Pilzerkrankungen ­werden häufiger, da immer mehr Menschen eine geschwächter Immunabwehr haben

Durch Schwächung des Immunsystems wird den Erregern von Pilzerkrankungen im menschlichen Körper keine Gegenwehr geboten. © Kateryna Kon / shutterstock.com

Durch Schwächung des Immunsystems wird den Erregern von Pilzerkrankungen im menschlichen Körper keine Gegenwehr geboten. © Kateryna Kon / shutterstock.com

Pilzerkrankungen ­mit tödlichem Ausgang treten häufiger auf, da heute mehr Menschen eine geschwächte Immunabwehr haben.

Pilzerkrankungen mit tödlichem Ausgang sind immer häufiger anzutreffen. Dies liegt laut Experten allerdings nicht daran, dass die Erreger für Pilzerkrankungen gefährlicher geworden sind. Der Hauptgrund dafür hängt eher mit dem Fortschritt der Medizin zusammen – durch die Hochleistungsmedizin ist in der Gegenwart auch der Anteil immungeschwächter Menschen viel größer als in früheren Zeiten.

Autopsien haben ergeben, dass bei jedem 20. im Krankenhaus verstorbenen Patienten schwere Pilzerkrankungen in Form von Infektionen des Gehirns oder der Lunge festgestellt worden waren. Pilzerkrankungen traten vor allem bei Menschen mit starker Schwächung des Immunsystems auf.

 

Schwächung des Immunsystems durch Medikamente

Anfällig für Pilzerkrankungen der inneren Organe sind vor allem Patienten, bei denen eine Transplantation durchgeführt wurde, die Anti-Krebsmittel oder Antibiotika einnehmen müssen. Durch Schwächung des Immunsystems wird den Erregern von Pilzerkrankungen im menschlichen Körper keine Gegenwehr geboten, bei gesunden Menschen sind sie hingegen in der Regel ungefährlich.

 

Erreger von Pilzerkrankungen

Pilze, die sich am bzw. im menschlichen Körper vermehren können, werden aus medizinischer Sicht in drei Gruppen eingeteilt:

Während die erste Gruppe, die Dermatophyten, auch bei einer Störung des Immunsystems nie gefährlich ist, können die beiden anderen für den immungeschwächten Menschen lebensbedrohlich sein.

Für gesunde Menschen ist das Einatmen von Schimmelpilzsporen (»Aspergillus«) eher harmlos – abgesehen von einer möglichen Allergieproblematik. Bis zu zehn Pilzsporen befinden sich in der Lunge eines jeden Menschen. Diese werden normalerweise vom Immunsystem erkannt und schließlich »eliminiert«.

Anders verhält sich die Situation bei Patienten mit einer geschwächten Immunabwehr – etwa nach einer Knochenmark-Transplantation. Hier können sich die Sporen auf die ganze Lunge und in der Folge auf den gesamten Körper – insbesondere auf das Gehirn – ausbreiten.

Erreger für Pilzerkrankungen sind vielerorts anzutreffen: beispielsweise im Bauschutt oder in der Blumenerde. Beim Hefepilz werden die beiden Hauptformen Candida- und Cryptococcus-Erreger unterschieden.

Candida-Erreger können bei HIV-Infizierten extrem gefährlich werden, vor allem wenn im AIDS-Stadium zusätzliche Immunstörungen hinzukommen. Beim gesunden Menschen kann der Candida-Erreger sehr lästig sein und beispielweise als Scheidenpilz auftreten. Eine Lebensbedrohung ist aber bei sonst gesunden Personen nicht gegeben.

Cryptococcus-Sporen, die durch Taubenkot übertragen werden, können bei immunschwachen Personen sowohl das Gehirn als auch die Lunge befallen.


Quellen:

https://www.nlm.nih.gov/medlineplus/fungalinfections.html

Candida albicans, a type of yeast, grows out of control in moist skin areas of the body. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmedhealth/PMHT0024526/

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