Opioide erhöhen bei Alzheimer-Demenz die Sturzgefahr und das Risiko für Hüftfrakturen

Opioide © David Smart / shutterstock.com

Opioide – vor allem die besonders starken Schmerzmittel der Opioid-Analgetika – erhöhen das Risiko für Hüftfrakturen bei Personen mit Alzheimer-Demenz.

Bekanntermaßen können starke Schmerzmittel aus der Gruppe der Opioid-Analgetika die Sturzgefahr beziehungsweise das Sturzrisiko erhöhen. Wobei das vor allem ältere Personen betrifft. Jedoch bei Menschen mit Alzheimer-Demenz, die der Arzt Opioide verschreibt, verdoppelt bis verdreifacht sich sogar Risiko für Hüftfrakturen.

Diese Risikoerhöhung konnten finnische Wissenschaftler der Universität von Ostfinnland beim Vergleich mit Patienten mit Alzheimer-Demenz, die vor allem starke Opioide nicht einsetzten, nachweisen. Wobei das Risiko durch die Anwendung dieser Schmerzmittel in den ersten zwei Monaten höchsten war.

 

Schwache Opioide erhöhten die Sturzgefahr und damit das Risiko für Hüftfrakturen der Patienten mit Alzheimer-Demenz nicht

Die finnischen Forscher konnten schließlich auch zeigen, dass das Risiko einer Hüftfraktur zunahm, sobald die Opioid-Dosis gesteigert wurde. Wenn die Patienten mit Alzheimer-Demenz allerdings schwache Opioide wie Codein und Tramadol einsetzten, so war das Risiko für Hüftfrakturen nicht erhöht.

Die Anwendung der mäßig starken Opioide wie Buprenorphin verursachten jedoch bereits ein zweifaches Risiko. Schließlich waren die starken Opioid-Analgetika wie Oxycodon und Fentanyl im Vergleich zum Nichtgebrauch mit einem fast dreifachen Risiko assoziiert. Übrigens setzten die Patienten in dieser Studie die Wirkstoffe Buprenorphin und Fentanyl fast ausschließlich topisch in Pflasterform ein.

 

Wie Opioid-Analgetika wirken und wann sie sinnvoll eingesetzt werden sollen

Im Grunde genommen sollen Opioide den Patienten vor allem bei schweren Schmerzen Linderung bringen. Ärzte verschreiben sie einerseits dann, wenn andere Schmerzmittel nicht ausreichend stark wirken. Andererseits macht ihr Einsatz aber auch Sinn, wenn andere Organe geschont werden sollen. Denn grundsätzlich belasten Opioid-Analgetika die Organe nicht, was ein großer Vorteil nicht zuletzt bei multimorbiden Patienten auch mit Demenz ist.

Hingegen wirken Opioide auf das zentrale Nervensystem. Deswegen können Opioide die Aufmerksamkeit beeinträchtigen sowie die Patienten schläfrig machen. Es ist schon länger bekannt, dass Opioid-Analgetika das Sturzrisiko erhöhen. Schließlich kann diese Tatsache vor allem bei älteren Menschen zu Hüftfrakturen führen.

 

MEDALZ-Studie

Die Studie basierte auf Daten der der landesweit durchgeführten MEDALZ-Studie. Diese von der Universität von Ostfinnland gemachte Studie schloss 23.100 in einer Gemeinschaft lebende Personen mit Alzheimer-Krankheit in Finnland im Zeitraum 2010 bis 2011 ein.


Literatur:

Taipale H, Hamina A, Karttunen N, Koponen M, Tanskanen A, Tiihonen J, Hartikainen S, Tolppanen AM. Incident opioid use and risk of hip fracture among persons with Alzheimer’s disease, a nationwide matched cohort study. PAIN 2018. Published online Oct 12, 2018. DOI: 10.1097/j.pain.0000000000001412

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