Wichtig in der Corona-Pandemie: Mit Mundspülung und Nasenspray gegen Coronaviren und COVID-19

Vorbeugende Mundspülungen und Nasensprays verringern die Übertragung des Coronavirus und von Covid-19. © ArtOfPhotos / shutterstock.com

Vorbeugende Mundspülungen und Nasensprays verringern die Übertragung des Coronavirus und von Covid-19. © ArtOfPhotos / shutterstock.com

Wichtig in der Corona-Pandemie: Gurgeln mit Mundspülungen sowie Nasensprays können der Coronavirus-Erkrankung Covid 19 durch Verringerung der Virenlast entgegenwirken.

SARS-CoV-2 gelangt hauptsächlich über Nase und Mund in den menschlichen Körper und dringt über diese Schleimhäute dann schließlich in das Lungengewebe ein. Somit dienen die Mund- und Nasenschleimhäute als Hauptwege und Reservoire für die aerosolisierte Übertragung der Viruspartikel in die äußere Umgebung. Sie sind damit für die Übertragung von Coronavirus-Infektionen und Covid-19 verantwortlich. Mehrere Corona-Forschungen lassen dazu mittlerweile vermuten, dass vorbeugende Mundspülungen und Nasensprays die Übertragung des Coronavirus SARS-Cov-2 und von Covid 19 verringern kann.

Wobei zahlreiche Mundspülungen mit den weit verbreitete Wirkstoffen Ethanol, Chlorhexidin, Cetylpyridiniumchlorid, Wasserstoffperoxid und Povidon-Iod sowie auch verschiedene Nasensprays in Frage kommen. Manche Zubereitungen entfalten auch antimikrobielle, antivirale und antimykotische sowie entzündungshemmende Wirkungen. Möglicherweise gilt das auch für so manche Zahnpasta.

Die Nasenschleimhaut ist ein gefährdeter Bereich, in dem sich das Coronavirus aufgrund der reichlich vorhandenen Blutgefäße, Schleimdrüsen und Drüsen sehr gut ansiedeln kann. Nasenspülungen ohne Wirkstoff werden häufig als zusätzliche nicht-pharmakologische vorbeugende Strategie zur Reinigung der Nasenhöhlen empfohlen, um Antigene, Entzündungsmediatoren und Mikroorganismen wie Bakterien und Viren zu entfernen. Unter dem Strich sollen Nasensprays die Viruslast in den Nasenhöhlen verringern, was auch in der Corona-Pandemie gegen das Coronavirus SARS-Cov-2 sowie Covid 19 bedeutend ist.

 

Hoffnung in der Corona-Pandemie: Antimikrobielle Mundspülungen und Nasensprays helfen im Kampf gegen Coronaviren und der Verbreitung von Covid-19

Wenn die Menschen allgemein damit beginnen, Mund und Nase mit antimikrobiellen Mundspülungen zu spülen und mit Nasenspray zu desinfizieren, dann kann dies dazu beitragen, das Risiko einer Übertragung der Coronavirus-Erkrankung COVID-19 zu verringern. Und zwar speziell auch die Übertragung von infizierten Patienten auf andere Menschen durch Tröpfchenübertragung oder direkten Kontakt.

Die Verwendung solcher antimikrobieller Lösungen kann jedoch mit Schäden verbunden sein, die mit der Toxizität der Lösungen selbst oder mit Veränderungen der natürlichen mikrobiellen Flora des Mundes oder der Nase zusammenhängen. Das Verständnis dieser möglichen Nebenwirkungen ist besonders wichtig.

Wobei COVID-19 neben dem ernsthaften Risiko für die betroffenen Patienten auch für die behandelnden Beschäftigten im Gesundheitswesen sehr gefährlich ist. In den letzten Monaten der Corona-Pandemie empfehlen deswegen Krankenhaushygieniker den Einsatz von Mundspülungen und Nasenspray gegen Coronaviren und Covid-19. Das gilt besonders auch für zahnärztliche Praxen.

 

Nasenspray und Mundspülung können das Risiko der Coronavirus-Erkrankung COVID-19 verringern

Zahlreiche Hinweise belegen die Wirksamkeit von antimikrobiellen Mundspülungen sowie von Nasensprays gegen die umhüllten Viren, einschließlich des kürzlich identifizierten humanen Coronavirus. Mundspülungen auf Chlorhexidin- und Alkoholbasis können bei täglicher Anwendung allerdings zu Verfärbungen der Zahnoberflächen, Restaurationen und der Zunge, zu Geschmacksveränderungen, einer Zunahme der Zahnsteinbildung, Reizungen und Schleimhautschäden führen.

