Opioidhaltige Schmerzpflaster bei Tumorschmerzen

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Axel Rhindt
Axel Rhindt
MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

Opioidhaltige Schmerzpflaster mit den Wirkstoffen Fentanyl und Buprenorphin sind bei Tumorschmerzen eine geeignete Therapieoption.

Opioidhaltige Schmerzpflaster – sogenannte transdermalen Systeme – bieten Krebspatienten mit starken Tumorschmerzen eine geeignete Therapieoption. Vor allem für Patienten mit Schluckbeschwerden, gastrointestinaler Passagestörung sowie konstantem Schmerzrhythmus sind einer aktuellen Studie zufolge Schmerzpflaster mit den Wirkstoffen Fentanyl und Buprenorphin – transdermalen Opioide – Mittel der Wahl, bevor invasivere Behandlungsmethoden zur Anwendung kommen.



 

Metaanalyse zu Opioidhaltige Schmerzpflaster mit Fentanyl und Buprenorphin

Etwa jeder sechste Krebspatient leidet unter starken Tumorschmerzen. Hinzu kommen verschiedene Beschwerden wie Schmerzen durch langes Liegen, Punktionen oder die Entnahme von Gewebeproben. Deswegen ist eine effektive Schmerzbehandlung von großer Bedeutung, auch damit die Patienten möglichst wenig mit zusätzlichen Injektionen, Kanülen oder starken Nebenwirkungen belastet werden und möglichst große Bewegungsfreiheit haben. Eine gute Option stellen deswegen Opioidhaltige Schmerzpflaster dar, welche die Wirkstoffe transdermal über die Haut abgeben.

In einer neuen Metaanalyse wurde die vorhandene medizinische Literatur zu Fentanyl- und Buprenorphin-Schmerzpflaster ausgewertet. Beide Wirkstoffe sind starke Opioide zur Behandlung von Tumorschmerzen und aufgrund ihrer geringen molekularen Masse, hohen Lipidlöslichkeit und guten analgetischen Effektivität für die transdermale Therapie gut geeignet. In der Metaanalyse zeigten sich bestimmte Vorteile und mögliche Anwendungsbereiche für beide Substanzen.

 

Konstante Schmerzlinderung durch Opioidhaltige Schmerzpflaster

Es zeigte sich, dass die transdermalen Systeme mit Buprenorphin und Fentanyl eine gute analgetische Wirkung und Verträglichkeit haben. Und zwar war das auch unter Berücksichtigung von Nebenwirkungen und Anwendungsbeschränkungen der Fall.

Die Schmerzpflaster erlauben beispielswiese bei Tumorschmerzen eine konstante, langfristige Schmerzlinderung. Dies geschieht mit einer kontinuierlichen, kontrollierten Freisetzung von Opioiden über 72 bis 98 Stunde. Und zwar sind sie vor allem für jene Patienten geeignet, die eine stabile Schmerzdämpfung über einen längeren Zeitraum benötigen.

Schmerzpflaster sind die erster Wahl für onkologische Patienten mit Schluckbeschwerden oder solchen, die orale  Opioide aufgrund von Nebenwirkungen nicht vertragen oder Probleme mit der Compliance haben. Transdermale Systeme bieten auch einen Vorteil in der Anwendung, da sie keinem First-pass-Effekt unterliegen und dadurch andere Arzneimittel nicht in der Resorption beeinträchtigen. Die stabile Wirkstoffkonzentration bei langen Dosierungsintervallen bedingt, dass auf Grund fehlender Plasmagipfel weniger opioidbedingte Nebenwirkungen in Erscheinung treten, wie zum Beispiel Schwindel. Da es sich hierbei um träge Systeme mit langsamer An- und Abflutung handelt, sind die Pflaster mit Buprenorphin und Fentanyl nicht zur akuten Schmerzbehandlung geeignet.



Literatur:

Ahn JS, Lin J, Ogawa S,et al.  Transdermal buprenorphine and fentanyl patches in cancer pain: a network systematic review. J Pain Res. 2017 Aug 18;10:1963-1972. doi: 10.2147/JPR.S140320. eCollection 2017.


Quelle: Österreichische Schmerzgesellschaft – Schmerzwochen 2018

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