Neue Anwendungen für Botulinumtoxin in der Ästhetischen Dermatologie

Eine Vielzahl von unterschiedlichsten Anwendungen von Botulinum und Kombinationstherapien steht zur Verbesserung von Mimikfalten, Volumenmangel und der Hautstruktur zur Verfügung. © Robert Przybysz / shutterstock.com

Ästhetischen Dermatologie: Botulinumtoxin-Anwendungen und Kombinationen bieten größeres Behandlungsspektrum und individuelle Angebote.

Auch immer mehr jüngere Menschen setzen auf ästhetische Verfahren, um ein Altern mit möglichst wenig Falten zu erreichen. Dies hat große Auswirkungen auf das Gebiet der Ästhetischen Dermatologie. Die rasche Entwicklung neuer Indikationen und Füllstoffe erfordert einen kritischen Umgang mit den verfügbaren Substanzen, insbesondere in Bezug auf Nebenwirkungen und Langzeiteffekte. Anwendungen mit Botulinumtoxin A gehören dabei zu den bevorzugten Behandlungen für Falten infolge des Gesichtsausdrucks. Wobei man heutzutage statt der Behandlung einzelner Falten ganzheitliche Behandlungsaspekte in den Vordergrund gerückt. So stehen gegenwärtig zahlreiche, unterschiedliche Anwendungen mit Botulinumtoxin und Kombinationstherapien zur Verbesserung von Mimikfalten, Volumenmangel und Hautstruktur dem Dermatologen zur Verfügung.

 

Botulinumtoxin, Filler und andere Anwendungen im Einsatz

Das Verständnis um den komplexen Alterungsprozess des menschlichen Gesichts hat sich in den letzten Jahren zunehmend vertieft, dementsprechend haben sich auch die Botulinum-Therapien verändert. Während früher in erster Linie die Glabellaregion, Stirnregion und die periorbitalen Falten mit Botulinum behandelt wurden, wird Botulinum inzwischen auch zur Verbesserung von Nasenfalten („bunny lines“), Oberlippenfalten, sogenannten Wangenknitterfältchen, Kinnfalten oder Platysmafalten eingesetzt.

Injizierbare Füllsubstanzen wie Filler werden neben der Augmentation einzelner, nicht durch Mimik hervorgerufener Falten (Nasolabialfalte, Marionettenfalten auch zur Neudefinierung des Gesichtsvolumens und zur Konturierung eingesetzt. Die unterschiedlichen Filler unterscheiden sich z.T. stark in Ursprung, Dauer des Effekts und Abbauverhalten. Je nach verwendetem Material können Injektionstiefe und Risikoprofil zum Teil deutlich variieren.

Das sogenannte Fadenlifting kommt wieder häufiger zum Einsatz. Hierbei werden in lokaler Anästhesie – heutzutage vornehmlich – resorbierbare Fäden aus verschiedenen Materialien im Bereich des subkutanen Fettgewebes oder der Dermis eingebracht, wodurch die Haut gestützt und angehoben wird. Je nach Material stehen entweder vorrangig die Stimulation von Fibroblasten zur Kollagenproduktion entlang des Fadens im Vordergrund und/oder der vielbeworbene Liftingeffekt.

 

Dehnungsstreifen, Narben, Äderchen & Co

Für ähnliche Indikationen kann alternativ der fokussierte Ultraschall eingesetzt werden. Dieser erzeugt zielgenau eine ausreichende Hitze, die zu einer durchaus überzeugenden Hautstraffung führt. Im Rahmen des Alterungsprozesses entstandene aktinische Veränderungen, Äderchen und Pigmentunregelmäßigkeiten lassen sich mit unterschiedlichen Lasern (Er:YAG, Farbstoff, QS-Rubin Laser, Picosekundenlaser) oder mittels Blitzlampe (IPL) behandeln.

Neben Peelings, Radiofrequenz und Medical Needling stehen zur Verbesserung der Hautqualität heute  verschiedene Lasersysteme mit unterschiedlichen Wellenlängen zur Verfügung. Immer öfter kommen auch fraktionierte Laser im nicht-ablativen beziehungsweise ablativen Bereich zur Anwendung. Durch die Aufteilung des Laserstrahls in viele tausend einzelne Bereiche entstehen tausende mikrothermale Behandlungszonen. Umgeben sind diese stets von gesundem Gewebe, was zu einer schnelleren Heilung führt und – verglichen mit konventionellen ablativen Lasern – deutlich kürzere Ausfallzeiten ermöglicht. Die gezielten Gewebsschädigungen stimulieren die Bildung von neuen Kollagenfasern und die geschädigten Zellen werden abgestoßen. Diese relativ neue Technologie ermöglicht erstmals auch vielversprechende Behandlungsmöglichkeiten für Dehnungsstreifen und Ritznarben.

Der sogenannte fraktionierte CO2-Laser kommt im Bereich der Narbentherapie immer häufiger als Goldstandard für die Behandlung von hypertrophen (Verbrennungs-) Narben zur Anwendung. Ähnliches gilt für intraläsional appliziertes 5-Fluorouracil (evtl. in Kombination mit Kortikosteroiden), welches nun v.a. bei Therapie-resistenten Keloiden an Bedeutung gewinnt.

Heute gibt es im ästhetischen Bereich und bei Narbenbehandlungen einen deutlichen Trend zu Kombinationsbehandlungen – der Trend zu Verfahren im Bereich des »body contourings« wird immer beliebter.


Literatur:

Wollina U, Goldman A. Botulinum toxin A and/or soft tissue fillers for facial rehabilitation. Wien Med Wochenschr. 2017 Mar;167(3-4):92-95. English. doi: 10.1007/s10354-016-0512-8. Epub 2016 Sep 15. PMID: 27631872.

Rauch L, Ruzicka T. Asthetische Dermatologie. Botulinumtoxin A und Implantatmaterialien [Aesthetic dermatology. Botulinumtoxin A and soft tissue augmentation]. Hautarzt. 2004 Jul;55(7):621-9. German. doi: 10.1007/s00105-004-0730-7. PMID: 15103418.

Die mobile Version verlassen