Nikotinfreie und Nikotinhaltige e-Zigarette verbesserten die Gefäßfunktion

Die e-Zigarette – nikotinfreie und nikotinhaltige – bringt auch positive Effekte. © RPM.Photo / shutterstock.com

Die Nikotinfreie und Nikotinhaltige e-Zigarette verbessert die Gefäßfunktion – innerhalb eines Monats nach Wechsel von Tabakzigaretten.

Unter dem Strich gewinnen e-Zigaretten und Tabakerhitzern weltweit an Bedeutung. Dabei gibt es unterschiedlichste Diskussionen von Befürwortern und Gegnern, die meistens keine wissenschaftliche Auseinandersetzung darstellen. Im Grunde genommen zeigen die nikotinfreie sowie die Nikotinhaltige e-Zigarette jedenfalls in zahlreichen Untersuchungen wichtige positive Effekte für Raucher. Schon unlängst berichteten wir über eine Studie, in der Betroffene mit e-Zigarette effektiver mit dem Rauchen aufhören konnten.

 

Pro und Kontra

Eine aktuelle Studie der Universität Mainz mit 20 gesunden Rauchern im Alter von 34 ± 10 Jahren zeigt 15 Minuten nach dem Konsum einer nikotinhaltigen e-Zigarette akute Effekte auf die Gefäßfunktion. Diese verschlechtert sich. Es fehlt allerdings eine Kontrollgruppe und es fehlen Langzeitbeobachtungen.

Eine aktuelle Studie der Universität Dundee, Schottland, mit 114 Rauchern im Alter von 40 – 53 Jahren, die mindestens seit zwei Jahren rauchen, vergleicht in drei getrennten Gruppen, die zufällig eingeteilt wurden, entweder Papierzigaretten, E-Zigaretten oder nikotinfreie E-Zigaretten zu konsumieren, den Effekt auf die Gefäßfunktion.

Die Studie zeigt, dass sich diese innerhalb eines Monats nach dem Wechsel von einer Tabakzigarette auf eine e-Zigarette signifikant verbessert. Dabei war es egal, ob eine Nikotinfreie oder eine Nikotinhaltige e-Zigarette verwendet wurde.

 

Schlechtere Ergebnisse prominenter veröffentlicht

Die selektive Wahrnehmung schlechter Ergebnisse führt dazu, dass die Studie aus Mainz in der Deutschen Presse vielfach wiedergegeben und als das Ende der e-Zigarette angesehen wurde. Dabei zeigt die Studie lediglich akute Effekte des Nikotins, wie sie auch bei Genuss eines Nikotinkaugummis auftreten. Und wie sie schon 1988 von Wissenschaftlern aus Zürich aufgezeigt worden waren.

Die Ergebnisse der Studie aus Dundee wurde jedoch seltener veröffentlicht. Sie versuchte, die Fragen zum Nutzen eines langfristigen Wechsels der Raucher von klassischen Verbrennungszigaretten auf e-Zigaretten zu beantworten. Es gab dabei zwei Kontrollgruppen. Eigentlich müssten Raucher stärker über die positiven Ergebnisse der verbrennungsfreien Alternative zur Papierzigarette aufgeklärt werden. Doch die Berichterstattung dazu war bescheiden.

 

Nikotinfreie und Nikotinhaltige e-Zigarette bringen gesundheitlichen Nutzen

Mit den positiven Ergebnissen zum gesundheitlichen Nutzen von e-Zigaretten für Raucher steht die Studie aus Dundee nicht alleine da. Im Jahr 2018 publizierten Wissenschaftler der Universität Catania (Italien) zusammen mit englischen Kollegen, dass bei 22 lungenkranken Patienten mit COPD, die vollständig auf eine e-Zigarette umstiegen, im Vergleich zu 22 COPD-Patienten, die nicht vollständig wechselten, sich zwar die Lungenfunktion nicht besserte, aber die erste Gruppe innerhalb von drei Jahren signifikant weniger Verschlimmerungen aufwies.

Die Patienten mit e-Zigarette hatten auch ein bessere Leistungsfähigkeit im 6-Minuten-Gehtest. Schließlich zeigten sie auch weniger klinische Symptome wie Husten und Schlafstörungen.

Eine amerikanische Studie des National Health Interview Surveys (NHIS) mit 33.028 Teilnehmern in 2016 und 26.742 in 2017, berichtete im September 2019, dass der Gebrauch einer e-Zigarette im Gegensatz zum Rauchen von herkömmlichen Zigaretten, Hypertonus, Hypercholesterolinämie, Diabetes und im Alter das Risiko für einen Myokardinfarkt innerhalb eines Jahres nicht erhöht.

 

Kritik an den negativen Ergebnissen

International sieht man den Wert der Mainzer Studie daher skeptisch. Auf der Webseite des britischen Science Media Centre schreibt Peter Hajek, Director of the Tobacco Dependence Research Unit an der Queen Mary University of London:

„Die Autoren haben zwei Effekte festgestellt. Nikotin aus e-Zigaretten erzeugte bei menschlichen Rauchern eine typische akute stimulierende Wirkung. Diese ist ähnlich wie nach dem Kaffeetrinken. Bei Mäusen und in Gewebeproben wirkte Acrolein, eine Chemikalie, die beim Frittieren von E-Liquids entstehen kann, schädlich. Dies ist jedoch für Menschen nicht relevant. Beim Erhitzen von E-Liquids entsteht diese Chemikalie, dies erzeugt jedoch auch einen abstoßenden Geschmack den Dampfer meiden. Menschliche Dampfer haben einen Acroleinspiegel, der ähnlich wie bei Nichtrauchern und viel niedriger ist als bei Rauchern.“

 

Rauchen ist schädlich und Nichtrauchen stellt die beste Alternative dar

Jugendliche müssen vor dem Konsum aller Rauchwaren oder Tabakwaren, einschließlich Shisha, geschützt werden. Aber das deutsche Gesundheitssystem, das viel Geld in die Behandlung von gefäß-, lungen- und tumorerkrankten aktiven Rauchern steckt, brauchte eine ehrliche Auseinandersetzung mit den möglichen Vorteilen der Risikoreduktion durch verbrennungsfreie Alternativen. Dies sollten alle, die über dieses Thema berichten, berücksichtigen. Dann wäre ein erster Schritt getan.


Literatur:

Michel C, Hasenfratz M, Nil R, Bättig K. Cardiovascular, electrocortical, and behavioral effects of nicotine chewing gum. Klin Wochenschr. 1988;66 Suppl 11:72-9.

Farsalinos KE, Polosa R, Cibella F, Niaura R. Is e-cigarette use associated with coronary heart disease and myocardial infarction? Insights from the 2016 and 2017 National Health Interview Surveys. Ther Adv Chronic Dis. 2019 Sep 27;10:2040622319877741.

Polosa R, Morjaria JB, Prosperini U, Russo C, Pennisi A, Puleo R, Caruso m, Caponnetto P. Health effects in COPD smokers who switch to electronic cigarettes. A retrospective-prospective 3-year follow-up. Int J Chron Obstruct Pulmon Dis. 2018; 13: 2533-2542.

George J, Hussain M, Vadiveloo T, Ireland S, Hopkinson P, Struthers AD, Donnan PT, Khan F, Lang CC. Cardiovascular Effects of Switching From Tobacco Cigarettes to Electronic Cigarettes. JACC https://doi.org/10.1016/j.jacc.2019.09.067


Quelle: Medical Data Institute GmbH: https://www.md-institute.com/de/

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