock.com

Die Proteomanalyse erlaubt die Erstellung eines Proteinmusters, das idealerweise für eine Erkrankung wie Diabetes charakteristisch ist.

Die Proteomanalyse ist eine umfassende Darstellung von Proteinen und Peptiden in Körperflüssigkeiten, die die Erstellung eines für eine Erkrankung charakteristischen Proteinmusters möglich macht. Da Massenspektroskopie-Verfahren nach kapillar-elektrophoretischer Trennung bringt eine schnelle Abbildung zahlreicher Polypeptiden. Beispielsweise enthält der Urin von gesunden Menschen zwischen 500 und 1.500 Polypeptide. Daraus wird die Masse, Konzentration und Migrationszeit erstellt und eine Polypeptidkarte erstellt. Diese Polypeptidkarte eines Gesunden Menschen unterscheidet sich beispielsweise deutlich von dem eines Patienten mit Glomerulonephritis.

Bei der Analyse des Nutzens einer Proteomanalyse zur Erkennung einer diabetischen Nephropathie bei Patienten mit Diabetes mellitus und arteriellem Hypertonus im Vergleich zur konventionellen diagnostischen Strategie kam es zu widersprüchlichen Ergebnissen. Laut dem deutschen Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) ist der patientenrelevante Nutzen oder Schaden einer Proteomanalyse in manchen Fällen mangels Studiendaten ebenso unklar wie die diagnostische oder prognostische Aussagekraft.

 

Proteomanalyse bei Diabetes statt herkömmliche Diagnose anhand der Albuminausscheidung?

Die diabetische Nephropathie ist eine chronische Nierenerkrankung, die durch die chronische Hyperglykämie bei Diabetes mellitus verursacht und durch einen arteriellen Hypertonus negativ beeinflusst wird. Sie kann zu einem dauerhaften Versagen der Nieren (terminale Niereninsuffizienz) führen.

Beim Auftreten eindeutiger Symptome ist die Krankheit bereits weit fortgeschritten. Daher versucht man sie bei Risikopatienten frühzeitig durch die Messung der Albumin-Kreatin-Ratio oder des Albuminspiegels im Urin zu diagnostizieren bzw. zu prognostizieren. Allerdings kann eine Erhöhung des Albumingehalts im Urin auch andere Ursachen haben als eine beginnende diabetische Nephropathie.

Die Proteomanalyse ist eine relativ neue – seit etwa 15 Jahren angewandte – diagnostische Methode, bei der die Konzentration weiterer Biomarker im Urin massenspektrometrisch ermittelt wird. Der daraus errechnete Wert, bzw. Score, soll frühere und präzisere klinische Aussagen bezüglich einer DNP ermöglichen als die herkömmliche Diagnostik.

 

Das IQWiG konnte 2015 keine abgeschlossenen Studien identifizieren, die für diese Bewertungen relevant wären. Noch bis Ende 2017 läuft die potenziell relevante Studie PRIORITY. Doch sie wird für die vorliegende Fragestellung voraussichtlich eine geringe Aussagekraft haben, da nur eine geringe Anzahl von Patienten mit Hypertonus eingeschlossen sein wird. Daraus schließt man, dass der patientenrelevante Nutzen oder Schaden einer diagnostisch-prognostischen Strategie mit Proteomanalyse zur Erkennung einer diabetischen Nephropathie als auch ihre diagnostische und prognostische Güte unklar bleibt.

Quellen und weiterführende Informationen:

http://ddz.uni-duesseldorf.de/de/forschung-am-ddz/institut-fuer-klinische-biochemie-und-pathobiochemie/plattform-proteomanalyse

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