Passionsfrucht – Vitaminbombe und Lycopin-Quelle

Passionsfrucht ist eine wahre Vitaminbombe und reich an Lycopin. © Lukas Gojda / shutterstock.com

Passionsfrucht ist eine wahre Vitaminbombe und reich an Lycopin. © Lukas Gojda / shutterstock.com

Die vielen Vitamine machen die Passionsfrucht zur Vitaminbombe, weiter ist sie auch wegen der großen Mengen an antioxidativem Lycopin sehr gesund.

Im Grunde genommen sind die Früchte der meisten Passionsblumen-Arten (Passiflora sp.) nicht giftig. Unreife Früchte sind in vielen Fällen allerdings sehr wohl giftig, also absolut nicht essbar, ganz im Gegenteil sind sie ungenießbar beziehungsweise wenig schmackhaft. Besonders giftig sind die Früchte der Gattung Decaloba und ihrer Hybriden. Die reife Passionsfrucht ist allerdings schmackhaft und gesund und kann mit ihren zahlreichen Vitaminen dem Körper als wahre Vitaminbombe dienen.

Übrigens verwechseln viele Menschen die Passionsfrucht und die Maracuja. Dabei gehören beide zur Gattung der Passionsblumen und schmecken aber unterschiedlich. Die gelben Früchte der Maracuja sind eher rundlich eiförmig und deutlich größer als die Passionsfrucht. Die ist grünbraun bis violett.

 

Steckbrief Passiflora

Den südamerikanischen Indios war die Passionsblume als Heilpflanze wohl bekannt. Im Jahre 1569 entdeckte sie der spanische Arzt Monardes, 40 Jahre später wurde sie als  Zierpflanze in Europa eingeführt. Der Blütenbau faszinierte viele Botaniker, christliche  Einwanderer erkannten in den Blüten Symbole der Passion Christi.

Die zehn Blütenblätter deuteten sie als zehn Apostel ohne Judas und Petrus, die Nebenkrone (violett-weiß) als rotgetüpfelter Nektarienkranz die blutige Dornenkrone, die fünf Staubblätter die fünf Wunden Christi und die drei Griffel die Kreuznägel. Die Sprossranken sollen die Geißel symbolisieren.

Über 500 Arten der Passionsblumen zählen zur Familie der Passionsblumengewächse (Passifloraceae), die meisten davon stammen ursprünglich aus der Neotropis. Dies ist ein Begriff aus der Biogeographie und entspricht dem Gebiet von Südamerika.

Passiflora-Arten sind ausdauernde krautige oder verholzende Pflanzen. Die meisten wachsen als Kletterpflanzen, und erreichen schnell 10m. Ranken werden in den Blattachseln gebildet.  Das auffallendste Merkmal sind die radiärsymmetrischen Blüten, sie können einen Durchmesser von bis zu 18cm erreichen! Die Arten variieren bezüglich der Blütenfarbe, Blattfarbe und Blattgröße und Größe der Frucht.

 

Passionsfrucht ist nicht gleich Passionsfrucht

Manche Arten sind bei uns sehr wenig bekannt und entwickeln unter den hiesigen Bedingungen auch nur sehr selten reife Früchte. Allerdings werden sie aber in den Heimatländern gezielt von Obstlieferanten angebaut. Manche Früchte sind wie eingangs erwähnt wenig schmackhaft, ungenießbar oder sogar giftig. Zu den wichtigsten essbaren Passiflora-Arten zählen:  P. edulis forma edulis, P. edulis forma flavicarpa, P. ligularis, P. quadrangularis, P. Alata und P. Incarnata.

 

Zahlreiche Vitamine und ander Mikronährstoffe: Die gesunde Passionsfrucht ist eine wahre Vitaminbombe!

Die zahlreichen Inhaltsstoffe sind dafür verantwortlich, dass die Passionsfrucht als Vitaminbombe gilt. Denn die Passionsfrucht bietet einen wahren Vitamin-Cocktail, alle Vitamine sind hier vorhanden. Hinzu kommen noch Kalzium, Eisen, Kalium, Phosphor sowie Magnesium. Die Passionsfrucht kann auch die Verdauung unterstützen.

Speziell in der kalten Jahreszeit eignet sich die Passionsfrucht, um rasch frische Vitamine aufzunehmen. Die äußerst schmackhaften reifen Früchte enthalten Samen, die man ebenfalls verzehren kann. Wichtig ist aber, dass die Hersteller den richtigen Reifegrad bei der Ernte abwarten.

 

Verwendung der Passionsfrucht als alternative Lycopin-Quelle

Forscher haben festgestellt, dass die Passionsfrucht – und zwar Haut und Fruchtwand – eine große Menge an Lycopin enthält. Hingegen ist der Gehalt an anderen Carotinoiden sehr gering. Unter anderem ist Lycopin außer in Tomaten auch in Wassermelonen, rosa Grapefruit, rosa Guave, Papaya, getrocknete Aprikosen und in pürierten Hagebutten enthalten.

Die Passionsfrucht könnte somit eine alternative Quelle für diesen sehr wertvollen antioxidativen Nährstoff sein. Und zwar vor allem für diejenigen Menschen, die keine Tomaten und deren Produkte verzehren und trotzdem vom Lycopin profitieren wollen. Das Carotinoid-Antioxidans sorgt übrigens auch für ein geringeres Risiko für chronische Krankheiten.

 

Verwendung der Passionsfrucht in der Küche

Es gibt eine Reihe interessanter Rezepte. Zum Beispiel Salatsoßen oder Desserts, der der exotisch säuerliche Geschmack macht sich aber auch in Cocktails oder Fruchtzubereitungen sehr gut.

Im Grunde genommen finden vor allem Früchte der Passionsfrucht-Art Passiflora edulis wie Maracuja und Purpurgrenadilla kulinarische Beachtung. Man kann dazu die Früchte einfach halbieren und auslöffeln. Weiter verwendet man die Früchte zur Herstellung von Fruchtsäften sowie Fruchtjoghurts.


Literatur:

Aguillón-Osma J, Luzardo-Ocampo I, Cuellar-Nuñez ML, Maldonado-Celis ME, Loango-Chamorro N, Campos-Vega R. Impact of in vitro gastrointestinal digestion on the bioaccessibility and antioxidant capacity of bioactive compounds from Passion fruit (Passiflora edulis) leaves and juice extracts. J Food Biochem. 2019 Jul;43(7):e12879. doi: 10.1111/jfbc.12879. Epub 2019 May 6. PMID: 31353739.

Mourvaki E, Gizzi S, Rossi R, Rufini S. Passionflower fruit-a „new“ source of lycopene? J Med Food. 2005 Spring;8(1):104-6.

S.HIRSCH, F.GRÜNBERGER: Die Kräuter in meinem Garten (2012) Freya Verlag

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