Multimodale Schmerztherapie bei chronischen Schmerzen

Die Multimodale Schmerztherapie dauert bei Rückenschmerzen zwei bis vier Wochen, sechs Stunden täglich. © Maya2008 / shutterstock.com

Die Multimodale Schmerztherapie dauert bei Rückenschmerzen zwei bis vier Wochen, sechs Stunden täglich. © Maya2008 / shutterstock.com

Die Multimodale Schmerztherapie – ein zeit- und kostenintensives Therapiemodell – ist eine moderne, wissenschaftlich fundierte Behandlung bei chronischen Schmerzen.

Die Multimodale Schmerztherapie ist eine individuell geplante, ambulant durchgeführte spezielle Schmerztherapie, die ein zeit- und kostenintensives Behandlungsmodell darstellt, das aber nicht allen Schmerzpatienten Linderung bringt. Experten gehen davon aus, dass die multimodale Schmerztherapie für etwa jeden zehnten Patienten mit chronischen Schmerzen eine sinnvolle Behandlung wäre.

 

Multimodale Schmerztherapie bei viszeralen Schmerzen, Kopf- oder Rückenschmerzen

Besonders geeignet ist die Multimodale Therapie für spezielle Konstellationen von chronischen Schmerzen:

Bei Patienten mit Rückenschmerzen müssen die Schmerzen seit mindestens sechs Monaten bestehen, Kopfschmerz-Patienten sollten unter anderem mindestens an acht Tagen im Monat an Kopfschmerzen leiden.

Auch bei alltagsrelevanten Aktivitätseinschränkungen und einem positiven Nachweis von besonderen Risikofaktoren zur Chronifizierung wie beispielsweise einer negativen Grundhaltung zu Rückenschmerzen, familiären und Arbeitsplatzproblemen, oder einer depressive Tendenz sollte die Indikation für eine Multimodale Schmerztherapie geprüft werden.

 

Was eine Multimodale Schmerztherapie ist

Die Multimodale Schmerztherapie kann folgende Einheiten beeinhalten:

Ziel ist es, alle somatischen, psychischen und psychosozialen Ursachen der Schmerzerkrankung zu identifizieren, zu minimieren bis zu beseitigen.

Die dabei erworbenen Bewältigungsstrategien bewirken ein verändertes Schmerzerleben und eine Schmerzreduktion, was zu einer verbesserten Lebensqualität, zu verringerten Krankenständen, einer Wiedereingliederung ins Berufsleben und einer reduzierten Inanspruchnahme des Gesundheitssystems („Doctorshopping“) führt. Dieses verbesserte Selbstmanagement kann auch Rückfällen vorbeugen.


Literatur:

1 Baker M et al., Improving the current and future management of chronic pain. A European Consensus Report 2010

2 Vavrovsky, Academy for Value in Health GmbH, Impulsreferat-die Auswirkungen von chronischem Schmerz in Österreich, 4.12.2012

3 Frymoyer JW, Clin Orthop Relat Res 1992; 279:101–107

4 Hildebrandt J. Kosten und Nutzen differentieller Therapieprogramme für chronische Rückenschmerzen. 1998. In: Pfingsten M, Hildebrandt J (Hrsg.) Chronischer Rückenschmerz: Wege aus dem Dilemma. Huber, Bern Göttingen Toronto Seattle;

5 Jensen IB, Bergström G, Ljungquist T, Bodin L. A 3-year follow up of a multidisciplinary rehabilitation programme for back and neck pain. Pain 2005; 115:273-283

6 Pöhlmann K, Tonhauser T, Joraschky P, Arnold B. Die Multimodale Schmerztherapie Dachau


Quelle:

Statement Prim Univ.-Prof. Dr. Rudolf Likar, MSc, Generalsekretär der Österreichischen Schmerzgesellschaft; Vorstand der Abteilung für Anästhesiologie und Intensivmedizin und Leiter des Zentrums für Interdisziplinäre Schmerztherapie, Onkologie und Palliativmedizin (ZISOP), Klinikum Klagenfurt am Wörthersee, 15. Österreichische Schmerzwochen der ÖSG

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