Differenzialdiagnose bei schwerer Lungenentzündung: Pilzpneumonie erkennen und behandeln

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Dr. Darko Stamenov
Dr. Darko Stamenov
MEDMIX-Redaktion, Projektleiter, AFCOM Digital Publishing Team

Obwohl man die Therapie verbessern konnte, ist die Pilzpneumonie nach wie vor lebensbedrohend. Deswegen ist auch eine frühe Diagnose sehr wichtig.

Manche Pilzerreger wie beispielsweise Pneumocystis jirovecii befallen hauptsächlich abwehrgeschwächte Personen. Hingegen können einige Pilze auch Menschen mit einem vollkommen intakten Immunsystem bedrohen. Dazu gehören beispielsweise Coccidioides immitis und Cryptococcus neoformans. auch Abwehrtüchtige. Im Grunde genommen müssen jedenfalls Ärzte bei schweren Verläufen von Pneumonien Differenzialdiagnose an eine Pilzpneumonie denken. Das gilt besonders bei Patienten mit zusätzlichen anderen Erkrankungen, die auf die übliche Therapie mit Antibiotika nicht ansprechen.



 

Frühe Diagnostik

Die Pilzpneumonie kann bei vielen Patienten eine bedeutende, lebensbedrohende Rolle spielen. Dazu gehören Menschen mit AIDS, Patienten nach Organtransplantation sowie einer Chemotherapie. Entscheidend ist die Grunderkrankung der betroffenen Patienten und wie stark ihre Abwehrkräfte beziehungsweise das Immunsystem sind. Das bestimmt dann, wie sich die Erkrankung akut und chronisch entwickelt. Zudem in wie weit dann der Verlauf einer Pilzpneumonie fortschreiten.

Für die wichtige Früherkennung sind dann bildgebende Untersuchungen notwendig. Man braucht sie aber auch für die Kontrolle der Erkrankung sowie zur Charakterisierung der Pilzpneumonie. Des weiteren helfen radiologische Techniken dabei, dass man den Erreger erkennt und welche Wirkstoffe für die Behandlung geeignet sind.

Im Grunde genommen ist es jedenfalls sehr wichtig, dass man die geeignete Untersuchungstechnik zum richtigen Zeitpunkt anwendet. Allerdings können die Ergebnisse der Bildgebung nur gemeinsam mit den klinischen Informationen über die Grunderkrankung helfen. Dazu gehört eben auch der Zustand der Immunabwehr. Zudem ist es sehr wichtig, wie die antimikrobielle Therapie wirkt.



 

Candidiasis

Eine bronchogene Candida Pneumonie ist ein äußerst seltenes Ereignis, das ausschließlich neutropenische und schwer immunsupprimierte Patienten betrifft. Beweisend für das Vorliegen einer Pilzpneumonie ist der Nachweis von invasiv wachsender Candida im Lungengewebe. Auch hohe Keimzahlen von Candida spp. (species pluralis, verschiedene, nicht zu nennende Arten) im Bronchialsekret lassen keinen Schluss auf eine invasive Infektion zu, wie große Studien zeigen. Unabhängig vom Nachweis der Gewebsinvasion ist die positive Blutkultur auch bei nicht-neutropenischen Patienten eine Indikation zur Behandlung. Als Antimykotikum der Wahl ist Fluconazol seit langem gut etabliert, bei nicht-albicans Stämmen, aber auch für die empirische Therapie bei instabilen Patienten werden Echinocandine mit Erfolg eingesetzt.

 

Pilzpneumonie: Aspergillose und Zygomykosen

Ein ­diagnostisches wie auch therapeutisches Problem stellen nach wie vor invasive Aspergillosen dar. Trotz Fortschritten in der Diagnostik bleibt die gezielte Behandlung mit einem gesicherten Nachweis der Pilzerreger immer noch selten. Wesentlich für die Behandlung sind in allen anderen Fällen die Vorbeugung, wenn ein Risiko besteht, jedoch noch keine Infektionssymptome zu merken sind. Wichtig ist weiter eine Behandlung mit antimikrobiellen Wirkstoffen, wenn Patienten bereits Beschwerden haben. Es gibt aber auch die präemptive Therapie, sofern diagnostische Hinweise auf eine invasive Infektion hindeuten.

Zygomykosen treten bei Risikopatienten (Leukämie, Lymphom, KMT u.a.) neben Aspergillosen sehr häufig auf. Die außerordentlich hohe Sterblichkeit stellt große Anforderungen an eine frühe (Verdachts-)Diagnose. In der Behandlung muss der Arzt man dann häufig eine Kombination aus mehreren Verfahren anwenden. Das sind dann eine chirurgischer Intervention und der Einsatz eines Antimykotikums.




Literatur:

H. Hof. Pilzpneumonien: Gibtʼs die? Pneumologie 2013; 67(09): 513-513. DOI: 10.1055/s-0033-1353545

Quelle und weitere Informationen:

Neue Diagnostik und ­Therapieoptionen bei Pilzpneumonie. Prim. Univ.-Prof. Dr. Helmut ­Mittermayer. MEDMIX 5/2008.

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