Oxycodon-Naloxon – Opioid-basierte Wirkstoffkombination im Fokus

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Oxycodon-Naloxon gegen muskuloskelettale und nächtliche Schmerzen bei Parkinsonpatienten wirkt analgetisch gut, bringt aber auch vermehrt Nebenwirkungen.

Rund 60 Prozent der Parkinsonpatienten leiden unter komplexen Schmerzen infolge ihrer Erkrankung, doch dieser Umstand ist nach wie vor wenig beachtet und entsprechend mangelhaft erforscht. 2015 lieferte dann eine internationale Studie mit der Wirkstoffkombination Oxycodon-Naloxon (OXN PR) wichtige Erkenntnisse zur schmerzlindernden Wirksamkeit und Sicherheit dieser Opioid-basierten Behandlung von Parkinsonpatienten mit starken chronischen Schmerzen. Konkret wurde bei über 200 Patienten in sieben europäischen Staaten untersucht, inwieweit diese Opioid-Kombination beziehungsweise von einem Placebo bei täglicher Gabe profitieren.

Oxycodon – C18H21NO4 – ist ein Opioid zur Behandlung von starken Schmerzen. Das starke Analgetikum aus der Stufe III im WHO-Stufenschema wurde 1916 von aus Thebain synthetisiert und feiert somit heuer sein 100-jähriges Bestehen. © foxterrier2005 / shutterstock.com

Oxycodon – C18H21NO4 – ist ein Opioid zur Behandlung von starken Schmerzen. Das starke Analgetikum aus der Stufe III im WHO-Stufenschema wurde 1916 von aus Thebain synthetisiert und feiert somit heuer sein 100-jähriges Bestehen. © foxterrier2005 / shutterstock.com

Patienten unter Oxycodon-Naloxon brauchen weniger Akutmedikamente

Nach Ende der 16-wöchigen Studienphase gab es zwischen der Oxycodon-Naloxon-Testgruppe und der Placebogruppe keine signifikanten Unterschiede bei der Schmerzlinderung. Oxycodon-Naloxon zeigte aber bei Detailergebnissen einige Vorteile. So zeigte beispielsweise Oxycodon-Naloxon in den Behandlungswochen 4, 8 und 12 eine viel stärkere analgetische Wirkung als Placebo. Weiters zeigten Patienten, die Oxycodon-Naloxon eingenommen hatten, seltener Bedarf an zusätzlichen Akutmedikamenten zur Schmerzlinderung.

 

Wirksam bei starken muskuloskelettalen und nächtlichen Schmerzen – bei unerwünschten Nebenwirkungen

Der Wirkstoff Naloxon aus der Gruppe der Opioid-Antagonisten wird in der Notfallmedizin als Gegenmittel bei Opiat-Überdosierung – beispielsweise beim Missbrauch von Heroin und Methadon – eingesetzt. Im Zusammenhang mit Atemdepression bei Atemstillstand wirkt Naloxon – intravenös eingesetzt – innerhalb nur weniger Sekunden. © Zerbor / shutterstock.com

Der Wirkstoff Naloxon aus der Gruppe der Opioid-Antagonisten wird in der Notfallmedizin als Gegenmittel bei Opiat-Überdosierung – beispielsweise beim Missbrauch von Heroin und Methadon – eingesetzt. Im Zusammenhang mit Atemdepression bei Atemstillstand wirkt Naloxon – intravenös eingesetzt – innerhalb nur weniger Sekunden. © Zerbor / shutterstock.com

Die Opioid-Kombination Oxycodon-Naloxon brachte vor allem auch eine weitaus größere Erleichterung bei starken muskuloskelettalen und nächtlichen Schmerzen. Allerdings bedingte Oxycodon-Naloxon auch in höherem Ausmaß unerwünschte Nebenwirkungen. So kam Übelkeit bei der Oxycodon-Naloxon-Gruppe häufiger vor als bei der Placebo-Gruppe: 17 versus 9 Prozent. Ähnliches galt für Verstopfung infolge des Einsatzes von Oxycodon-Naloxon: hier kam es zu einem Verhältnis von 17 versus 6 Prozent.

Literatur: Trenkwalder C et al. Prolonged-release oxycodon – naloxon for treatment of severe pain in patients with Parkinson’s disease (PANDA): a double-blind, randomised, placebo-controlled trial. Lancet Neurology 2015; (published online October 20).

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MEDMIX Online-Redaktion

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