In-vitro-Fertilisation: Omega-3-Fettsäuren und Vitamin D bei Kinderwunsch

Omega-3-Fettsäuren und Vitamin D bei Kinderwunsch zeigten Vorteile bei Reproduktion und Fruchtbarkeit. © Sompomg maleehuan / shutterstock.com

Omega-3-Fettsäuren und Vitamin D bei Kinderwunsch zeigten Vorteile bei Reproduktion und Fruchtbarkeit. © Sompomg maleehuan / shutterstock.com

Omega-3-Fettsäuren und Vitamin D zeigen für Frauen positive Effekte für bei Kinderwunsch beziehungsweise In-vitro-Fertilisation.

Seit vielen Jahren wird die bedeutende Rolle der Mikronährstoffe in der weiblichen Fruchtbarkeit beziehungsweise in der Reproduktion vermutet. Nützliche Mikronährstoffe beziehungsweise Vitalstoffe für Frauen mit Kinderwunsch sind diverse Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und sekundäre Pflanzenstoffe. Obwohl diese keine Energielieferanten sind, müssen sie durch den Stoffwechsel pflanzlicher und tierischer Organismen aufgenommen werden, da sie für katabole wie auch anabole Reaktionen von entscheidender Bedeutung sind. Auch ein Zusammenhang zwischen gesunder Ernährung und Fruchtbarkeit scheint nahe zu liegen. Vor allem zeigen mehrere Studien deutlich positive Effekte von Omega-3-Fettsäuren und Vitamin D, wenn ein Kinderwunsch besteht. Das gleiche gilt, wenn mittels In-vitro-Fertilisation künstlich befruchtet wird. In einer rezenten Studie konnten Forscher im Tiermodel dazu auch die Mechanismen zur Rolle einzelner Mehrfach ungesättigte Fettsäuren, PUFAs, aufklären.

 

Omega-3-Fettsäuren bei Kinderwunsch mittels In-vitro-Fertilisation

Bekannt ist, wenn auch bisher nur im Tierversuch, eine erhöhte Eizellqualität nach Gabe von Omega-3-Fettsäuren. Verantwortlich für diesen Effekt soll eine verbesserte Antwort der Granulosazellen auf die Gonadotropinstimulation sein. © Dabarti CGI / shutterstock.com

Jüngste klinische Daten unterstreichen die Rolle von ungesättigten Fettsäuren bei Implantation bzw. dem Entstehen einer Schwangerschaft im Rahmen einer In-vitro-Fertilisation-Behandlung.

Aufgrund positiver tierexperimenteller Versuche geht man davon aus, dass es zu erhöhter Eizell-Qualität nach Gabe von Omega-3-Fettsäuren kommt. Verantwortlich für diesen Effekt soll eine verbesserte Antwort der Granulosazellen auf die Gonadotropinstimulation sein.

Weiters vermutet die Forschung, dass für höherer Schwangerschaftsraten bei In-vitro-Fertilisation durch die Gabe von Omega-3-Fettsäuren die Verminderung des Östrogens, vor allem während einer Ovarialstimulation, schuld sei. Da ein Östrogenexzess die endometriale Wirkungsempfänglichkeit vermindern würde, wäre demnach die Verhinderung eines solchen Hormonüberschusses von Vorteil für die Implantation.

Klarheit bezüglich der Rolle einer Omega-3-Fettsäuren- und Vitamin-D-Supplementation soll in Zukunft eine große prospektive Studie erbringen (PREPARE-Trial), bei der bei Paaren, die sich einer IVF unterziehen, ein Supplementationsgetränk mit Vitamin D (10 µg/Tag) und Omega-3-Fettsäuren (2 g/Tag) mit einer Sonnenblumenöl-reichen Diät und einem Placebogetränk randomisiert verglichen werden sollen.

 

Vitamin D bei Kinderwunsch

Eine Vielzahl an Studien untermauert die Rolle des Vitamin D bei Kinderwunsch und im Zusammenhang mit der weiblichen Fruchtbarkeit. Die Vitamin-D-Serumspiegel sind positiv korreliert mit AMH-Spiegeln und eine Supplementation mit Vitamin D kann saisonale Schwankungen des Anti-Müller-Hormons (AMH) ausgleichen. Vitamin D scheint auch die FSH-Sensitivität menschlicher Granulosazellen zu beeinflussen wie auch die Progesteronproduktion und -sekretion. Die Hypovitaminose D ist mit schlechterem Ansprechen auf eine Ovarialstimulation mit Clomifen vergesellschaftet.

All diese Beobachtungen legen den positiven Effekt einer Supplementation von Vitamin D bei Kinderwunsch nahe. Es fehlen allerdings bisher randomisierte Studien, die den Beweis erbringen, dass die Gabe von Vitamin D bei Kinderwunsch tatsächlich die Fertilität erhöht. Beziehungsweise ob sich die Rate an Lebendgeburten beispielsweise nach der In-vitro-Fertilisation verbessert.

Viele Experten nehmen derzeit auch an, dass die Supplementation mit Vitamin D bei Kinderwunsch individuell adaptiert zu erfolgen hätte, um Normalwerte im Blut zu erreichen. Auch diesbezüglich ist die Datenlage allerdings mangelhaft. In jüngsten Versuchen mit Wildschafen gab es übrigens sehr vielversprechende Ergebnisse: Mit Vitamin D die Fruchtbarkeit erhöhen.

 

Mikronährstoffe supplementieren und die weibliche Fertilität

Die positive Wirkung einer zusätzlichen Gabe von Mikronährstoffen auf die weibliche Fertilität ist sehr wahrscheinlich. Und zwar lassen das verschiedene Untersuchungen vermuten. Allerdings sollte man vor allem bei einer In-vitro-Fertilisation vorher abklären, welche Mikronährstoffe wirklich die Behandlung unterstützen können.

Derzeit scheint zumindest nichts gegen eine Supplementation von Omega-3-Fettsäuren und Vitamin D bei Kinderwunsch zu sprechen. Und zwar auch im Sinne dessen, dass keine Nebenwirkungen zu erwarten sind. Wie oben erwähnt, sollte Vitamin D bei Kinderwunsch individuell dosiert werden.

Eine rezente Conchrane-Metaanalyse zu Mikronährstoffen und Antioxidantien und deren Einfluss auf die weibliche Fertilität brachte allerdings nur schwache Hinweise auf mögliche Wirkungen. Wobei sich alle untersuchten Stoffe wie Kombinationen von Antioxidantien, N-Acetylcystein, Melatonin, L-Arginin, Myoinosit, Carnitin, Selen, Vitamin E, Vitamin B-Komplex, Vitamin C, Vitamin D + Calcium, CoQ10 und Omega-3-Fettsäuren als sicher erwiesen.


Literatur:

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