Myokarditis durch verschleppte Grippe

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Vorsicht: Eine Myokarditis (Herzmuskelentzündung) kann sich als Folge einer verschleppten Grippe oder vermeintlich banaler Virus-Infekte entwickeln.

Derzeit treten sehr häufig grippale Infekte auf. Gerade Menschen, die sich viel bewegen und Sport treiben oder solche, die im Beruf stark unter Zeit- und Leistungsdruck stehen, versäumen es oftmals, sich nach einer Grippe zu schonen. Für das Herz wird es dann gefährlich, wenn jemand noch krank oder auch nur geschwächt wieder Vollgas gibt, Sport treibt oder sich anderen körperlichen sowie stressigen Belastungen aussetzt. Auch bei vermeintlich banalen Erkrankungen wie z. B. einem grippalen beziehungsweise Virus-Infekt der Atemwege oder des Magen-Darm-Traktes kann der Herzmuskel in Mitleidenschaft gezogen werden und eine Myokarditis entstehen.

 

Myokarditis oft unbemerkt

Bei einer oft nicht bemerkten Herzmuskelentzündung, der sogenannten Myokarditis, kann eine starke körperliche Belastung fatal für das Herz sein. Es kann sich ein ernsthafte Herzschwäche entwickeln und im schlimmsten Fall droht sogar der plötzliche Herztod. Deshalb sollte man bei einer Grippe und anderen viralen oder bakteriellen Infektionen mit Sport und anderen körperlichen Belastungen auf jeden Fall warten, bis Fieber und andere Symptome wie Husten, Abgeschlagenheit und Gliederschmerzen abgeklungen sind und man sich wieder wohlfühlt – die Gefahr einer Myokarditis besteht auch bei harmloseren Infekten, bei denen beispielsweise kein oder nur geringes Fieber vorkommt. Daher empfehlen Experten Schonung während der akuten Erkrankung.

 

Woran man eine Myokarditis erkennt

Viren können nicht nur die Atemwege oder den Magen-Darm-Trakt, sondern auch gleichzeitig den Herzmuskel infizieren. So sind Virusinfektionen in Europa die häufigste Ursache einer Myokarditis, wobei auch andere Erreger und Erkrankungen als Auslöser in Frage kommen, wie beispielsweise Bakterien oder Pilze.

Wenn nach einer Grippe, einem grippalen Infekt oder anderer Virusinfektionen Myokarditis-Symptome wie allgemeine Schwäche, Herzrhythmusstörungen (z. B. vermehrtes Herzstolpern), Luftnot oder Schmerzen in der Brust auftreten (ähnlich wie bei einem Herzinfarkt), so sollte der Betroffene umgehend einen Arzt einschalten, um gegebenenfalls eine Herzbeteiligung frühzeitig erkennen und behandeln zu können. Problematisch ist in diesem Zusammenhang, dass kein einzelnes Symptom für eine Myokarditis spezifisch ist, deswegen müssen behandelnde Ärzte immer das klinische Gesamtbild des Patienten berücksichtigen. Der Verdacht auf eine Herzmuskelentzündung besteht besonders, wenn Beschwerden im zeitlichen Zusammenhang mit einer Virus-Infektion auftreten.

 

Myokarditis symptomatisch behandeln – sechs Monate Schonzeit

Eine kausale Therapie der Viren-assoziierten Herzmuskelentzündung gibt es derzeit noch nicht. Neben körperlicher Schonung sollten bei bestehender Herzschwäche ACE-Hemmer und Betablocker angewandt werden. Viel Ruhe, keine körperliche Belastung – auch Kleinigkeiten wie Treppen steigen, keinerlei Sport oder Ausdauertraining: Patienten mit einer gesicherten Myokarditis sollten sich auf alle Fälle sechs Monate lang konsequent schonen. Dies gilt natürlich auch für schwere körperliche Arbeit im Beruf. Sport ist erst wieder nach einer Karenzzeit von sechs Monaten möglich, wenn sich die Herzfunktion wieder komplett erholt hat.

Quelle: www.herzstiftung.de/herzmuskelentzuendung-dauer-schonung-myokarditis.html

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Rainer Muller

MEDMIX-Redaktion, Projektleiter, AFCOM Digital Publishing Team

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