Omega-3 und Vitamin D beeinflussen das Serotonin im Gehirn

Digitale Illustration von Serotonin und Synapsen. © Creations / shutterstock.com

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Omega-3 Fettsäuren und Vitamin D beeinflussen das im Gehirn befindliche Serotonin und damit auch das Verhalten und die Psyche.

Im Grunde genommen sind Omega-3 Fettsäuren und Vitamin D dafür bekannt, verschiedene kognitive Funktionen in Bezug auf bestimmte neurologische sowie auch bei psychiatrischen Erkrankungen zu fördern. Der genaue Mechanismus dahinter gilt jedoch bislang als ungeklärt. Laut einer Studie des Children’s Hospital Oakland Research Institute (CHORI) ist möglicherweise Serotonin die bislang unbekannte Verbindung, die dafür sorgt, dass Vitamin D und Omega-3 Fettsäuren die Symptome bei bestimmten neurologischen Erkrankungen verbessert. Rezente Studien konnten zudem einen positiven Einfluss bei psychiatrischen Störungen zeigen.

In einer vorhergehenden Studie beschäftigten sich die Forscher bereits mit der Tatsache, dass Vitamin D die Umwandlung der essenziellen Aminosäure Tryptophan zu Serotonin reguliert. Dabei galt es insbesondere zu ermitteln, inwiefern dies die Entwicklung von Autismus, speziell bei Kindern mit geringem Vitamin-D-Spiegel, beeinflusst.

In einer rezenten Studie konnten Omega-3-Fettsäuren und Vitamin D 3 im Rattenmodell in Kombination mit einer einer entzündungshemmenden Ernährung nach Neurotrauma die neuro-behavioralen Ergebnisse verbessern.

 

Gewichtiger Einfluss von Serotonin auf kognitive Funktionen und Verhalten sowie psychiatrische Erkrankungen

Aktuell untersuchten sie die Relevanz dieser Mikronährstoffe in Hinblick auf neuropsychiatrische Erkrankungen. Serotonin hat gewichtigen Einfluss auf kognitive Funktionen sowie auf unser Verhalten. Zu den bekanntesten Wirkungen des Serotonins auf das Zentralnervensystem zählen seine Auswirkungen auf die Stimmungslage. Es gibt uns das Gefühl der Gelassenheit, inneren Ruhe und Zufriedenheit. Gleichzeitig unterdrückt es insbesondere Angstgefühle, Aggressivität, Kummer und das Hungergefühl. Ein geringer Serotoninspiegel ist für bestimmte Erkrankungen, darunter Autismus, bipolare Störung, Schizophrenie und Depressionen typisch.

 

Serotoninproduktion und Funktion im Zusammenhang mit Vitamin D und Omega-3 Fettsäuren

Die eingangs zitierte Untersuchung beschreibt eine Verbindung zwischen der Serotonin-Produktion und der Serotonin-Funktion mit Vitamin D und Omega-3 Fettsäuren. Dies lässt vermuten, dass diese Mikronährstoffe dabei helfen könnten, bestimmte Gehirnfunktionen sowie auch das Verhalten zu beeinflussen.

Die Omega-3 Fettsäure Eicosapentaensäure (EPA) erhöht die Serotoninproduktion durch die Reduktion inflammatorischer Signalmoleküle im Gehirn. Und zwar sind das die sogenannten E2-Prostaglandine, die wiederum im Normalfall die Serotoninausschüttung hemmen. Die Omega-3 Fettsäure Docosahexaensäure (DHA) hat ebenfalls Einfluss auf die Aktivität diverser Serotonin-Rezeptoren, indem es dafür sorgt, dass diese für Serotonin zugänglicher sind.

Diese Arbeit weist jedenfalls darauf hin, dass niedrige Vitamin D- und Omega-3-Spiegel mit genetischen Vorgängen interagiert, darunter der Serotonin-Signalweg, der für die Entwicklung des Gehirns sowie für die soziale Kognition wichtig ist. Außerdem liefert die Untersuchung Erkenntnisse darüber, inwiefern diese Interaktionen in der Lage sind, neuropsychiatrische Erkrankungen zu beeinflussen.

 

Keine Einfluss einer Vitamin-D-Supplementierung, einer Omega-3-Fettsäure-Supplementierung und / oder eines Krafttrainingsprogramms auf die klinischen Ergebnisse bei älteren Erwachsenen: Die randomisierte klinische Studie DO-HEALTH

Aktuell bleiben die Vorteile einer Supplementierung von Vitamin D und Omega-3-Fettsäuren sowie von Krafttraining und Bewegung zur Vorbeugung von Krankheiten und körperlichen Störungen unklar. Forscher haben deswegen in der DO-Health-Studie von Dezember 2012 bis November 2014 über 2100 Erwachsenen ab 70 Jahren, die in den 5 Jahren vor der Einschreibung keine größeren gesundheitlichen Ereignisse hatten und über ausreichende Mobilität verfügten guter kognitiver Status dahingehend untersucht. Die endgültige Nachuntersuchung erfolgte im November 2017.

Im Grunde zeigte die Studie, dass bei Erwachsene ohne größere Begleiterkrankungen ab 70 Jahren die Behandlung mit Vitamin D3, Omega-3-Fettsäuren oder einem Krafttrainingsprogramm keine statistisch signifikante Verbesserungen des systolischen oder diastolischen Blutdrucks, nicht-vertebraler Frakturen, der körperlichen Leistungsfähigkeit, der Infektionsraten sowie der kognitiven Funktion brachten.


Literatur:

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Quelle: DI Alexandra Springler. Omega-3 und Vitamin D beeinflussen Serotonin. MEDMIX online 2015

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