Nicht immer Bier: Hopfen als Arzneipflanze

0

Er ist nicht nur im Brauereiwesen sehr beliebt. Die Arzneipflanze Hopfen hilft bei Verdauungsstörungen, bei Schlaflosigkeit und bei anderen nervösen Störungen.

Der Hopfen – Humulus lupulus – gehört zur Familie der Hanfgewächse (Cannabaceae) und kommt in Mitteleuropa, vorwiegend in Deutschland und Österreich vor. Er wächst in Kulturen und kommt auch aus China und den USA. Nur weibliche Pflanzen vermehren sich vegetativ. Schließlich ist Hopfen auch der zweite Bestandteil, der für den teils bitteren Geschmack unseres Bieres bedeutend ist. Weiters bildet er auch den angenehmen Gegensatz zur Süße des Malzes.

Der Hopfen wächst als 3 bis 6 m hohe (in Kultur bis über 10 m wachsende), rechtswindende Liane mit gegenständigen, handförmig eingeschnittenen Blättern. Männliche Blüten sind grün und wachsen in lockeren Rispen. Weibliche Blüten sind grünlich-gelb und stehen in zapfenartigen, scheinährigen Blütenständen, den sog. „Dolden“ oder Hopfenzapfen. Die Arzneipflanze blüht im September und Oktober, riecht kräftig würzig und hat einen bitterem Geschmack.

Hopfen enthält eine Vielzahl von Bitter- und Aromastoffen, außerdem ätherische Öle und Harze. Hervorzuheben ist der Bitterstoff Humulon und die Mono- und Sesquiterpene des ätherischen Öles.

Hopfentee zubereiten

Auch zahlreiche Teegemische enthalten Hopfenzapfen. Um einen reinen Hopfentee zuzubereiten werden 0,5 g zerkleinerte Hopfenzapfen mit kochendem Wasser übergossen und bedeckt stehen gelassen; nach 10-15 min. abseihen und lauwarm trinken.

Es gibt Hopfen als geschnittene Drogen, Drogenpulver oder Trockenextraktpulver. Er ist in Aufgüssen, Abkochungen oder andere Zubereitungen enthalten – als flüssige und feste Darreichungsformen zur innerlichen Anwendung. Schließlich schätzen die Konsumenten auch Hopfentee und Hopfenkissen.

Der Hopfenextrakt ist als pflanzliches Arzneimitten auch vereinzelt in Monopräparaten zu finden. Bekannter sind aber dutzende Kombinationspräparate zur Anwendung als Beruhigungs-, Nerven- und Schlafmittel.

Grundsätzlich hilft Hopfen gegen Schlaflosigkeit und anderen nervösen Störungen sowie bei Verdauungsstörungen. Er wirkt leicht beruhigend und schlaffördernd, antibakteriell, appetit- und verdauungsanregend sowie als mildes Magenbittermittel.

 

Hopfenzapfen in Kombination mit der Baldrianwurzel

Hopfen ist eine verhältnismäßig junge Arzneipflanze, die in der Antike noch nicht medizinisch verwendet wurde. Die Arzneipflanze kommt in den letzten Jahrzehnten aber immer öfter als pflanzliches Medikament zum Einsatz. Wobei sich Hopfen erst im 20. Jahrhundert zusammen mit dem Baldrian als Arznei etablierte.

Häufig ist der Hopfenextrakt gemeinsam mit Baldrian und Melisse sowie der Passionsblume als Bestandteil von Beruhigungs-, Nerven- und Schlafmittel zu finden. Die Extraktion mit Alkohol bei der Herstellung verstärkt seine Wirkung.

Die Extrakte aus Hopfenzapfen in Kombination mit Baldrianwurzel sind heutzutage schließlich die häufigste Darreichungsform bei pflanzlichen Schlaf- und Beruhigungsmittel. Hierzu konnten klinische Prüfungen der jüngsten Vergangenheit auch zeigen, dass diese Kombination in der Behandlung von Unruhezuständen und Einschlafstörungen effektiv und sinnvoll ist.

CAVE. Die frischen Hopfenzapfen können bei Hautkontakt zu Hautreizungen bzw. zu Allergien führen. Schließlich sind aber keine weiteren Wechselwirkungen mit anderen Mittel bekannt. Übrigens sollten Hopfenzubereitungen vor Licht geschützt und kühl – nicht länger als 1 Jahr – aufbewahrt werden.


Quelle: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16360942

Share.

About Author

Lena Abensberg

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

Comments are closed.