Pangolin entwickelt keinen Zytokinsturm gegen Coronavirus SARS-Cov-2

Indisches Pangolin © Vickey Chauhan / shutterstock.com

Indisches Pangolin © Vickey Chauhan / shutterstock.com

Das Pangolin hat keine antivirale Abwehr, es kommt deswegen bei Covid-19 zu keinem fatalen Zytokinsturm als Abwehrreaktion gegen das Coronavirus SARS-Cov-2.

Bei den meisten Säugetieren erkennen bestimmte Gene, wenn ein Virus in den Körper eindringt. Sie geben dann Alarm und lösen gegen den Eindringling eine Immunantwort aus. Laut einer kürzlich in Frontiers in Immunology veröffentlichten Studie fehlt dem Schuppentier Pangolin zwei dieser Gene. Da aber Pangoline Träger des Coronavirus sein können, muss sie ein anderer unbekannter Mechanismus vor der Covid-19-Erkrankung bewahren. Das Verständnis diese evolutionären Vorteils könnte auf eine mögliche Behandlung gegen Coronavirus hinweisen. Denn bei Menschen kann das Immunsystem als Abwehr gegen das Coronavirus SARS-Cov-2 einen fatalen Zytokinsturm auslösen, der dann für einen schweren Verlauf der Covd-19-Erkrankung verantwortlich sein kann.

 

Pangoline seit Millionen von Jahren ohne antivirale Abwehr

Die Wissenschaftler konzentrierten sich auf das exotische Schuppentier. Im Grunde genommen halten es zahlreiche Forscher für denkbar, dass das Pangolin als Zwischenwirt das Coronavirus SARS-Cov-2 letztes Jahr möglicherweise auf den Menschen übertragen haben. Dadurch sollte der erforderliche Sprung des Coronavirus von Tier auf Mensch möglich geworden sein. Als tatsächlichen Ursprung von SARS-Cov-2 vermutet man aber Fledermäuse als mögliche Infektionsquelle für die aktuelle COVID-19-Pandemie. Jedenfalls analysierten die Forscher die Genomsequenz von Pangolinen und verglichen sie mit anderen Säugetieren, einschließlich Menschen, Katzen (Meerkatzen), Hunden und Rindern.

„Unsere Arbeit zeigt, dass Pangoline Millionen von Jahren der Evolution ohne eine Art antivirale Abwehr überlebt haben. Alle anderen Säugetieren verwenden lösen zur Abwehr eine starke Immunantwort aus“, sagt Co-Autor Dr. Leopold Eckhart von der Medizinischen Universität Wien in Österreich. „Weitere Studien zu den Pangolinen werden zeigen, wie sie es schaffen, Virusinfektionen zu überleben. Dies könnte dazu beitragen, neue Behandlungsstrategien für Menschen mit Virusinfektionen zu entwickeln.“

 

Zytokinsturm gegen das Coronavirus SARS-Cov-2 kann bei Covid-19 zu einem schweren Krankheitsverlauf führen!

Beim Menschen kann das Coronavirus eine entzündliche Immunantwort auslösen, die als Zytokinsturm bezeichnet wird und den Verlauf der Covid-19-Erkrankung verschlechtert. Deswegen könnte möglicherweise eine pharmazeutische Unterdrückung der Gene, die dem Körper Viren signalisieren, nach Ansicht der Autoren eine mögliche Behandlungsoption für schwere Fälle von COVID-19 sein. Dr. Eckhart mahnt jedoch, dass ein solches Medikament auch die Tür für Sekundärinfektionen öffnen könnte. „Die größte Herausforderung besteht darin, die Reaktion des Immunsystems auf den Erreger abzuschwächen und gleichzeitig eine ausreichende Kontrolle über das Virus zu gewährleisten.“ Eine überschießendes Immunantwort könnte dadurch abgeschwächt werden.


Literatur:

Fischer H, Tschachler E and Eckhart L (2020). Pangolins Lack IFIH1/MDA5, a Cytoplasmic RNA Sensor That Initiates Innate Immune Defense Upon Coronavirus Infection. Front. Immunol. 11:939. doi: 10.3389/fimmu.2020.00939


Quelle: Frontiers in Immunology

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