Mit Repellentien Insekten erfolgreich abwehren

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Verschiedene Repellentien können Insekten erfolgreich abwehren –allen voran durch Störung des Geruchssinn, dem sogenannten olfaktorischen System.

Die Verwendung von natürlichen und synthetischen Repellentien in verschiedenen Darreichungsformen nimmt weltweit zu. Die am Markt verfügbaren Produkte werden zwischen synthetischen und pflanzlichen Repellentien unterschieden. Hierzu stehen Spray, Lotion, Creme sowie Gel mit einer kurzen oder langen Einwirkungsdauer zur Verfügung. Die neuen Formulierungen basieren auf Controlled-Release-Systemen (CRS).

Dabei sind Repellentien Wirkstoffe, die die Zielorganismen nicht töten. Die heimischen Insekten wie Gelsen, Zecken, Fliegen sowie Bremsen riechen hingegen einen für sehr unangenehmen Geruch. Schließlich schreckt sie das dann ab.

 

Mit synthetischen Repellentien Insekten erfolgreich abwehren

Je nach Wirkstoff und Wirksamkeit können synthetische Repellentien Insekten erfolgreich abwehren – gegen verschiedene Arten im In- und Ausland. Im Gegensatz dazu sollen Insektenschutzmittel die Tiere abtöten.

Zum Einsatz kommen

  • DEET:  N,N-Diethyl-m-toluamid wird industriell aus dem Säurechlorid von 3-Methylbenzoesäure und Diethylamin hergestellt.
  • ICARIDIN: ein Gemisch von Stereoisomeren mit breitem Wirkungsspektrum gegen zahlreiche Insekten
  • IR3535 = EBAAP: Ethylbutylacetylaminopropionat – ein insektendabweisender Wirkstoff zur Vorbeugung von Insektenstichen
  • DMP: Dimethylphthalat oft eingesetzt in Kombination mit DEET

 

DEET

DEET wirkt wischen 2 bis 12 Stunden, wobei die Empfehlung gilt, den Schutz nach ca. 3 bis 4 Stunden zu erneuern. Das Repellens DEET ist sehr gut wirksam gegen Stechmücken, Bremsen, Fliegen und Milben. In der Vermeidung von Zeckenstichen wirkt DEET allerdings nicht sehr gut.

Wichtig ist der Wirkstoffgehalt: ab einer 20%-igen Konzentration kann der Wirkstoff auch in den Tropen eingesetzt werden, wobei sich Konzentrationen unter 25% auch für Kinder über 2 Jahren eignen.

Konzentrationen ab 30% sind erst für Kindern ab 6 Jahren geeignet, diese Zubereitungen sollten in der Schwangerschaft und Stillzeit nicht mehr angewendet werden.

Vorsicht bei der Anwendung von DEET ist in Kombination mit alkoholhaltigen Kosmetika geboten. Denn Ethanol erhöht die perkutane Absorption von DEET ebenso wie von topischen Retinoiden.

DEET und Sonnenschutz sollten mit 15-minütigen Abstand aufgetragen werden. Zuerst wird das Sonnenschutzmittel und nach 15 bis 30 Minuten das DEET angewendet. Keinesfalls sollte DEET auf irritierte Haut durch Sonnenbrand oder Verletzungen sowie auf die Schleimhaut aufgetragen werden. Aber auch Kunststoffe wie etwa bei Sonnenbrillen und Handys und natürlich diverse weitere können durch DEET beschädigt werden.

Nebenwirkungen durch die Anwendung von DEET können kutane allergische Reaktionen, Kopfschmerzen und Krämpfe, Störungen des zentralen Nervensystems sowie kardiovaskuläre Störungen wie Bradykardie und Hypotonie sein.

 

Icaridin

Der Wirkstoff Icaridin – bekannter unter den Markennamen Picaridin – ist etwas schwächer wirksam als DEET. Es besitzt aber einige wichtige Vorteile gegenüber DEET. Denn das Repellens ist geruchlos, nicht fettend sowie besser verträglich und führt weiter bei Kontakt mit Kunststoffen zu keinen Schäden. Außerdem können Frauen das Icaridin auch in der Schwangerschaft und Stillzeit anwenden. Last but not least ist Icaridin besser wirksam gegen Zecken und in den Tropen gleichsam wirksam wie DEET.

Die am Markt verfügbaren Wirkstoffkonzentrationen liegen zwischen 10 und 20%, wobei 10%-ige Konzentrationen Mücken und Bremsen bis zu vier Stunden zuverlässig abwehren. 20%-ige Konzentrationen schützen bis zu acht Stunden vor Mücken und Bremsen und bis zu vier Stunden vor Zecken. Nebenwirkungen von Icaridin sind moderate Beeinträchtigungen der Haut wie Reizungen und Ausschläge.

