Welche Medikamente sich beim Entzug von Opium wirksam sind

Opium © Couperfield / shutterstock.com

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In einer Cochrane-Analyse untersuchten Forscher unlängst, welche Substanzen sich für einen Entzug von Opium eignen könnten. Dabei zeigten sich nur marginale Unterschiede.

Forscher haben unlängst verschieden Medikamente untersucht, in wie weit sie beim Entzug von Opium wirksam sind. Eine Abhängigkeit von Opium ist im Allgemeinen mit einer geringeren Abhängigkeit und leichteren Entzugserscheinungen als Heroin verbunden. Die bisherigen Erkenntnisse für das Entzugsmanagement von Heroin sind daher möglicherweise nicht genau auf Opium anwendbar. Schließlich untersuchten die Wissenschaftler die Substanzen Clonidin, Methadon, Buprenorphin, Amantadin, Tramadol sowie Gabapentin.

Aufgrund der Ergebnisse kann keiner der untersuchten Wirkstoffe für einen Entzug von Opium speziell empfohlen werden. Denn die Studien hatten eine sehr geringe Evidenz. Es scheint jedoch, dass die Symptome beim Entzug insbesondere an den Tagen 2 bis 4 nach Absetzen von Opium signifikant sind. Alle untersuchten Medikamente waren wirksam, um die Symptome beim Entzug von Opium zu lindern.

 

Mohn – die Stammpflanze von Opium und Morphin

Der Mohn – Papaver somniferum L., Papaveraceae, – gilt als die Stammpflanze für die Produktion von Opium und Morphin. Opium, der eingetrocknete Milchsaft der Samenkapsel ist ein sehr altes Heilmittel und wurde jahrtausendelang angewandt, um Euphorie, Schmerzstillung und Schlaf herbeizuführen. Im Mittelalter nannte man Narkotika enthaltende Arzneimittel »Laudana«, der Ausdruck »Laudanum« für Opium ist geblieben.

Die Wirkung ist auf die enthaltenen Opium-Alkaloide zurückzuführen, als Hauptalkaloid Morphin, daneben Codein, Papaverin, Narcotin, Thebain, Laudanin, Protopin, Cotarnolin, Cryptopin, Narcein und Laudanosin. Zu den bekannten Wirkungen gehören die schmerzstillende, beruhigende, hypnotische, hustenstillende und krampflösende Eigenschaft.

 

Opioidkonsum als Rauschmittel

Opium kam früher Bestandteil in vielen medizinischen Anwendungen vor. Es war in Tink­turen, Zahntropfen, Augenwässer, Keuchhustenpflaster, antiasthmatischen Tropfen sowie den Schwarzen englischen Tropfen enthalten. Heutzutage ist das nicht mehr der Fall.

Im Grunde genommen ist der Konsum von Opium auch als Rauschmittel in der Gesellschaft tief verankert. Da Opioide aber tiefgreifende Wirkungen auf das Zentralnervensystem haben, verleiten sie stark zu Missbrauch.

Denn Opium beziehungsweise Morphin führen zu einem ausgeprägten Gefühl der Zufriedenheit. Die Konsumenten empfinden ein Wohlgefühl, werden sorgloser und fühlen sich befreit von Ängsten. Wegen diesen positiv erlebten Empfindungen entsteht der Wunsch, die Substanz immer wieder zu konsumieren. Die Suchtgefahr steigt dabei rasch.

Im Grunde genommen empfinden die Konsumenten den Entzug von Opium, von Opioiden, als lebensbedrohlich. Dabei sind ihnen die Gefahren dieser Substanzen nicht wirklich bewusst. Denn bei Überdosierung lässt beispielsweise die Leistung deutlich nach. Die Konsumenten empfinden auch keinen Schmerz mehr, was natürlich auch positiv für Schmerzpatienten ist. Weiter verengen sich die Pupillen. Der Blutdruck fällt ab. Die Atmung verlangsamt sich, wodurch es sogar zur Atemlähmung kommen kann.

Als Rauschmittel setzt man vor allem das Rauchopium ­ein. Ein großes Problem hierzu stellt auch das Heroin dar. Diese gefährliche Droge hat man übrigens entdeckt, nachdem man die chemische Struktur von Morphin verändert hatte.


Literatur:

Zankl A, Martin J, Davey JG, Osborn DA. Opioid treatment for opioid withdrawal in newborn infants. Cochrane Database Syst Rev. 2021 Jul 7;7(7):CD002059. doi: 10.1002/14651858.CD002059.pub4. PMID: 34231914; PMCID: PMC8261830.

Rahimi-Movaghar A, Gholami J, Amato L, Hoseinie L, Yousefi-Nooraie R, Amin-Esmaeili M. Pharmacological therapies for management of opium withdrawal. Cochrane Database Syst Rev. 2018 Jun 21;6:CD007522. doi: 10.1002/14651858.CD007522.pub2.

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