Dienstag, April 16, 2024

NSAR-Schmerzmittel bei COVID-19 ohne höheres Risiko

Nichtsteroidale entzündungshemmende Schmerzmittel (NSAR) wie Ibuprofen führen nicht zu schlechteren COVID-19-Krankheitsverläufen.

Die Verwendung von nichtsteroidalen Schmerzmittel (Antiphlogistika, NSAR) wie Ibuprofen führt laut einer neuen Beobachtungsstudie mit mehr als 72.000 Menschen nicht zu höheren Todesraten oder schweren Erkrankungen bei Patienten, die mit COVID-19 ins Krankenhaus eingeliefert werden. Zu Beginn der Corona-Pandemie im ersten Quartal 2020 gab es dazu einige Bedenken von Forschern.

 

NSAR-Schmerzmittel bei rheumatischen Erkrankungen

NSAR-Schmerzmittel sind übliche Behandlungen für akute Schmerzen und rheumatischen Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis und Osteoarthrose. Zu Beginn der Pandemie gab es eine Debatte darüber, ob der Konsum solcher Schmerzmittel, allen voran Ibuprofen, die Schwere von COVID-19 erhöht. Das führte zu wichtigen Untersuchungen zu NSAR-Schmerzmittel und deren Verwendung während der Corona-Pandemie ab dem Frühjahr 2020.

 

NSAR-Schmerzmittel erhöhte nicht die COVID-19 Mortalität

Die ISARIC CCP-UK-Studie (International Severe Acute Respiratory and emerging Infection Consortium Clinical Characterisation Protocol United Kingdom), die größte ihrer Art, liefert eindeutige Beweise dafür, dass die permanente Anwendung von NSAR-Schmerzmittel bei Patienten mit COVID-19 sicher ist.

In der Studie starb rund ein Drittel der Patienten, die vor der Krankenhauseinweisung für COVID-19 NSAR eingenommen hatten, eine ähnliche Rate hatten bei Patienten ohne NSAR. Bei Patienten mit rheumatologischer Erkrankung erhöhte die Verwendung von NSAR-Schmerzmittel die COVID-19 Mortalität nicht.

Jedenfalls konnte Prof. Ewen Harrison von der Universität Edinburgh und Hauptautor der Studie hierzu beruhigen. „NSAR-Schmerzmittel werden häufig zur Behandlung von Menschen auf der ganzen Welt bei einer Reihe von Erkrankungen eingesetzt. Von leichten Schmerzen bis hin zu chronischen Erkrankungen wie Arthritis und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Viele Menschen verlassen sich darauf, dass sie damit ihre täglichen Aktivitäten ausführen können. Als die Pandemie vor über einem Jahr begann, mussten wir sicher sein, dass diese häufigen Schmerzmittel bei Menschen mit COVID-19 nicht zu schlechteren Ergebnissen führen. Wir haben jetzt klare Beweise dafür, dass NSAR-Schmerzmittel in der Corona-Pandemie sicher angewendet werden können. Das bringt sowohl Ärzten als auch Patienten die Gewissheit, dass NSAR weiterhin auf die gleiche Weise wie vor Beginn der Pandemie angewendet werden können.“


Literatur:

Thomas M Drake, Cameron J Fairfield, Riinu Pius, Stephen R Knight, Lisa Norman, Michelle Girvan, et al. Non-steroidal anti-inflammatory drug use and outcomes of COVID-19 in the ISARIC Clinical Characterisation Protocol UK cohort: a matched, prospective cohort study. The Lancet Rheumatology. Open Access. Published: May 07, 2021DOI:https://doi.org/10.1016/S2665-9913(21)00104-1

Little P. Non-steroidal anti-inflammatory drugs and covid-19. BMJ. 2020 Mar 27;368:m1185. doi: 10.1136/bmj.m1185. PMID: 32220865.

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