Omega-3-Fettsäuren zur ­Vorbeugung von Herz-Erkrankungen

Bekannt ist, dass fischreiche Ernährung mit den Omega-3-Fettsäuren kardiovaskuläre Erkrankungen seltener macht. © Auhustsinovich / shutterstock.com

Bekannt ist, dass fischreiche Ernährung mit den Omega-3-Fettsäuren kardiovaskuläre Erkrankungen seltener macht. © Auhustsinovich / shutterstock.com

Omega-3-Fettsäuren sollen vorbeugend gegen Herz-Erkrankungen wirken, ein niedriger Omega-3-Blutspiegel gilt als Risikofaktor für kardiovaskuläre Erkrankungen.

Zahlreiche epidemiologische Arbeiten haben in der Vergangenheit gezeigt, dass eine fischreiche Ernährung kardiovaskuläre Erkrankungen unwahrscheinlicher macht. Dieser Zusammenhang wird klarer, wenn man nicht die Menge Fisch, sondern die Menge Omega-3-Fettsäuren abschätzt, die verzehrt wurden. Wenngleich aktuell eine Metaanalyse unter Einbeziehung von Langzeitstudien mit mehr als 110.000 Teilnehmern ein differenziertes Bild brachte. Die Wissenschaftler hatten keine signifikante Schutzwirkung ungesättigter Fettsäuren vor den meisten Herz-Kreislauf-Erkrankungen entdeckt, nur bei Herzrhythmusstörungen zeigten sich positive Effekte. Sehr wohl kam es aber zu einer Senkung von LDL-Cholesterin, das HDL-Cholesterin erhöhte sich aber. Im Grunde genommen sind Omega-3-Fettsäuren für unsere Gesundheit jedenfalls sehr wichtig, wenngleich der Vorteil für das Herz möglicherweise etwas geringer ist als erwartet.

 

Omega-3-Index als kardiovaskulärer Risikofaktor

Um den Spiegel der Eico­sapentaensäure und Docosa­hexaensäure im Menschen zu betrachten, eignen sich die Erythrozyten oder Vollblut. Ist der Spiegel der beiden Fettsäuren gemeinsam <4%, dann ist der plötzliche Herztod zehnmal wahrscheinlicher als bei einem hohen Spiegel von >8 % (gemessen in Erythrozyten, bezogen auf die gesamten Fett­säuren). Dazwischenliegende Spiegel bedingen ein dazwischen liegendes Risiko. Verschiedene Arbeiten betrachten diese Spiegel (»Omega-3-Index«) als kardio­vaskulären Risikofaktor.

Omega-3-Fettsäuren sind Bestandteil der Membran fast aller Zellen, kommen in verschiedenen Zellen in unterschiedlicher Menge vor, und modulieren die Funktion einiger Zellen in Abhängigkeit von der vorhandenen Menge. Im Zusammenhang mit Herz-Erkrankungen konnte man zeigen, dass Omega-3-Fettsäuren ventrikuläre und supraventrikuläre Herz-Rhythmus-Störungen vermindern können. Weiter konnte man instabile Plaques stabilisieren, das Voranschreiten der Atherosklerose der Herzkranzgefäße verlangsamen sowie die Triglyceride senken.

 

Wirkung von Omega-3-Fettsäuren auf das Herz in großen randomisierten Interventions­studien

In großen randomisierten Interventionsstudien mit klinischen Endpunkten haben sich Omega-3-Fettsäuren in einer Tagesdosis zwischen 850 und 1800 mg bewährt. Bei kardiovaskulären Risikopatienten verlängerten Omega-3-Fettsäuren dabei das Leben und verminderten kardiovaskuläre Komplikationen.

Während bei den europäischen Herz-Studien besonders der plötzliche Herztod vermindert wurde, konnten Omega-3-Fettsäuren in einer japanischen Studie nicht-tödliche kardiovaskuäre Ereignisse vermindern. Interessanterweise wurden in der japanischen Studie insgesamt nur wenige plötzliche Herztode beobachtet. Obwohl das Risikofaktorenprofil der Studienteilnehmer in Japan dem der europäischen Studienteilnehmer glich. Es ist bekannt, dass Japaner hohe Omega-3-Fettsäurespiegel haben.


Literatur:

Innes JK, Calder PC. Marine Omega-3 (N-3) Fatty Acids for Cardiovascular Health: An Update for 2020. Int J Mol Sci. 2020 Feb 18;21(4):1362. doi: 10.3390/ijms21041362. PMID: 32085487; PMCID: PMC7072971.


Quelle: Omega-3-Fettsäuren in der ­kardiovaskulären Prävention. Prof. Dr. med. C. von Schacky. MEDMIX 01–02/2007, S82-83.

Die mobile Version verlassen