 

IR 3535 oder EBAAP

Der Wirkstoff IR 3535 (auch EBAAP) weist verglichen mit DEET eine eher geringe, etwa 25%-ige Wirkung auf. Es ist daher für die Anwendung in den Tropen nicht geeignet. Zur Anwendung kommen normalerweise Konzentrationen zwischen 10 und 20%.

Die jahrzehntelange Erfahrung mit IR 3535 hat gezeigt, dass der Wirkstoff wesentlich geringer toxisch wirkt als DEET und Icaridin. Außerdem greift er Kunststoffe nicht an. Konzentrationen mit 12,5% können schon bei Kleinkinder ab einem Lebensjahr verwendet werden. Zubereitungen mit einer 20%-igen Konzentration können ab dem 2. Lebensjahr sowie in der Schwangerschaft und Stillzeit eingesetzt werden.

Die Nebenwirkungen von IR 3535 / EBAAP sind wie bei Icaridin Haut- und Schleimhautreizungen, wobei meist die falsche Anwendung dafür verantwortlich ist.

 

DMP (Dimethylphtalat)

Man setzt DMP hauptsächlich in Kombinationen mit anderen Repellents (vorwiegend in Kombination mit DEET) ein. Denn es wirkt alleine nur sehr schwach. Für die Anwendung von DMP bei Kindern oder schwangeren Frauen sowie in der Stilzeit liegen keinerlei klinische Studiendaten vor und werden von Experten daher auch nicht empfohlen.

 

Mit pflanzlichen Repellentien Insekten erfolgreich abwehren

Ätherische Öle. Zahlreichen Pflanzendufte werden als Vergrämungsmittel mehr oder weniger erfolgreich eingesetzt. Insekten abwehrende Eigenschaften wird unter anderem Anisöl, Basilikum, Bergamottöl, Birkenholzteer, Campher, Cajeputöl, Citronellöl, Eisenkraut, Eukalyptusöl, Geraniumöl, Kiefernöle, Knoblauch, Kokosnussöl, Lavendelöl, Menthol, Muskatöl, Nelkenöl, Orangenblütenöl, Pfefferminzöl, Poleiöl, Rosmarinöl, Sternanisöl, Thymianöl, Zedernöl und Zimtöl zugesprochen.

Die natürlichen ätherischen Öle sind allerdings auch mit Vorsicht anzuwenden, da sie – vor allem in Kombination mit Sonneneinwirkung – Hau- und Schleimhauttreizungen hervorrufen können. Nachteilig ist auch die kurze Wirkdauer und das eingeschränkte Wirkspektrum der natürlichen Öle.

 

Worauf zu achten ist, um mit Repellentien Insekten erfolgreich abwehren zu können

Grundsätzlich ist wichtig, dass man nur durch lückenloses und gleichmäßiges Auftragen der ausgewählten Substanz mit Repellentien Insekten erfolgreich abwehren kann. Empfindliche Körperpartien wie Augen, Nase und Mund und allgemein Schleimhaut sollten mit den Wirkstoffen nicht in Kontakt kommen. Nach der Anwendung von Repellentien sollte man sich gründlich waschen, wobei allgemein Repellentien nicht zulange auf der Haut bleiben sollten.

Bei einigen Präparaten ist auch das gleichzeitige Verwenden von alkoholhaltigen Kosmetika problematisch sowie von topischen Retinoide wie bei Schuppenflechte und Akne (übrigens große Vorsicht: Retinoide schädigen das ungeborene Kind und dürfen während der Schwangerschaft auf keinen Fall zur Anwendung kommen).

Wie oben bereits erwähnt können synthetische Repellentien Kunststoffe angereifen und schädigen. Daher ist der Kontakt vor allem mit Sonnenbrillen und Handys oder ähnlichen alltäglichen Sachen, die man beispielsweise bei Outdoor-Aktivitäten oder beim Baden immer dabei hat, unbedingt zu vermeiden.

Die oben genannten Anwendungshinweise wie das Auftragen von Sonnenschutz 15 bis 30 Minuten vor dem Repellent sollten berücksichtigt werden, ebenso wie die speziellen Hinweise zur Anwendung der Repellentien bei Kindern.

 

Vorbeugung

Auf vorbeugende Maßnahmen wie die Zecken-Impfung sowie schützende Kleidung und Moskitonetze oder auch chemoprophylaktische Maßnahmen wie den Einsatz von Antimalaria-Wirkstoffen in den Tropen sollte keinesfalls verzichtet werden. Denn mit Repellentien Insekten erfolgreich abwehren ist niemals ein 100%-iger Schutz.

Literatur:

Tavares et al. Trends in insect repellent formulations: A review. Int J Pharm. 2018 Mar 25;539(1-2):190-209. doi: 10.1016/j.ijpharm.2018.01.046. Epub 2018 Feb 3.

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Axel Rhindt

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

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