Pelargonium – pflanzliche Immunstimulanzien

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Pelargonium kann als wichtiger Vertreter pflanzlicher Immunstimulanzien bei Infekten der oberen Atemwege das Immunsystem unspezifisch stimulieren und so stärken.

Erkältungen und Atemwegsinfekte gelten oft Bagatellerkrankungen, obwohl sie eigentlich einen beträchtlichen volkswirtschaftlichen Schaden verursachen. Schon immer werden hier bei Erkältungen, Grippe & Co Phytopharmaka wie Pelargonium, die das Immunsystem unspezifisch stimulieren, erfolgreich eingesetzt.

Mittlerweile gibt es mit pflanzlichen Immunstimulanzien auch zahlreiche klinische Studien und Metaanalysen, die eindeutige Hinweise zu positiven Effekten von Pelargonium-Zubereitungen auf Häufigkeit und Erkrankungsdauer einfacher Erkältungskrankheiten belegen.

 

Pelargonium sidoides vor allem bei akuter Bronchitis effektiv

Die in Südafrika heimische Kapland-Pelargonie (Pelargonium sidoides) konnte positive Wirkungen – vor allem bei Reduktion von Schleimproduktion und Hustenreiz – in mehreren klinischen Studien unter Beweis stellen.

In einer Metaanalyse zur Beurteilung der Wirksamkeit und Sicherheit von Pelargonium bei akuter Bronchitis, akuter Sinusitis und Erkältung (analysiert wurden die Daten von 8 placebokontrollierten Studien mit fast 1800 Patienten, 46% der Studienteilnehmer waren Kinder ab dem ersten Lebensjahr) konnte nachgewiesen werden, dass die Anwendung von Pelargonium sidoides bei Erwachsenen und bei Kindern eine Reduktion der Schleimproduktion und eine Verbesserung des Hustens bei akuter Bronchitis brachte. Allerdings lagen keine Daten zur Dauer bis zur vollständigen Genesung vor. Grundsätzlich zeigte sich Pelargonium als signifikant wirksamer als Placebo.

 

Pharmakologie zu Pelargonium sidoides und dem Pelargonienwurzelextrakt

Der Pelargonienwurzelextrakt soll sowohl gegen Viren als auch Bakterien schleimlösend wirken, es steigert die Produktion von Makrophagen-Interferon und soll weiters antibakterielle Wirkung zeigen gegen verschiedene grampositive – wie Staphylococcus aureus und Streptococcus pneumoniae – und gramnegative Bakterien wie Escherichia coli, Klebsiella pneumoniae, Proteus mirabilis, Haemophilus influenzae.

Auch eine indirekte antibakterielle Wirkung wird für Pelargonium sidoides beschrieben, wobei die Anheftung und das Eindringen von Bakterien an bzw. in die Zellen der Atemwegsschleimhaut verhindert werden kann. Auch wird durch den Einsatz der Pelargonium sidoidesder eine Mobilisation und Aktivierung der körpereigenen Fresszellen – den so genannten Makrophagen – vermutet.

Die antivirale Wirkung der Pelargonium sidoides soll vor allem auch durch die enthaltenen Polyphenole entstehen, die gesunde Zellen sogar vor einer Infektion mit dem HI-Virus schützen soll, wobei es dazu aber noch keine klinische Untersuchungen gibt.

Als Arzneimittel eingesetzt kann der Wurzelextrakt der Pelargonium sidoides soll die Schlagfrequenz der Flimmerhärchen in den Bronchien erhöhen und so einen besseren Abtransport des Schleimes ermöglichen.

Wegen der im Pelargonienwurzelextrakt enthaltenen Cumarine sollten Personen mit einer erhöhten Blutungsneigung von der Anwendung absehen, wenngleich keine direkte gerinnungshemmende Wirkung nachgewiesen werden konnte.

Beobachtete seltene Nebenwirkungen waren Magen-Darm-Beschwerden (Magenschmerzen, Sodbrennen, Übelkeit und Durchfall), leichtes Zahnfleisch- oder Nasenbluten sowie leichte bis schwere Überempfindlichkeitsreaktionen sowie etwas öfter Hautausschlag mit Juckreiz, weiters wurden Erhöhungen der Leberwerte beobachtet.

Der Pelargonienwurzelextrakt enthält als charakteristische Inhaltsstoffe Polyphenole, Proteide, Purine, Mineralstoffe, Zucker und in geringer Konzentration 7-Hydroxycumarinderivate – ein Teil der Inhaltsstoffe ist bis heute unbekannt. Der Extrakt wirkt auch zytoprotektiv wirkt und hat potente antivirale Eigenschaften hat. Da Atemwegsinfektionen fast ausschließlich eine virale Ursache haben, ist diese Eigenschaft von hohe therapeutischer Bedeutung. Die Interferonsynthese wird gesteigert sowie die Phagozyten-Funktion verbessert.

Weiters wurden auch für den Pelargonienwurzelextrakt antibakterielle und sekretomotorische Eigenschaften beschrieben. So wird nicht nur die Adhäsion und die Internalisierung von Bakterien gehemmt, sondern der Pelargonienwurzelextrakt verhindert damit auch deren Invasion in die Submucosa und sorgt für eine Verminderung der Erregerlast. So kann der Körper vor bakterieller Kolonisation, vor Infektion, Superinfektion und Rezidiv geschützt werden.

Quellen und weitere Informationen:

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18005909

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/14526713

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12807337

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16781588

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18222667

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Axel Rhindt

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

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