Problem Fettleibigkeit weltweit größer

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In den letzten Jahrzehnten hat Fettleibigkeit – Adipositas – weltweit zugenommen, wobei die westlichen Industrienationen besonders stark betroffen sind.

Fettleibigkeit hat in den letzten wenigen Jahrzehnten weltweit zugenommen. Besonders betroffen sind die
westlichen Industrienationen, aber auch Schwellenländer, allen voran arabische Länder, in denen Frauen lebensstilbedingt besonders oft an Fettleibigkeit leiden.

Die Folgen der Fettleibigkeit sind eine sehr großes Problem, denn das Risiko nahezu aller großen Volkserkrankungen – wie Bluthochdruck, Herzinfarkt, Schlaganfall, periphere Durchblutungsstörungen sowie Typ-II-Diabetes und Fettstoffwechselerkrankungen – wird durch Adipositas erhäht. Heute geht man auch davon aus, dass zahlreiche Krebserkrankungen bei Menschen mit Fettleibigkeit vermehrt auftreten. Das betrifft in erster Linie gastrointestinale Tumoren wie vor allem Darmkrebs (70 bis 90 Prozent aller Fälle von Kolonkarzinom sind Adipositas-assoziiert), aber auch Brust und Gebärmutterkrebs.

 

Fettleibigkeit beeinträchtigt Lebensqualität substanziell

Zahlreiche Krankheitsbilder hängen mit Adipositas zusammen – mit beträchtlichen wirtschaftlichen Auswirkungen für die Gesundheitssystee der einzelnen Ländern. Bereits vor vielen Jahren wurde demgegenüber berechnet, dass die Krankheiten Schlaganfall, Koronare Herzkrankheit und Typ II-Diabetes durch effektive
Behandlung der Fettleibigkeit vermieden werden können.

Doch Adipositas verursacht nicht nur organischen Erkrankungen. Fettleibigkeit beeinträchtigt allgemein die Lebensqualität der Betroffenen und begünstigt Arbeitslosigkeit, Armut und Depression. Dadurch werden wiederum die Arbeitschancen, Wohlstandschancen und die seelische Gesundheit negativ beeinflusst. Oft kommen die betroffenen Menschen in einem Teufelskreis, aus welchen auszubrechen mit der Zeit schwieriger wird und der für den begrenzten Erfolg diverser Behandlungen verantwortlich ist.

 

Warum Menschen unterschiedlich zunehmen

Nicht nur gegenwärtige Häufigkeit und Folgeerkrankungen von Fettleibigkeit stellen ein großes Problem dar, sondern auch zahlreiche offen Fragen zu den Grundlagen und der klinischen Forschung. So weiss man beispielsweise noch immer nicht, warum Menschen bei Überernährung unterschiedlich Gewicht zulegen. Genetischer Analysen brachten kaum Risikogene für Gewichtszunahme und damit assoziierte Folgeerkrankungen zum Vorschein. Altbekannte klinische Parameter wie Bauchumfang oder Laborparameter wie Blutzucker und Fettstoffwechselparameter stehen bezüglich einer möglichen Risikoabschätzung genetischen Analysen nicht nach. Auch im Zusammenhang mit dem Verständnis der Gewichtsregulation sind viele Fragen offen. Zweifelsfrei liegt die Regulationszentrale im Gehirn, welches allerdings abhängig ist von peripheren Signalen aus dem Fettgewebe, endokrinen Organen und dem Gastrointestinaltrakt ist. Im Verdauungssystem
könnte nicht nur Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme stattfinden, sondern auch die Regulation von Verdauung, Metabolisierung und – indirekt über das Gehirn – Appetit.

Quelle: Adipositas – Einfluss der neuen Forschungsergebnisse auf aktuelle Präventions- und
Therapiestrategien, Professor Dr. med. Stephan Bischoff, Geschäftsführender Direktor des Instituts für
Ernährungsmedizin an der Universität Hohenheim und Ärztlicher Direktor des Zentrums für
Ernährungsmedizin der Universitäten Hohenheim und Tübingen, DGIM 2014

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Rainer Muller

MEDMIX-Redaktion, Projektleiter, AFCOM Digital Publishing Team

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