Osteoporose-Schmerzen behandeln

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Für eine adäquate Behandlung von Osteoporose-Schmerzen können heutzutage moderne Opioide als nebenwirkungsarme Langzeittherapie eingesetzt werden.

Anfänglich schmerzt es dumpf und stechend bei jeder Bewegung. Jedenfalls sind Osteoporose-Schmerzen akute, ganz heftig einsetzende Schmerzen – sowohl bei peripheren Frakturen, als auch bei »Crush-Frakturen« der Wirbelsäule. Wenn die Brustwirbelsäule betroffen, können Osteoporose-Schmerzen sogar an einen Herzinfarkt erinnern. Es kommt dann immer wieder vor, dass bei Patienten, die unter Infarktverdacht ins Spital kommen, letztendlich frische Wirbelkörperfrakturen im entsprechenden Segment der Brustwirbelsäule zu sehen sind.

Eine weitere Form von Osteoporose-Schmerzen sind Schmerzen chronischer Natur nach einem Ereignis, wenn der Knochen zusammengesintert und bereits verheilt ist. Solche Osteoporose-Schmerzen entstehen aufgrund der Veränderungen des umgebenden Gewebes – Bandscheiben, Bänder, Muskeln – und sind bewegungsabhängig.

Die veränderte Wirbelsäulenstatik – teilweise auch radikuläre Kompressionen – bewirken einen eher leisen, ziehenden Crescendoschmerz, der mit dem Ausmaß der Aktivität zunimmt. Generell könnte man unterscheiden zwischen dem Rheumaschmerz der am Morgen am stärksten ist, dem Rheumaschmerz der auch schon in Ruhe beginnt und Osteoporose-Schmerzen, die im chronischen Stadium eher mit der physikalischen Belastung zunehmen.

 

Wodurch Osteoporose-Schmerzen bedingt sind

Osteoporose-Schmerzen treten grundsätzlich eher erst dann auf, wenn es zur Fraktur kommt – ab dann sind die typischen, akuten Osteoporose-Schmerzen präsent.

Es gibt aber auch Osteoporose-Schmerzen, die durch Mikrofrakturen bedingt sind. So kommt es dazu, dass bei unauffälligem Knochenröntgen bereits Mikrofrakturen stattgefunden haben, die zu einer lokalen Entzündung führen. Diese lokale Entzündung bewirkt eine Art schmerzender Knochenhautentzündung – die sogenannte Periostitis.

Mikrofrakturen führen auch zur Mikrokallusbildung, welcher durch den erhöhten intraossären Druck Osteoporose-Schmerzen verursacht. Solche Osteoporose-Schmerzen bestehen, ohne dass man im Nativröntgen Ursachen finden kann.

 

Warum Osteoporose-Schmerzen frühzeitig therapiert werden müssen

Die Bedeutung der Therapie von Osteoporose-Schmerzen liegt besonders in der Erhaltung der Mobilität des Patienten. Der Patient muss sich weiterhin gut bewegen können, da dies für ihn der wichtigste Reiz für den Aufbau von Knochensubstanz ist.

Osteo­porose-Medikamente können den Schmerz nicht primär in der akuten Phase, sondern erst im Rahmen der längerfristigen Therapie beeinflussen, daher muss zusätzlich für eine möglichst starke Begleittherapie gesorgt werden, um dem Patienten zeigen zu können, dass Osteoporose-Schmerzen gut behandelbar sind. Dies ist ein wichtiger Faktor für die Compliance, um zu zeigen, dass eine Intervention die subjektive Beeinträchtigung reduziert.

Das heutige Therapiemanagement von Osteoporose-Schmerzen unterscheidet sich einigermaßen stark von Vorgehen in der Vergangeheit. Früher herrschte Angst vor starken Schmerzmitteln vor allem im Sinne einer Drogenabhängigkeit und der Patient musste die Osteoporose-Schmerzen ertragen, da man primär die Osteoporose behandelt hatte. Der Patient musste warten und wurde über die Zeit müde, denn es dauert mindestens drei Monate, bis Osteoporose-Schmerzen durch die Osteoporose-Behandlung bes­ser erträglich wurden.

 

Welchen Einfluss Osteoporose-Schmerzen auf den Verlauf der Erkrankung nehmen

Inadäquat oder nicht behandelte Osteoporose-Schmerzen sind ein wichtiger pathogenetischer Faktor und »Schrittmacher« der Osteoporose und können auch als limitierender Faktor in der Osteoporosetherapie gesehen werden. Osteoporose-Schmerzen führen zur Schonung des Bewegungsapparates, der Patient bewegt sich nicht mehr so viel, verliert dadurch weiter an Knochenmasse, die Muskeln werden schwächer und das Sturzrisiko ist gesteigert.