Im Grunde genommen sollten vor allem auch Povidon-Jod (PVP-I)-Mundspülungen vor der Zahnpflege eine praktikable Lösung sein, um die Viruslast von Covid 19 zu verringern. Beispielsweise konnte man in früheren Epidemien zeigen, dass Povidon-Jod (PVP-I)-Mundwässern im Gegensatz zu anderen Mundspülungen signifikant höhere antivirale Wirkungen bringen. Allerdings gibt es bislang keine Vergleichsuntersuchungen von Povidon-Jod mit anderen Mundspülungen im Zusammenhang mit SARS-Cov-2 und Covid 19. Experten empfehlen bei Povidon-Jod jedenfalls eine Dosis zwischen 0,2% und 2,5% viermal täglich für 15 bis 30 Sekunden.

 

Zahnpasta und Mundwasser inaktivieren 99,9% des Coronavirus, das COVID-19 verursacht

Aktuelle Laboruntersuchungen zeigen zudem, dass Zahnpasten, die Zink oder Zinn- und Mundwasserformeln mit Cetylpyridiniumchlorid (CPC) enthalten, das Coronavirus, das COVID-19 verursacht, um 99,9% neutralisieren. Die Studien sind Teil eines Colgate-Forschungsprogramms, das klinische Studien mit infizierten Corona-Patienten umfasst, um die Wirksamkeit von Mundspülungen und anderen Mundpflegeprodukten bei der Reduzierung der Virusmenge im Mund zu bewerten und möglicherweise die Übertragung des Coronavirus und Covid 19 zu verlangsamen.

Die Laborstudien, die erstmals auch die Inhaltsstoffe von Zahnpasta untersuchten, zeigten, dass Colgate Total und Meridol Zahnpasta nach zwei Minuten Kontakt 99,9% des Virus neutralisierten. Die Mundwässer von Colgate Plax, Colgate Total und Colgate Zero waren nach 30 Sekunden ähnlich wirksam. Die im Oktober abgeschlossenen Studien wurden in Zusammenarbeit mit dem Public Health Research Institute der Rutgers University und den Regional Biosafety Laboratories durchgeführt.

Die Ergebnisse bestätigen ältere Corona-Forschungsergebnisse, dass Mundspülungen, aber auch einige Zahnpasten, dazu beitragen können, die Ausbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 und COVID-19 zu verringern, indem die Virusmenge im Mund vorübergehend verringert wird.

Gleichzeitig mit der Laborstudie wurde am Albert-Einstein-Institut in Sao Paulo, Brasilien, eine von Colgate gesponserte klinische Studie mit etwa 50 Patienten mit COVID-19 im Krankenhaus durchgeführt. Diese Studie zeigte die Fähigkeit bestimmter Colgate-Mundspülungen, die Menge des Virus im Mund vorübergehend erheblich zu reduzieren.

 

Fazit

Man sollte vor allem in der Corona-Pandemie auf so wirksame Maßnahmen wie die Anwendung von Nasensprays und Mundspülungen keinesfalls verzichten. Denn damit lässt sich die Belastung durch Coronaviren verringern, was wiederum gegen Covid 19 hilft. Dazu wären weitere randomisierte klinische Studien mit unterschiedlichen Wirkstoffen bei einem großen Teil der Bevölkerung sinnvoll. Denn damit könnte man auch die am besten wirksamen Nasensprays und Mundspülungen im Kampf gegen Covid 19 überprüfen.

Wichtig gegen Covid 19 ist jedenfalls die konsequente permanente Anwendung der Behandlung mit Mundspülungen und Nasensprays. Wie lange Mundwasser-Wirkstoffe effektiv sind, ist allerdings unklar. Auch dazu sind weitere Forschungen dringend erforderlich.  Jedenfalls sollte man zumindest vor allem vor dem Schlafengehen Nasen- und Mundspülungen angemessen einsetzen.

Übrigens betonte unlängst der Wiener Intensivmediziner Prof. Christoph Wenisch, dass sogar häufiges Gurgeln mit Wasser, am besten mehrmals täglich, Sinn macht. Beispielsweise im Sinne einer raschen Anwendung, wenn keine Mundpflege im Moment eines möglichen Viruskontakts zur Verfügung steht.


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