Pflegetipps für eine gute Augengesundheit

Unsere Augen unterliegen vielen Gefahren. Viele jedoch bemerken wir im Alltag leider nicht einmal – brandgefährlich. © Rostislav Sedlacek / fotolia.com

Unsere Augen unterliegen vielen Gefahren. Viele jedoch bemerken wir im Alltag leider nicht einmal – brandgefährlich. © Rostislav Sedlacek / fotolia.com

Selbst gesunde Augen sind an jedem normalen Tag großen Belastungen ausgesetzt. Zeit, ein wenig Augenpflege zu betreiben.

Unsere Augen haben es heutzutage ziemlich schwer: Im Büroalltag müssen sie stundenlang auf ein Objekt in gleicher Distanz blicken. Sie werden im Straßenverkehr geblendet, mit Schminke umhüllt und abends, wenn sie nach einer Auszeit gieren, werden sie per Handy-Display mit blauem Licht malträtiert. Keine allzu guten Behandlungen für ein so empfindliches Organ. Doch es gibt Abhilfen.

 

Unser Fenster zur Welt

Quelle: Foap.com / fotolia.com
Schärfer als jeder Kamera-Sensor, lichtstärker als jedes Objektiv. Das Auge ist eine echte Krönung aller Schöpfungen im menschlichen Körper. © Foap.com / fotolia.com

Würden mehr Menschen verstehen, was für ein faszinierendes, hochkomplexes Kunstwerk ihre Augen darstellen, sie würden sie mit deutlich mehr Ehrfurcht behandeln. Jeder Augapfel besteht aus nicht weniger als 17 unterschiedlichen Haupt-Bauteilen – von der ganz vorne sitzenden Hornhaut, über den Glaskörper bis hin zur Netzhaut, die selbst wiederum aus zehn Schichten besteht, die dafür das Licht zu einem Signal verarbeiten, das in unserem Gehirn letztlich zu einem Bild wird.

Natürlich liegen diese Bauteile gut geschützt in der Augenhöhle, die sie vor allzu großen Schäden schützt. Doch vorne hat dieser Panzer eben eine Lücke. Und dort geschehen einige, wenngleich nicht alle Schäden, welche die Sehfunktion beeinträchtigen können. Was man alltäglich dagegen tun kann, ist folgendes:

 

1. Distanz geben

Augen können sich auf verschiedenste Distanzen fokussieren. Doch eines mögen sie gar nicht: Über lange Zeit hinweg auf gleiche Distanzen schauen. Häufig führt das durch eingeschränktes Blinzeln zum sogenannten Sicca Syndrom. Dabei bekommt das Auge nicht genug Tränenflüssigkeit, wird gereizt und das kann im schlimmsten Fall zu bakteriellen Entzündungen führen. Das Syndrom ist so verbreitet, dass es als „Gamer Eye“ schon einen Trivialnamen hat. Doch Gegensteuern ist eigentlich einfach:

Das wichtigste ist aber mindestens alle 15 Minuten die Augen vom Bildschirm abwenden und durch die Gegend schauen. Je abwechslungsreicher die Distanzen, desto besser.

 

2. Make-Up und Co.

Besonders Kajalstifte sind für das Auge äußerst riskant. Farbpartikel gelangen immer ins Auge und ein Blinzeln kann schwere Schäden verursachen. © Dan Race / fotolia.com

Bei der modernen Frau sind die Augen zentraler Bestandteil vieler Schmink- und Pflegebemühungen. Und alle sind zumindest ein Risiko. Es beginnt mit Kajalstift und ähnlichen Produkten. Deren Applikation geschieht in unangenehmer Nähe zum Augapfel. Besonders Eyeliner tut sich sehr negativ hervor, denn Farbpartikel, oft pure Chemie, gelangen praktisch immer in die Tränenflüssigkeit und kommen somit in direkten Kontakt mit dem Auge und können es langfristig schädigen.

Ähnlich sieht es bei Wimperntusche und Lidschatten aus. Von rabiaten Methoden wie der Wimpernzange ganz zu schweigen. Eigentlich sollte man, mit maximalem Fokus auf Augengesundheit, auf alle davon verzichten. Und wenn das nicht geht, sollte man zumindest auf Naturprodukte achten und den Kajal weglassen.
Und wenn „gepflegt“ werden soll, sollte man um die Augen keine Cremes auftragen, sondern auf Klassiker wie Gurkenscheiben und Ähnliches setzen.

 

3. Weg mit dem Handy

Der abendliche Griff zum Handy stellt heute für viele einen essentiellen Teil der Unterhaltung dar. Für die Augen allerdings trotz hochauflösender Displays eine ziemlich anstrengende Unterhaltung, die die Zahlen an Kurzsichtigen rasant ansteigen lässt.

Das erste Problem ist, dass viele das Handy zu dicht vors Gesicht halten. Das zwingt die Augen dazu, beim Akkomodieren in eine Zwangslage, weil Erwachsene erst Dinge jenseits der 20cm vor dem Gesicht halbwegs entspannt scharf sehen können. Außerdem ist das Handy-Display so klein, seine Inhalte so eng, dass wir dazu gezwungen werden, zu schielen.

Obendrein ist das bläuliche Licht nach derzeitigem Wissensstand eine Gefahr für den „Gelben Fleck“, die Makula. Diese reagiert besonders empfindlich auf den Blau-Anteil des Lichtspektrums. Der stundenlange Handy-Blick bombardiert sie regelrecht mit genau diesem Licht.

 

4. Richtige Lesebeleuchtung

Quelle: Konstantin Yuganov / fotolia.com
Zum Lesen ist helles Tageslicht eigentlich die besten Lichtform, denn es ist weitestgehend blendfrei und hat eine angenehme Lichttemperatur. © Konstantin Yuganov / fotolia.com

Viele Menschen lernten, dass sie nicht bei schlechtem Licht lesen sollten. Eigentlich eine gute Regel, aber eine, die nicht ganz stimmt: gesunden Augen macht Dämmerung nichts aus. Wohl aber solchen, die bereits (meistens unbemerkt) vorgeschädigt sind.
Diese Augen werden dann durch Dämmer-Leselicht tatsächlich weiter geschädigt. Doch die Lösung ist einfach:

Bei E-Book-Readern sollte man auf Geräte ohne Displaybeleuchtung setzen, die sich wie ein Buch lesen lassen.

 

5. Niemals reiben

Ja, Reiben der Augen fühlt sich gut an. Doch im Sinne der Gesundheit sollte man eigentlich jeglichen Fingerkontakt vermeiden. Denn zum einen sind unsere Hände voller Bakterien und anderem Schmutz, der im Auge nichts zu suchen hat. Reibt man sie, gelangt der Dreck an den Augapfel und kann dort für Entzündungen sorgen. Außerdem besteht immer die Gefahr, dass dabei Fremdkörper über das Auge bewegt werden. Für die Hornhaut hat das einen Effekt, als würde man mit einem Steinchen über Autolack kratzen.

Nicht zuletzt kann das Reiben den Augapfel selbst verformen. Er wird regelrecht zusammengedrückt, der Augeninnendruck steigt an manchen Stellen unkontrolliert. Wenn „Finger weg“ aus irgendeinem Grund keine Option ist, dann bitte nur mit einem feuchten Stofftuch (kein Papier, das kann kleinste Holzfasern ins Auge reiben) von außen zur Nase hin ohne Druck über das Lid reiben.

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