Patienten-Leitlinie Rückenschmerzen

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Die Patienten-Leitlinie Rückenschmerzen richtet sich an betroffene Patienten, die an sogenannten nicht-spezifischen Rückenschmerzen leiden.

Die Patienten-Leitlinie Rückenschmerzen richtet sich an Betroffene, bei denen es keine Hinweise auf eine gefährliche Ursache oder krankhaft veränderte Strukturen als Ursache gibt. In diesem Fällen spricht man von nicht-spezifischen Rückenschmerzen.

Viele Patienten erwarten sich, wenn Kreuzschmerzen akut auftreten, durch ein Röntgenbild oder eine Magnetresonanztomographie (MRT) die genaue Ursache ihrer Beschwerden zu erfahren. Doch häufig ist das nicht der Fall, tatsächlich macht die bildgebende Diagnostik bei nicht-spezifischen Kreuzschmerzen wenig Sinn. Sollten für den behandelnden Arzt Hinweise auf gefährliche oder spezifische Ursachen für Kreuzschmerzen – wie Frakturen, Infektionen oder einen Bandscheibenvorfall – fehlen, so ist eine symptomatische Behandlung der Beschwerden kombiniert mit Bewegung die richtige Vorgangsweise. Keine Nutzen bringen Röntgen- oder MRT-Aufnahmen, viel entscheidender sind eine ausführliche Anamnese und eine sorgfältige körperliche Untersuchung.

Patienten-Leitlinie Rückenschmerzen

Die Patienten-Leitlinie Rückenschmerzen ist in einer allgemeinverständlichen Sprache verfasst, damit sich Patienten über die für Ärzte formulierten wissenschaftlichen Empfehlungen bestmöglich informieren können. Wichtig ist für Betroffene die Information, dass nicht-spezifische Rückenschmerzen nur selten durch eine ernsthafte Erkrankung verursacht wird. In 60 bis 85 Prozent aller Fälle ist der Grund für die Schmerzen nicht eindeutig erkennbar oder ist im Lebensstil beziehungsweise im Alltag zu finden: Stress, mangelnde Bewegung, verspannte Muskeln, aber auch psychische Belastungen können die Beschwerden auslösen. Die Schmerzen verschwinden innerhalb weniger Wochen von selbst. Wichtig ist, auch bei Rückenschmerzen in Bewegung zu bleiben, denn moderate Bewegung stärkt die Rückenmuskulatur, schmiert die Gelenke und massiert die Bandscheiben. Dies ist wichtig für einen gesunden Rücken. Muskeln, Wirbel, Bandscheiben, Gelenke und Bänder müssen perfekt zusammenspielen, damit sich der Rücken gut bewegen kann und funktioniert. Bettruhe dagegen ist schädlich, denn sie kann die Beschwerden verstärken.

Die wichtigsten Empfehlungen der Patienten-Leitlinie Rückenschmerzen

Zurückhaltende Diagnostik: Beim Fehlen „roter Fahnen“ als Warnhinweis auf eine gefährliche Erkrankung soll der Einsatz bildgebender Verfahren erst geprüft werden, wenn die Schmerzen länger als vier bis sechs Wochen anhalten.

Bewegung statt Bettruhe: Ärzte sollen Patienten zu körperlicher Aktivität auffordern und von Bettruhe abraten. Denn werden die Muskeln geschont, werden sie schnell schwach. Jede Art von Bewegung ist hilfreich bei der Genesung.

Schmerzmittel: Wenn Kreuzschmerzen so heftig sind, dass Betroffene eine Schonhaltung einnehmen, können schmerzlindernde Medikamente helfen. Sie können unterstützen, damit Schmerzen nicht so stark wahrgenommen werden und die so wichtige Bewegung möglich ist.

Psyche und soziales Umfeld beachten: Bereits beim ersten Arztkontakt sollen Belastungen im persönlichen Umfeld des Patienten, Schwierigkeiten mit der Familie oder dem Arbeitsplatz besprochen werden, damit die Rückenschmerzen nicht chronisch werden.

Massage, Akupunktur & Co: Massage und Akupunktur gelten als Verfahren, die eher passives Verhalten fördern. Sie sollten deshalb nicht oder nur in Verbindung mit aktivierenden Maßnahmen eingesetzt werden.

Chronische Schmerzen – Kombinierte Behandlung: Bessern sich Kreuzschmerzen nach einigen Wochen nicht, sollten unterschiedliche Behandlungsansätze kombiniert werden. Ein Schwerpunkt bleibt die Bewegung, daneben können psychologische Therapieangebote, medikamentöse Schmerzbehandlung und Maßnahmen zur Stressbewältigung eine Rolle spielen.

Hintergrund: Grundlage für die Patienten-Leitlinie Rückenschmerzen ist die Nationale VersorgungsLeitline (NVL) Nicht-spezifischer Kreuzschmerz. Die 2. Auflage wurde 2017 von Bundesärztekammer (BÄK), Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) und der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) veröffentlicht. Sie entstand in Zusammenarbeit mit zahlreichen Organisationen und Fachgesellschaften. Daran beteiligt waren auch die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie e.V. (DGOOC) und die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie e.V. (DGU).


Veranstaltungshinweis: Das Thema Wirbelsäule ist eines der Schwerpunktthemen auf dem Deutschen Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie vom 23. bis 26. Oktober 2018 in Berlin.


Weitere Informationen: Die Patientenleitlinie Kreuzschmerz finden Sie unter: https://www.patienten-information.de/patientenleitlinien/patientenleitlinien-nvl/kreuzschmerz


Quelle: Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) e.V.; Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie e.V. (BVOU e.V.)

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MEDMIX Online-Redaktion

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