Eine adäquate Therapie Osteoporose-Schmerzen ist die einzige Möglichkeit, diese Spirale zu unterbrechen. Dabei muss frühzeitig dafür gesorgt werden, dass sich der Patient schmerzfrei oder mit geringem Schmerz bewegen kann. Dadurch kann seinen Muskelapparat stark gehalten werden und er verkümmert nicht. Weiters bleibt die Koordinationsfähigkeit erhalten und das Sturzrisiko sinkt sowie die Knochenmasse nimmt durch Immobilität nicht ab. Die Schmerzlinderung ist also ebenso wichtig für die Frakturprophylaxe wie die Resorptionshemmung.

 

Welche Substanzen bei Osteoporose-Schmerzen zum Einsatz kommen

In der Therapie von Osteoporose-Schmerzen gilt grundsätzlich nach wie vor, das WHO-Stufenschema einzuhalten. In Abhängigkeit vom Schmerz wird allerdings häufig bereits in der Mitte des Stufenschemas mit Stufe 2 begonnen. Dementsprechend sollte man starke Osteoporose-Schmerzen initial nach Stufe 2 mit Opioiden behandeln. Das Ergebnis der medikamentösen Behandlung entscheidet dann, ob Stufe 1 eine Behandlungsoption ist oder besser Stufe 3 folgen sollte.

Einen ganz wichtigen Anteil am Therapieerfolg hat die rasche und effektive Analgesie, besonders auch in der Therapie der oft sehr starken akuten Osteoporose-Schmerzen. Dabei wird – abweichend vom Stufenschema – die sofortige Anwendung starker Opioide – z.B. Morphin, Oxycodon, Fentanyl, Buprenorphin und Hydromorphon – empfohlen, um eine baldige Schmerzfreiheit zu erreichen.

Danach sollte man die Dosis langsam reduzieren, um bei geringen Nebenwirkungen den bestmöglichen Effekt zu erreichen. Diese Vorgehensweise kann dadurch eventuell zusätzlich eingesetzte klassische Coanalgetika wie NSAR und Coxibe – die die Patienten ohnehin nur in niedriger Dosierung einsetzen sollten – eingesparen.

Seitdem es die modernen, neuen Galeniken der Opiate gibt, sollte keine Angst mehr vor einem Opiateinsatz bestehen. Je früher man Opioide einsetzt, desto kürzer wird man dies tun müssen und ­umso geringer ist die Suchtgefahr. Schwere unerwünschte Nebenwirkungen und Abhängigkeitsentwicklung sind deswegen heutzutage immer seltener.

Eine kurze, hoch dosierte Therapie von Osteoporose-Schmerzen – über einen Zeitraum von 10 bis 20 Tagen – hat keine Folgewirkungen über längere Zeit.

 

Wie eine Langzeittherapie von Osteoporose-Schmerzen aussehen soll

Da vor allem ältere Patienten an Osteoporose-Schmerzen leiden, ist der Einsatz von NSAR aufgrund der Risiken und Nebenwirkungen problematisch. NSAR sind aufgrund ihrer teilweise gefährlichen Nebenwirkungen auf Niere, Darm und Gefäßsystem problematisch und bei Osteoporose auch nur begrenzt wirksam, da bei Osteoporose-Schmerzen die entzündliche Komponente nur eine geringe Rolle spielt.

Im Gegensatz dazu sind die Nebenwirkungen der Opioide symptomatisch, leicht beherrschbar und kein Argument gegen den Einsatz der Substanzen. Schmerzspezialisten sind heutzutage sehr froh, dass man mit den modernen Opioiden auch eine nebenwirkungsarme Langzeittherapie durchführen kann.

­Besonders bei schwer erkrankten Patienten mit multiplen, schmerzhaften Wirbelkörperfrakturen können Opioide das Risiko von NSAR-assoziierten Magenblutungen sowie Nierenschädigungen reduzieren.

Dennoch messen Ärzte oft zu Unrecht einer adäquaten Schmerztherapie weniger Bedeutung zu als der osteotropen Therapie. Dies geschieht aus Angst vor den starken Analgetika und deren Nebenwirkungsprofil, das den Patienten jahrzehntelang schwere Probleme beschwerte. Jedoch sind moderne Substanzen anders und können Patienten ­heutzutage sehr gut unterstützen. Deswegen sollten die Therapeuten bei akuten Osteoporose-Schmerzen ihren Patienten sofort Opioide nach WHO-Stufe 2 oder 3 verschreiben.

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Quelle:

Interview mit Prim. Univ.-Prof. Dr. Heinrich Resch. Schmerzmanagement bei Osteoporose. MEDMIX 3-2006. 52-54.

http://nof.org/articles/12

http://www.osteoporosis.ca/osteoporosis-and-you/living-well-with-osteoporosis/pain/

https://umm.edu/health/medical/reports/articles/osteoporosis

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About Author

Dr. Darko Stamenov

MEDMIX-Redaktion, Projektleiter, AFCOM Digital Publishing Team

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