Mit Impfstoffen Lungenentzündung behandeln

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Spezifischen Impfstoffe sollen zukünftig mit Hilfe von B-Zellen das Immunsystem gegen Mykoplasmen vorbereiten und so eine Lungenentzündung verhindern.

Meistens entsteht eine bakteriellen Lungenentzündung, wenn das Immunsystem geschwächt und daher schlecht geschützt gegen diverse Krankheitserreger ist. Dabei sind für die Genesung spezifische Immunzellen entscheiden, wie unlängst Forschende zeigen konnten. Auf Grundlage dieser Erkenntnisse sollen Spezialisten zukünftig neuen Impfstoffe entwickeln, die letztendlich auch den zunehmenden Antibiotika-Resistenzen entgegenwirken sollen.

 

Im Kampf gegen Mykoplasmen

Bekanntlich zählen Mykoplasmen zu den häufigsten Erregern einer bakteriellen Lungenentzündung beim Kind. Dabei ist die Entstehung der Krankheit nach wie vor nicht geklärt. In der eingangs zitierten Untersuchung fokussierten die Wissenschaftler spezifische Immunzellen. Schließlich gelten diese sogenannte B-Zellen sind für die Heilung von Infektionen als essentiell. Denn die von ihnen produzierten Antikörper eliminieren die Mykoplasmen in der Lunge.

Hingegen bleiben die Bakterien im Nasen-Rachen-Raum wochenlang bestehen. Das Forscherteam kultivierte die Bakterien mit einem Fluoreszenzstoff. Infolge konnten sie die Erreger erstmals während der Infektion visuell in der Lunge sowie den oberen Atemwegen verfolgen. Die Ergebnisse am neu entwickelten Mausmodell bestätigen klinische Beobachtungen bei Kindern, deren obere Atemwege im Anschluss an eine Infektion mit Mykoplasmen besiedelt blieben.

 

Unterschiedliche Immunabwehr in Lunge und Nasen-Rachen-Raum

Dementsprechend zeigte sich, dass sich die Immunabwehr nach der Infektion zwischen Lunge und oberen Atemwegen wesentlich unterscheidet. Die Forschenden fanden in der Lunge mehr sogenannte IgM- und IgG-Antikörper sowie eine deutliche Zunahme und Aktivierung von B-Zellen in den lokalen Lymphknoten. Schließlich zerstörte dieser Prozess die Erreger innerhalb von wenigen Wochen.

Im Gegensatz dazu fanden sie in den oberen Atemwegen IgA-Antikörper sowie keine Aktivierung von B-Zellen. Demzufolge konnte die Immunabwehr die Erreger nicht bekämpfen. Experimente mit Mäusen ohne B-Zellen lieferten den Beweis, dass die in die Mäuse transferierten Antikörper die Bakterien in der Lunge effektiv zerstörten. Allerdings konnten sie die Erreger in den oberen Atemwegen nicht eliminieren.

 

B-Zellen nehmen Schlüsselrolle ein

Damit scheint bewiesen zu sein, dass die durch Antikörper vermittelte Immunantwort für eine Lungeninfektion mit Mykoplasmen essentiell ist. Die Resultate können dabei helfen, spezifische Impfstoffe zu entwickeln, die das Immunsystem auf die Abwehr vorbereiten und eine Infektion verhindern würden.

Literatur:

Patrick M. Meyer Sauteur et al. The role of B cells in carriage and clearance of Mycoplasma pneumoniae from the respiratory tract of mice. Journal of Infectious Diseases. November 1, 2017. https://doi.org/10.1093/infdis/jix559


Quelle: Universitäts-Kinderspital Zürich

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Rainer Muller

MEDMIX-Redaktion, Projektleiter, AFCOM Digital Publishing Team

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