Pflanzliche Heilmittel im Misskredit

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Univ.-Prof. Mag.pharm. Dr. Dr.h.c. Brigitte Kopp

Univ.-Prof. Mag.pharm. Dr. Dr.h.c. Brigitte Kopp

Pflanzliche Heilmittel sind derzeit im Misskredit – eine Richtigstellung von Univ.-Prof. Mag.pharm. Dr.Dr. Brigitte Kopp Vizepräsidentin der HMPPA, Department für Pharmakognosie, Universität Wien.

Gegendarstellung von Univ.-Prof.i.R. Mag.pharm. Dr. Dr.h.c. Brigitte Kopp Vizepräsidentin der HMPPA, Department für Pharmakognosie, Universität Wien zum Bericht in Konsument 05/2016.

Pflanzliche Heilmittel bei Wechselbeschwerden – Kein Kraut gewachsen „Wenig geeignet!“ – mit diesem Urteil verdammt das österreichische Testmagazin „Konsument“ neben 30 verschiedenen Nahrungsergänzungsmitteln wieder einmal alle pflanzlichen Arzneimittel.

 

Pflanzliche Heilmittel in der Kritik

Den Beiträgen im Heft 03/2016 „Rezeptfreie Medikamente – Welche helfen wirklich?“ und dem in 05/2016 enthaltenen „Pflanzliche Heilmittel bei Wechselbeschwerden – Kein Kraut gewachsen“ ist eine oberflächliche, ungenaue und unzureichende Recherche gemeinsam, daraus folgend, dass die pflanzlichen Heilmittel „…allesamt ungeeignet sind“.

Unverständnis kommt auf, wenn dann noch der Mut aufgebracht wird, mit dieser Aussage an die breite Öffentlichkeit zu gehen! In Österreich sind sechs rezeptfrei zugelassene Arzneispezialitäten zur Behandlung von Wechselbeschwerden in der Apotheke erhältlich – in dem Beitrag des VKI wird aber nicht unterschieden, ob es sich um ein Arzneimittel handelt, das eine Vollzulassung aufweist oder um eine Registrierung als „Traditionell pflanzliches Arzneimittel“.

Bei einer „Vollzulassung“ werden Sicherheit und Wirksamkeit des Arzneimittels durch klinische Studien belegt, und diese Daten müssen für das behördliche Zulassungsverfahren vorgelegt werden – dies betrifft Remifemin ® und Remifemin plus ®.

Alle relevanten Informationen über diese Präparate sind im Arzneispezialitätenregister auf der Webseite des Bundesamtes für Sicherheit im Gesundheitswesen in Österreich veröffentlicht (www.basg.at). Durch verpflichtende Pharmakovigilanz-Systeme (laufende und systematische Überwachung der Sicherheit eines Fertigarzneimittels) und regelmäßige Inspektionen der pharmazeutischen Hersteller durch die Behörden ist die Arzneimittelüberwachung auch nach der Zulassung/Registrierung gewährleistet.

Die Arzneimittelbehörden würden diese Arzneimittel nicht zulassen, wenn die Antragsunterlagen die strengen Anforderungen an pharmazeutische Qualität, Unbedenklichkeit und Wirksamkeit nicht erfüllt hätten. Sowohl für Remifemin ® als auch für Remifemin plus ® existieren ausreichend Placebo-kontrollierte Studien, die die Wirksamkeit und auch die Sicherheit dieser Präparate belegen (> 12.000 Patientinnen in > 20 klinischen Studien).

Für die behauptete leberbeeinträchtigende Wirkung, die in Einzelfällen für Cimicifuga racemosa postuliert wurde, fand sich in einer Metaanalyse klinischer Studien mit 1.117 Patientinnen keine Evidenz. Um aus ärztlicher Sicht keine Krankheiten zu übersehen und einen regelmäßigen Arztbesuch zu gewährleisten, enthalten sowohl die Gebrauchsinformation von Remifemin ® als auch von Remifemin plus ® die Aufforderung an die Patientin, nach einem Zeitraum von sechs Monaten den Arzt aufzusuchen bzw. ärztlichen Rat einzuholen, dies bedeutet aber nicht, dass nur Kurzzeitstudien vorliegen.

Während die Traubensilberkerze vorwiegend regulierend auf die körperlichen Beschwerdebilder wie Hitzewallungen und Schweißausbrüche wirkt, hat Johanniskraut eine positive Wirkung auf psychische Beschwerden wie depressive Verstimmungszustände, Niedergeschlagenheit, innere Anspannung, Schlaflosigkeit, Angst und/oder nervöse Unruhe. Beide Bestandteile von Remifemin plus ® ergänzen sich also und wirken miteinander in der Behandlung des klimakterischen Beschwerdebildes. Die günstige Beeinflussung sowohl von neurovegetativen als auch von psychischen Beschwerden (z. B. Angst, depressive Verstimmung und Antriebsstörungen) durch diese Arzneimittelkombination wurde in klinischen Studien nachgewiesen (Uebelhack et al., 2006; Briese et al., 2007).

Besonders Patientinnen mit betont psychischen Beschwerden profitieren von der gemeinsamen Wirkung Traubensilberkerze / Johanniskraut. Basierend auf dem exzellenten Produktprofil steht Remifemin ® / Remifemin plus ® weltweit in 31 weiteren Ländern den Patientinnen zur Verfügung. Die jahrelange Verordnung durch Ärzte und die jahrelange Verwendung durch Frauen in den Wechseljahren untermauern den Stellenwert.

Bei Interesse findet man für Traubensilberkerze-Wurzelstock eine beeindruckende Zusammenstellung in der ESCOP-Monographie „Cimicifugae rhizoma“ (2011) mit insgesamt 194 Literaturzitaten; diese allgemeine Bewertung beinhaltet neben den Angaben über die Pflanzeninhaltsstoffe die Forschungsergebnisse bzgl. Pharmakodynamik und Klinischen Studien (sowohl mit dem Isopropylextrakt iCR = Wirkstoff von Remifemin ® als auch mit den verschiedenen Ethanolextrakten).

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