Primär stechende Kopfschmerzen – Eispickelkopfschmerz

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Primär stechende Kopfschmerzen zeigen sich anfallsartig mit sehr kurzen, schlagenden und stechenden Schmerzen, die normalerweise maximal 100-mal am Tag auftreten.

Primär stechende Kopfschmerzen gehören zu den relativ seltenen Kopfschmerzsyndromen. Man spricht auch von Eispickelkopfschmerz, periodischer Ophthalmodynie oder Jabs and Jolts-Syndrom. Diese sind oft begleitende Kopfschmerzen bei Clusterkopfschmerz, Spannungskopfschmerz oder Migräne und erinnern an Nadelstiche. In seltenen Fällen kam es auch gleichzeitig zu Bindehautblutungen und dem Verlust des Sehvermögens. Wichtig ist jedenfalls eine sorgfältige Bewertung möglicher zugrunde liegender Ursachen.

 

Wie sich primär stechende Kopfschmerzen klinisch präsentieren

Primär stechende Kopfschmerzen treten unvermittelt und anfallsartig (paroxysmal) auf. Dabei dauern die Kopfschmerzattacken ultrakurz einen Bruchteil einer Sekunde bis hin zu einigen Sekunden auf. Außerdem sind die Beschwerden fast immer einseitig. Die Anfälle können einzeln bis hin zu einer Reihe von Attacken auftreten und manchmal nur eine bestimmte Region betreffen.

Im Grunde genommen treten primär stechende Kopfschmerzen etwa 100-mal am Tag auf. Dabei kommt es immer wieder zu Wiederholungen – allerdings in unregelmäßigen Abständen. Dabei können übrigens Speiseeis oder kalte Getränke Auslöser der Beschwerden sein.

Eispickelkopfschmerz beziehungsweise primär stechende Kopfschmerzen (idiopathische) betreffen meisten Stirn und Schläfe. Übrigens leiden vorwiegend Frauen daran. Oft kommt es auch zu Übelkeit, Erbrechen, Photophobie sowie Schwindel.

Übrigens stehen sekundäre stechende Kopfschmerzen häufig im Zusammenhang mit Herpes zoster, Meningeome (Tumoren mit Ursprung in den Meningealzellen), Schlaganfall sowie Multiple Sklerose. Eispickelkopfschmerz ist einer der „auf Indometacin reagierenden Kopfschmerz“, aber bis zu 35% der Patienten zeigen mit dieser Behandlung keinen signifikanten Nutzen. Weitere Behandlungsmöglichkeiten sind Gabapentin, Cyclooxygenase-2-Hemmer, Melatonin und externe Handerwärmung.

 

Verschiedene medikamentöse und alternative Behandlungsmöglichkeiten

Unter dem Strich muss man primär stechende Kopfschmerzen normalerweise nicht behandeln. Allerdings können manchmal die Anfälle sehr häufig sowie auch sehr heftig sein. Und zwar bis zu 200 mal pro Tag. Damit beeinträchtigen die Beschwerden auch die Gesamtlebensqualität der betroffenen Person massiv und man muss natürlich etwas dagegen unternehmen.

Dann sollte der behandelnde Arzt eine Behandlung mit Indometacin einleiten, die in mehr als 65% der Fälle wirksam ist. Die geeignete Dosis beträgt 25 bis 50 mg täglich, wobei sich als Magenschutz beispielsweise die Protonenpumpenhemmer bewährt haben. Wirksam kann auch das Gabapentin sein, wenn das Indometacin nicht ausreichend hilft. Und zwar in Schritten von 300 mg, bis die Stichkopfschmerzen verschwinden.

Allerdings reagiert gerade ein großer Teil der Kinder und Jugendlichen mit Kopfschmerzen gar nicht nicht auf Medikamente. Schuld daran sind häufig psychische Probleme, die nicht erkannt und auch richtig behandelt wurden. Auch deswegen kommt es zu sehr negativen Auswirkungen auf die Lebensqualität der jungen Patienten. Hierzu kann die Kognitive Verhaltenstherapie und Achtsamkeitsübungen die Situation der Betroffenen verbessern.

Übrigens empfehlen viele Patienten aber auch Experten Koffein als ein effektives Mittel gegen Kopfschmerzen. Denn das Koffein sorgt im Gehirn für eine bessere Durchblutung. Manche Betroffene trinken auch gerne einen Ingwer-Tee. Interessant sind auch die Anwendung von Melatonin sowie thermische Biofeedbackverfahren (Handwärmung).

Literatur:

Faedda N, Natalucci G, Baglioni V, Giannotti F, Cerutti R, Guidetti V. Behavioral therapies in headache. Focus on mindfulness and cognitive behavioral therapy in children and adolescents. Expert Rev Neurother. 2019 Aug 17:1-10. doi: 10.1080/14737175.2019.1654859.

Arne May. Hints on Diagnosing and Treating Headache. Dtsch Arztebl Int . 2018 Apr; 115 (17): 299–308. Online veröffentlicht am 27. April 2018 doi: 10.3238 / arztebl.2018.0299

Chua AL, Nahas S. Ice Pick Headache. Curr Pain Headache Rep. 2016 May;20(5):30. doi: 10.1007/s11916-016-0559-7.

Pareja JA, Sjaastad O. Primary stabbing headache. Handb Clin Neurol. 2010;97:453-7. doi: 10.1016/S0072-9752(10)97039-5.

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About Author

Dr. Darko Stamenov

MEDMIX-Redaktion, Projektleiter, AFCOM Digital Publishing Team

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