Neurodermitis kann bei Kindern Schlafstörungen verursachen

Viele Kinder mit Neurodermitis leiden an Schlafstörungen. Vor allem die Schlafqualität ist oft beeinträchtigt. © Ruslan Huzau / shutterstock.com

Kinder mit Neurodermitis können während der gesamten Kindheit an Schlafstörungen leiden – dies gilt vor allem für die Schlafqualität, in jüngeren Jahren aber auch für die Schlafdauer.

Schon länger ist bekannt, dass Neurodermitis mit Schlafstörungen in Verbindung stehen. Wobei Schlafstörungen häufiger bei Kindern mit schwererer Erkrankung traten. Vor allem, wenn zusätzlich Asthma oder allergische auftraten. Allerdings scheint das Risiko für Schlafstörungen auch bei Kindern mit leichter und inaktiver Neurodermitis erhöht zu sein.

 

Zusammenhang Neurodermitis und Schlafstörungen

In einer Längsschnittstudien haben Wissenschaftler 13.988 Kindern mit Neurodermitis auf Schlafstörungen im Baby- und im späten Kindesalter untersucht. Wobei man sie über eine mittlere Dauer von 11 (5 bis 14) Jahren beobachtete. Dabei zeigte sich ein Zusammenhang von Neurodermitis und Schlafstörungen über die gesamte Kindheit hinweg. Die Schlafqualität war dauerhaft beeinträchtigt. Das galt jedoch nicht für die Schlafdauer.  Längsschnittstudien wollen im Grunde genommen einen zeitlichen Zusammenhang herleiten, das heißt, dass die Forscher jeden Probanden mehrmals nacheinander untersuchen.

 

Ärzte müssen Maßnahmen setzen, um die Schlafqualität zu verbessern

Diese Ergebnisse legen nahe, dass Ärzte die Schlafqualität bei allen Kindern mit Neurodermitis berücksichtigen müssen. Das gilt insbesondere bei Kindern mit zusätzlichem Asthma oder allergischer Rhinitis und schwerer Erkrankung. Hier sind Maßnahmen notwendig, um die Schlafqualität verbessern zu können.

Die Forscher nehmen an, dass vor allem der Juckreiz (Pruritus) für die Schlafstötungen verantwortlich ist. Bekanntlich ist ja Juckreiz eine der wichtigsten Beschwerden bei Neurodermitis (atopischer Dermatitis). Dementsprechend könnten hier lindernde Maßnahmen vor dem schlafen gehen Sinn machten.

 

Tipps zur Verbesserung der Schlafqualität

Es gibt verschiedene Gründe, warum der Juckreiz in der Nacht stärker ist. Das können der körpereigene Kortisonspiegel aber auch das Umfeld und die Ruhe. Der höhere Kortisonspiegel wirkt tagsüber gegen den Juckreiz. Er sinkt dann aber im Laufe der Nacht kontinuierlich ab und verstärkt die Beschwerden. Man kann am Tag mit dem Juckreiz leichter leben. Denn es gibt bessere Ablenkungen mit verschiedenen Aktivitäten.

Schlecht ist auch eine zu hohe Raumtemperatur beim Schlafen. Zudem muss man auf Staub im Zimmer achten sowie die geeignete Bettwäsche verwenden. Denn zuviel Wärme und eine mögliche Schweißbilden begünstigen ebenfalls den Juckreiz. Deswegen sollte man im Schlafzimmer keinesfalls mehr als 20 °C Raumtemperatur haben. Im Grunde genommen sollten bei empfindlicher Haut weder die Schlafkleidung noch die Bettwäsche zu warm und zu rau sein. Wichtig sind auch atmungsaktive Materialien (Baumwolle).

Man kann den Eltern auch raten, dass sie die Fingernägel der Kinder kurz schneiden und feilen. Eine andere Möglichkeiten sind auch Baumwollhandschuhe zum Schlafen, um das Kratzen abzumildern.

Unter dem Strich sollte man die Haut Ihres Kindes schonend reinigen und pflegen. Wichtig ist dass die Haut genügend Fett und Feuchtigkeit bekommen und dass die Pflegeprodukte keine Duftstoffe enthalten. Wobei zum Waschen meistens klares Wasser reicht. Übrigens sollten gerade ältere Kinder eher kühl Duschen als zu lange zu baden. Jedenfalls muss man darauf achten, dass Salbenrückstände, Schweiß und Bakterien täglich konsequent entfernt werden. Im Grunde genommen kann häufiges Eincremen die Beschwerden lindern. Hierzu empfehlen Deermatologen gerne gekühlte Salben. Diese sollte man durchaus bis zu sechs Mal täglich auftragen.


Literatur:

Faustine D. Ramirez, Shelley Chen, Sinéad M. Langan, Aric A. Prather, Charles E. McCulloch, Sharon A. Kidd, Michael D. Cabana, Mary-Margaret Chren, Katrina Abuabara. Association of Atopic Dermatitis With Sleep Quality in Children. JAMA Pediatr. 2019 May; 173(5): e190025. Published online 2019 Mar 4. doi: 10.1001/jamapediatrics.2019.0025

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