Patienten mit kombinierter Form von Lungenhochdruck

Lungenhochdruck bei Linksherzerkrankung ist ein wichtiger Prognoseparameter für Patienten mit Herzschwäche. © Sergey Nivens / shutterstock

Lungenhochdruck bei Linksherzerkrankung ist ein wichtiger Prognoseparameter für Patienten mit Herzschwäche. © Sergey Nivens / shutterstock

Patienten mit kombinierter Form von Lungenhochdruck haben signifikant schlechtere Prognose – Hoffnung auf spezifische Therapien

Patienten mit einer kombinierten prä- und post-kapillären Form von Lungenhochdruck (combined pre-and post-capillary pulmonary hypertension, Cpc-PH) zeigen eine signifikant schlechtere Funktion der rechten Herzkammer (Rechtsventrikelfunktion) und haben eine signifikant schlechtere Prognose als Patienten mit isoliert post-kapillärem Lungenhochdruck (Ipc-PH).

Cpc-PH könnte laut Experten ein Ziel für PH-spezifische Therapien darstellen. Das Ausmaß des praktischen Nutzens unserer Daten im Hinblick auf den Einsatz von PH-spezifischen Medikamenten in dieser Patientengruppe wird sich nach den Ergebnissen laufender Studien zeigen, die speziell Patienten mit Cpc-PH untersuchen.

 

Patienten mit Cpc-PH untersucht

Der klassische Patient mit Cpc-PH ist 60 Jahre alt, berichtet über Atemnot, hat eine Klappenerkrankung des linken Herzens, eine Linksherzinsuffizienz und Zeichen einer Rechtsherzbelastung im Herzultraschall. Eine Studie untersuchte die Häufigkeit und die Rechtsventrikelfunktion beider Formen von Lungenhochdruck: der kombinierten und der isolierten post-kapillären Form. Dafür wurden zusätzlich 1.000 Patienten analysiert. In einer 2013 erschienenen Publikation dieser Forschergruppe waren bereits über 3.000 Akten von Patienten aus dem Herzkatheterlabor des AKH Wien untersucht worden. Dabei konnte ein hämodynamischer Parameter identifiziert werden, der es erlaubt, präziser Cpc-PH von einer isoliert post-kapillären PH zu unterscheiden.

Lungenhochdruck (pulmonale Hypertension, PH) wird in eine prä-kapilläre und eine post-kapilläre Form eingeteilt. Die prä-kapilläre PH ist die Erkrankung der Lungengefäße selbst, während die post-kapilläre PH durch passive Fortleitung eines erhöhten Drucks im linken Herzen auf die rechte Herzseite über die Lungenstrombahn entsteht und erst bei schwerer Drucksteigerung zu Lungengefäßveränderungen führt.

Lungenhochdruck bei Linksherzerkrankung ist ein wichtiger Prognoseparameter für Patienten mit Herzschwäche. „Überproportionale“ PH beschreibt hohe Drücke und Widerstände im Lungenkreislauf bei Linksherzerkrankung, die sonst nur in der prä-kapillaren PH zu sehen sind, und eine kombinierte prä- und post-kapilläre Form des Lungenhochdruckes darstellt.

Quelle:

Combined pre-and postcapillary pulmonary hypertension in chronic heart failure: epidemiology, right ventricular function and survival; M. Gerges, C. Gerges, AM. Pistritto, MB. Lang, P. Trip, J. Jakowitsch, T. Binder, IM. Lang

Europäischen Kardiologenkongress (ESC), London, Dr. Mario Gerges (MedUni Wien)

Die mobile Version verlassen