Pflanzliche Mittel gegen Muskel- und Gelenkschmerzen

Die Teufelskralle bringt bei Muskel- und Gelenkschmerzen eine moderate Schmerzlinderung. © Sergey Peterman / shutterstock.com

Die Teufelskralle bringt bei Muskel- und Gelenkschmerzen eine moderate Schmerzlinderung. © Sergey Peterman / shutterstock.com

Pflanzliche Mittel gegen Muskel- und Gelenkschmerzen können dabei helfen, vorhandene Schmerzen wie bei Rheuma zu lindern.

Rheumatische Erkrankungen werden in der Regel durch Entzündungen verursacht, prominente Ausnahme ist die Arthrose. Muskel- und Gelenkschmerzen werden als ziehend beziehungsweise reißend empfunden und betreffen nicht nur die ältere Generation, sondern auch Erwachsene jeder Altersgruppe und auch Kinder. Im Grunde genommen sind jedenfalls pflanzliche Mittel gegen Muskel- und Gelenkschmerzen eine wichtige Zusatztherapie zur Linderung der Beschwerden.

 

Hemmung der vorhandenen Entzündung

Allgemein betreffen rheumatische Erkrankungen nicht nur feste Strukturen wie Knochen, Gelenke oder Knorpel. Auch weiche Gewebe sind häufig betroffen. So können Weichteil rheumatische Beschwerden oftmals heftige Schmerzen des Bewegungsapparates auslösen.

Das betrifft beispielsweise Überlastungsschäden der Bänder, Muskeln, Sehnen sowie anderer periartikulärer Gewebe. Zudem gehören dazu Arthrosen hautnah gelegener Gelenke und traumatisch bedingte Beschwerden wie Prellungen oder Zerrungen.

In der Therapie solcher Beschwerden geht es in erster Linie um die Hemmung der vorhandenen Entzündung sowie der dadurch bedingten Schmerzen. Eine möglichst frühe Erkennung sowie eine wirksame, individuell auf die Bedürfnisse des Patienten abgestimmte Therapie sind dabei entscheidend.

 

Pflanzliche Mittel gegen Muskel- und Gelenkschmerzen als Zusatztherapie gegen Schmerzen

Pflanzliche Arzneimittel werden immer häufiger eingesetzt, um Schmerzen zusätzlich zu lindern und die Einnahme von synthetischen Medikamenten zu reduzieren. Aufgrund ihres besseren Verträglichkeitsprofil und geringeren Nebenwirkungen stossen pflanzliche Arzneimittel auf hohe Akzeptanz.

Beispielsweise verfügt die Heilpflanze Arnika montana über ähnliche Mechanismen wie Kortison, um Entzündungsprozesse einzudämmen und Schmerzen zu lindern.  Beliebt ist in diesem Zusammenhang auch die Wärmetherapie mit Wärmepflaster mit dem Inhaltsstoff  Capsaicin.

Beliebt sind ergänzende Wirkstoffe aus dem Bereich der Pflanzenheilkunde ergänzend eingesetzt werden. Beispielsweise verfügt die Teufelskralle über entzündungs- und schmerzlindernden Eigenschaften. So wirkt das konzentrierte Extrakt aus den Sekundärwurzeln der Teufelskralle sanft gegen Entzündungen und Schmerzen, ist gut verträglich und hat kaum Nebenwirkungen. Die unterstützende Einnahme von Teufelskralle in Tablettenform kann die Dosis von synthetischen Schmerzmitteln wie NSAR häufig vermindern. Damit kann man verschiedene Nebenwirkungen der klassischen Antirheumatika reduzieren und die Lebensqualität steigern.

Auch die entzündungshemmende und schmerzlindernde Wirkung der wilden Hagebutte kann dazu beitragen, Entzündungsreaktionen in den Gelenken abzuschwächen. So verhindert das Hagebutte-Pulver, dass die Leukozyten in das Entzündungsgebiet einwandern und das Knorpelgewebe schädigen. Darüber hinaus führt die Ansammlung freier Radikale zu Schädigungen des Knorpelgewebe. Hagebuttenpulver verhindert die Bildung von freien Radikalen und beugt auf so der Zerstörung des Knorpels vor.

Weiter nimmt Arnika in der Therapie von rheumatischen Muskel- und Gelenkbeschwerden einen wichtigen Platz ein. Hochkonzentrierte Gel-Formulierungen aus frischen Arnika montana-Blüten lindert Schmerzen, wirkt entzündungshemmend und abschwellend.

 

Wirkung von Pflanzen bei unspezifischen Rückenschmerzen

Eine systematische Cochrane-Untersuchung von randomisierten kontrollierten Studien zeigte allerdings unlängst eine geringe Beweiskraft der Wirkung von Pflanzen bei der Behandlung von unspezifischen Rückenschmerzen.

Es zeigte sich, dass Cayennepfeffer (Capsaicin) die Schmerzen stärker linderte als Placebo. Bei Teufelskralle, weißer Weidenrinde, Beinwell, Arnika sowie ätherischem Lavendelöl war das zwar ebenfalls der Fall. Allerdings geringer als bei Cayennepfeffer. Die Forscher forderten zusammenfassend weitere große Studien.


Literatur:

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