Therapieziele bei der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit

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Primäre Therapieziele bei der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit sind die Besserung und Beseitigung der ischämischen Symptome.

In den westlichen Industrie­nationen leidet etwa 1 bis 3% der über 60-jährigen Bevölkerung an Claudicatio intermittens, wobei sich darüber hinaus eine ­Prävalenz beim männlichen Geschlecht beobachten lässt. Die jährliche Inzidenz beträgt in der Gruppe der über 65-jährigen 20 je 1.000. Die ­kumulative Fünf-Jahresmortalitätsrate von Männern mit peripherer arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK) beträgt 5 bis 17% im Vergleich zur Kontrollgruppe ohne pAVK. Männer, die an einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit leiden, zeigen eine um 10 Jahre verminderte Lebenserwartung. Diesbezüglich stellt die koronare Herzerkrankung die Haupttodesursache dar.

Bei der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit sind häufig die Arterien des Herzens und des Gehirns mitbetroffen, Herzinfarkte und Schlaganfälle können die Folge sein. Doch soweit sollte es bei regelmäßigen Kontrollen der Beindurchblutung und heute bestehender Therapiemöglichkeiten nicht kommen.

Unter Beachtung epidemiologischer Studien ist auch eine Häufung kardiovaskulärer Ereignisse bei asymptomatischer pAVK zu beobachten. Hinsichtlich der bestehenden Korrelation zwischen kardiovaskulären Ereignissen und der pAVK leitet sich die ­Be­deutung der konsequenten Therapie der Risikofaktoren der koronaren Herzerkrankung bei der Behandlung der pAVK ab.

Die Entwicklung der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit ­korreliert positiv mit arterieller Hypertonie, Hypercholesteri­nä­mie, Hyperfibrinogenämie, Hyper­homo­zysteinämie, inhalierendem Rauchen, Diabetes Mellitus, männlichem Geschlecht und dem Alter.

 

Definition und Klassifikation

Die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) beschreibt ein Krankheitsbild, welches sowohl stenosierende als auch okkludierende Veränderungen im Bereich der Aorta und der Extremitätenarterien umfasst. Als ursächlich ist in 95% der Fälle die Arteriosklerose zu betrachten. Die restlichen 5% umfassen entzündliche Gefäßerkrankungen und embolische Gefäßverschlüsse. Die pAVK lässt sich sowohl anhand ihres klinischen Schweregrades nach Fontaine als auch nach ihrer Lokalisation klassifizieren.

Therapieziele bei der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit

Neben der Verhinderung der arteriosklerotischen Progression und der Beeinflussung der Risikofaktoren zur Reduktion der hohen Komorbiditäts- und Mortalitätsraten, sind als die primären Therapieziele die Besserung und Beseitigung der ischämischen Symptome zu sehen. Therapieziele im Fontaine-Stadium II sind eine Verbesserung der absoluten und schmerzfreien Gehstrecke.

In Stadien Fontaine III und IV sind es die Beseitigung oder die Verminderung der Ruheschmerzen, die Abheilung von Nekrosen/ Gangrän und der Erhalt der betroffenen Extremitäten. Grundsätzlich gilt, dass eine Behandlung einer pAVK dann indiziert ist, wenn es durch Minderung der Gehleistung zu einer deutlichen Einschränkung der ­Lebens­qualität des Patienten kommt, bzw. wenn Ruhebeschwerden vorliegen oder wenn ein Ulcus oder eine Gangrän bestehen und eine Amputation der Extremität droht.

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Dr. Darko Stamenov

MEDMIX-Redaktion, Projektleiter, AFCOM Digital Publishing Team

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