Wirkung von Mutterkorn – Mutter des LSD – gegen Migräne und für Frauenbeschwerden

Das sehr giftige Mutterkorn, Basis für die Herstellung von LSD, zeigt gute Wirkung in der Frauenheilkunde und Geburtshilfe und hilft auch gegen Migräne.

Der Name Mutterkorn – Claviceps purpurea (F.) Tulasne, Clavicipitaceae – weist auf die Beziehung der Pflanze zur Gebärmutter hin, denn die Inhaltsstoffe können wie nachstehend erwähnt die Wehen anregen. Andere Namen für sind Wolfszahn, Krähenkralle, Brandkraut und Kornzapfen genannt. Bekannt ist die Wirkung von Mutterkorn vor allem auch gegen Migräne.

Das Mutterkorn war im Mittelalter immer wieder schuld an schrecklichen Epidemien mit Ergotismus und Kribbelkrankheit. Durch die Unkenntnis der Bevölkerung wurde das Mutterkorn aus dem Brotgetreide – vor allem aus Roggen – oft nicht ausgelöst. Die Vergiftungs­erscheinungen waren als Antonius­feuer gefürchtet, es gibt Berichte über mögliche Massenvergiftungen bereits aus dem Jahr 857 nach Christus.

Mit Mutterkorn verunreinigter Roggen. © Burgkirsch / CC 3.0 / Wikimedia

Der Ergotismus war also Folge des Verzehrs von Nahrungsmitteln auf, die mit Mutterkorn verunreinigt waren. Heute kennt man die Gefahr, die von Mutterkorn ausgeht, deswegen wird eine Verunreinigung von Getreideprodukten verhindert. Vor allem durch Herbizide reichen die natürlichen Vorkommen des Mutterkorns heutzutage nicht mehr aus, um den weltweiten Bedarf abzudecken. Die für den Menschen tödliche Dosis beträgt 5 bis 10 Gramm.

 

Wirkung von Mutterkorn

Die Wirkung von Mutterkorn sind auf die enthaltenen Alkaloide wie Clavine, Ergometrin, Ergin, Lysergsäuremethylcarbinolamid, Ergotamin, Ergosin, Ergocristin, α-, β-Ergocryptin oder Ergocornin zurückzuführen. In der heutigen Medizin werden die Wirkstoffe von Mutterkorn vor allem in der Frauenheilkunde, Geburtshilfe oder Migräne-Behandlung eingesetzt:

Mutterkornvergiftungen zeigen sich durch Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, massivem Speichelfluss,  Augenflimmern sowie Lähmungen und Kreislaufzusammenbruch.

 

Mutterkornalkaloide (Ergotamine)

Mutterkornalkaloide haben einen festen Platz in der Pflanzenpathologie und Toxikologie. Als Arzneimittel erfolgt ihre Beschaffung über das natürliche oder bewirtschaftete landwirtschaftliche Vorkommen vob Claviceps purpurea oder durch industrielle Fermentationsprozesse anderer Arten. Mutterkornalkaloide nennt man auch Ergotamine (Ergotamintartrat, Dihydroergotamin), die man früher sogar als Mittel der Wahl zur Therapie der Migräne einsetzte. Ursprünglich wurden Ergotamine aus dem Mutterkorn-Pilz gewonnen, ihnen wurden verschiedene Wirkungen nachgesagt.

Albert Hofmann entdeckte LSD im Rahmen seiner Forschungen mit Mutterkorn. © Stepan / CC 2.5 / Wikipedia

Die Wirksamkeit der Ergotamine bei einer Migräne sind allerdings nicht ausreichend belegt, weiter zeigen Mutterkornalkaloide keine Effekte gegen Begleiterscheinungen einer Migräne wie Übelkeit und Erbrechen. Deswegen kommen sie heutzutage eher selten bei Migräne zum Einsatz.

 

Mutterkorn und LSD

Im Rahmen von Arzneimittelforschungen mit Mutterkorn synthetisierte der Schweizer Chemiker Albert Hoffmann 1938 durch chemische Veränderung der Struktur von Lysergsäureamid das berühmt berüchtigte LSD (Lysergsäurediethylamid).

LSD wurde in Folge in der Psychotherapie eingesetzt, Doch die Karriere des LSD als Arzneimittel (unter dem Namen „Lysergid“) zur „Behandlung psychopathologischer Zustände und Alkoholsucht und zur Unterstützung von psychotherapeutischen Therapien“ war in den 50er Jahren nur von kurzer Dauer.

Nach Bekanntwerden der Nebenwirkungen wurde LSD wieder verboten, als „Wunderdroge“ eroberte sie aber rasch die Welt, vor allem viele Musiker und Künstler schätzten die bewusstseinserweiterte Droge auch im Sinne einer unterstellten gesteigerten Kreativität. Zeitlebens war LSD für Hofmann (er wurde 102 und starb 2008, geboren 1906) das „Sorgenkind“ seiner Forschungen.

 

Psychische Wirkungen von LSD

Bereits kleinste LSD-Mengen von 25 bis 300μg können zu psychischen Veränderungen führen. Sie steigern die Selbstwahrnehmung sowie das Selbst-»Bewusstsein«. Und das verändert dann die innere Wirklichkeit. Dadurch gehen die Anwender auf den sogenannten Trip. Wobei die psychischen Wirkungen meist sehr heftig eintreten.

Im Grunde genommen verändert das LSD die Stimmung und die Gefühl. Es macht Illusionen und verfälscht die Sinneswahrnehmungen, die Farben, die man sieht und die Töne, die man hört. Zudem kommt es zu Halluzinationen und Verzerrungen.

Am Höhepunkt kommt es schließlich zu Stimmungsschwankungen, zu Störungen des Denkprozesses, zu einem veränderten Zeitgefühl sowie zur Selbstentfremdung. Angst, Panik bis hin zu psychotischen Veränderungen (der »Horrortrip«) sind dann treue Begleiter.

Da es die Fähigkeit vermindert, emotionale Reaktionen unter Kontrolle zu halten, kann es dann auch zu Gewaltausbrüchen kommen. Jedenfalls führt das LSD rasch zu einer Gewöhnung. Es kommt zu psychischen Abhängigkeit sowie zu einer Toleranzentwicklung. Übrigens können möglicherweise auch bleibende Gehirnschäden. auftreten.


Literatur:

Mantle P. Comparative Ergot Alkaloid Elaboration by Selected Plectenchymatic Mycelia of Claviceps purpurea through Sequential Cycles of Axenic Culture and Plant Parasitism. Biology (Basel). 2020 Feb 25;9(3):41. doi: 10.3390/biology9030041. PMID: 32106581; PMCID: PMC7150745.

Paul L. Schiff. Ergot and Its Alkaloids. Am J Pharm Educ. 2006 Oct 15; 70(5): 98.

Thomas Miedaner, Hartwig H. Geiger. Biology, Genetics,and Management of Ergot (Claviceps spp.) in Rye, Sorghum, and Pearl Millet. Toxins (Basel). 2015 Mar; 7(3): 659–678. Published online 2015 Feb 25. doi: 10.3390/toxins7030659

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