Postpartale Depression

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Eine postpartale Depression ist einerseits weit verbreitet. Andererseits wird sie aber in vielen Fällen nicht erkannt, was schließlich zu schwerwiegende Folgen führen kann.

Grundsätzlich kann betroffenen Müttern ihre postpartale Depression mit heutigen Behandlungs- und Präventionsmöglichkeiten gut geholfen werden. Das Auftreten einer Depression nach der Geburt ist ein unterschätztes Leiden, das bei Nichtbehandlung schwerwiegende Probleme sowohl für Mutter und Kind, aber auch für den Partner zur Folge haben kann.

Besonders wichtig in Bezug auf postpartale psychische Störungen (auch häufig postnatale Depression genannt) ist daher die Bewusstmachung des Krankheitsbildes bei allen Beteiligten, das sind sowohl Ärzte und Pflegepersonal als auch Betroffene und Angehörige.

 

Postpartale Depression früh erkennen

Das Risiko für eine stationäre psychiatrische Aufnahme ist für betroffene Mütter innerhalb der ersten Monate nach der Geburt eines Kindes etwa sechsfach erhöht. Wobei etwa 4 von 5 Frauen die Symptome den so genannten »Baby-Blues« – wie Weinen, Erschöpfung oder fehlendes Mutterglück – unmittelbar nach der Geburt erleben. Meist gehen diese rasch und von selbst vorüber.

Die postpartale Depression hingegen ist eine Erkrankung, die erst in den Wochen nach der Geburt auftritt. Dann sollte sie unbedingt rechtzeitig erkannt und behandelt werden. Rechtzeitiges Reagieren auf die Symptome ist daher die Aufgabe jener Berufsgruppen, die nahe an den Patientinnen sind – wie Hebammen, GynäkologInnen und KinderärztInnen. Doch eine postpartale Depression rechtzeitig zu erkennen, ist sehr komplex und auch problematisch:

  • Zum einen erkennen häufig weder die betroffene Mutter noch ihr Umfeld den Krankheitscharakter. Stattdessen vermuten sie eher eine Art persönliches Versagen, was völlig falsch ist.
  • Andererseits fürchten sich natürlich alle vor einer Stigmatisierung durch eine psychiatrische Diagnose.

Um Risikofaktoren schon in der Schwangerschaft zu erkennen und eine postpartale Depression zu verhindern, beantworten die Mütter beispielsweise spezielle Fragebögen. Diese haben den Zweck, das Risiko für eine postpartale Depression zu messen. Wenn sich dann Risikofaktoren zeigen, werden entsprechende Präventionsmaßnahmen unternommen.

Grundsätzlich ist eine interdisziplinäre Zusammenarbeit notwendig, um an postpartaler Depression erkrankte Frauen besser betreuen zu können.

 

Gegenstrategien

Es gibt verschiedene psychotherapeutische Ansätze, die sich bei der Erkrankung als wirksam erwiesen haben. Verschiedene Therapieformen wie beispielsweise eine Verhaltenstherapie, eine Gruppentherapie sowie die sogenannte interpersonellen Therapie zeigten sehr gute, effektive Ergebnisse.

Übrigens bezeichnet man als interpersonelle Therapie eine der Kurzzeit-Psychotherapie, die auf der Annahme basiert, dass von Beziehungsmustern abhängige Kommunikationsstörungen die psychische Probleme hervorrufen.

Schließlich eignet sich die Methode der interpersonellen Therapie besonders gut. Denn dabei steht die große Bedeutung zwischenmenschlicher Beziehungen im Rahmen der Mutter- und Vaterschaft im Vordergrund. Nicht nur die Mütter, sondern auch die Väter müssen wesentlich in Prozess und Auswirkungen einer Geburt mit eingebunden werden.

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Lena Abensberg

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

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