Niedriger Blutdruck bietet Schutz gegen Schlaganfälle

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Niedriger Blutdruck kann vor Schlaganfall schützen. Vorbeugung und Behandlung von Bluthochdruck könnten jährlich hunderttausende Schlaganfälle vermeiden.

Unter dem Strich verursacht Bluthochdruck heutzutage bei uns nicht einmal mehr jeden vierten Schlaganfall. Denn sehr viele Menschen setzen mittlerweile auf einen gesunden Lebensstil und prüfen deswegen auch regelmäßig den Blutdruck. Und niedriger Blutdruck kann bekanntlich dabei helfen, die meisten Schlaganfälle zu vermeiden. So hat beispielsweise unlängst die weltweit durchgeführte INTERSTROKE-Studie erstmals gezeigt, dass Bluthochdruck mit Abstand der wichtigste Risikofaktor ist.

Sehr viele betroffene Patienten müssen nach dem Schlaganfall lebenslange Behinderungen hinnehmen. Dies führt auch häufig zu einem Verlust der Selbstständigkeit. Deswegen ist es auch von großer Bedeutung, dass die Bevölkerung über die Risikofaktoren für einen Schlaganfall bescheid weiss.

 

Was Schlaganfälle verursacht

Im Grunde genommen entstehen Schlaganfälle entweder durch eine akute Durchblutungsstörung im Gehirn oder eine Hirnblutung. Beispielsweise geht man davon aus, dass in etwa 85 Prozent der Fälle ein Blutgerinnsel in einer Hirnarterie akut verschließt. Bei den anderen 15 Prozent verursacht das Platzen eines Blutgefäßes eine Hirnblutung.

Dann kommt es schlagartig zu Funktionsausfällen des Gehirns mit Lähmungen oder Muskelschwächen auf einer Körperhälfte oder auch im Gesicht. Infolge kann man den symptomatisch hängenden Mundwinkel beobachten. Weiter sind auch Sprach-, Sprech- oder Sehstörungen sowie Gangunsicherheit und Schwindel häufig. Außerdem können äußerst starke Kopfschmerzen auftreten und später können Schluckstörungen hinzukommen.

Nicht nur niederiger Blutdruck, sondern vor allem auch ein gesunder Lebensstil senkt die PAR-Werte

Die meisten Menschen mit einem Schlaganfall lebten vor der Erkrankung viele Jahre lang mit Blutdruckdruck. Wobei die sogenannte arterielle Hypertonie seit langem als einer der wesentlichen Risikofaktoren für Schlaganfall bekannt ist. Die INTERSTROKE-Studie war eine weltweite Studie, die die Daten aus 32 Länder aus allen Kontinenten beinhaltete.

Dabei errechneten die Forscher das sogenannte assoziierte Risiko – Population Attributable Risk, PAR. Diese Berechnung zeigt an, welchen Anteil aller Schlaganfälle man durch die Vermeidung eines Risikofaktors verhindern könnte. Für die arterielle Hypertonie ermittelten die Forscher ein PAR von 47,9 Prozent. Dies bedeutet, dass weltweit vorbeugend niedriger Blutdruck fast jeden zweiten Schlaganfall vermeiden könnte. Dazu ist es notwendig, dass die Patienten den Bluthochdruck – gegebenenfalls auch medikamentös – konsequent behandeln.

Ein niedriger Blutdruck kann auch oft nur mit einem gesunden Lebensstil erreichen. Beispielsweise sollte man die wichtigsten Risikofaktoren der arteriellen Hypertonie wie Bewegungsmangel, ungesunde Ernährung, Übergewicht sowie Rauchen vermeiden. Denn diese ergeben ebenfalls erhöhte PAR-Werte und bringen allgemein viele gesundheitlichen Nachteile. Gemeinsam mit Herzerkrankungen, Diabetes, Alkohol, Stress sowie erhöhten Blutfetten verursachen diese zehn Risikofaktoren 90 Prozent aller Schlaganfälle.

Literatur:

O’Donnell MJ et al. Global and regional effects of potentially modifiable risk factors associated with acute stroke in 32 countries (INTERSTROKE): a case-control study. Lancet 2016; 388 (10046):761-75, http://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(16)30506-2/abstract

Heuschmann PU et al., Akt Neurol 2010; 37: 333–340


Quelle: Deutsche Hochdruckliga (DHL®)

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Dr. Darko Stamenov

MEDMIX-Redaktion, Projektleiter, AFCOM Digital Publishing Team

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