Mit Etanercept Rheumatoide Arthritis behandeln

Die Möglichkeit, mit Biologika wie Etanercept Rheumatoide Arthritis zu behandeln, hat zu einem Paradigmenwechsel geführt. Quelle: FDA government agency

Die Möglichkeit, mit Biologika wie Etanercept Rheumatoide Arthritis zu behandeln, hat zu einem Paradigmenwechsel geführt. Quelle: FDA government agency

Mit dem Jahrtausendwechsel – seit Beginn des Jahres 2000 – kann mit dem Biologikum Etanercept Rheumatoide Arthritis bei Erwachsenen innovativ behandelt werden.

Vor etwa 15 Jahren wurde der biologische Wirkstoff Etanercept für die Rheumatoide Arthritis Behandlung bei Erwachsenen und der polyartikulären Juvenilen Idiopathischen Arthritis bei Kindern ab 4 Jahren zugelassen. Damit begann ein neues Zeitalter in der Rheumatherapie.

Durch die Inhibition des Zytokins Tumornekrosefaktor alpha (TNF-α) war es erstmals möglich, gezielt in den Entzündungsprozess einzugreifen. Endlich wurde ein Nachlassen der Krankheitssymptome zu einem realistischen Therapieziel. In den vergangenen Jahren konnte  mittlerweile die gute Wirksamkeit und Verträglichkeit von Etanercept in zahlreichen klinischen Studien und Registern dokumentiert werden.

Heute ist des einzigen humanen löslichen TNF-α-Rezeptorfusionsproteins in der Behandlung fest etabliert. Neben der Rheumatoiden Arthritis, der Psoriasis-Arthritis, der Plaque-Psoriasis und der Ankylosierenden Spondylitis ist Etanercept auch in einigen Indikationen für Kinder und Jugendliche zugelassen und besitzt den breitesten Zulassungsstatus über verschiedene Subformen der JIA hinweg – Polyarthritis und erweiterte Oligoarthritis ab zwei Jahre, Enthesitis-assoziierte Arthritis und Psoriasis-Arthritis ab zwölf Jahre. Bei der Juvenilen Plaque-Psoriasis darf Etanercept ab 6 Jahren gegeben werden.

 

Mit Etanercept Rheumatoide Arthritis therapieren

Biologika haben in der Rheumatologie zu einem Paradigmenwechsel geführt und zählen zu den großen therapeutischen Innovationen der vergangenen Jahre. Bei unzureichender Behandlung der Rheumatoiden Arthritis können schwere degenerative Veränderungen an den Gelenken auftreten, die bei Patienten zu Einschränkungen im Arbeits- und Privatleben bis hin zur Invalidität führen können – vor Einführung der Biologika war das keine Seltenheit. Mit Biologika wie Etanercept gibt es die Möglichkeit, rheumatische Erkrankungen langfristig zu kontrollieren und die Chance der Patienten auf eine Remission deutlich zu erhöhen. Aus Studien- und Registerdaten sowie Erfahrungswerten weiss man heute, dass Etanercept gut verträglich – auch langfristig verträglich – ist.

 

In nationalen und internationalen Registern dokumentiert: mit Etanercept Rheumatoide Arthritis langfrisitig behandeln

In verschiedenen nationalen und internationalen Registern, die mit Zulassung der ersten Biologika etabliert wurden, ist die die langfristige Behandlung mit Biologika ist gut dokumentiert, wobei Registerdaten im Gegensatz zu klinischen Studien den Praxisalltag darstellen.

Die mittlerweile aus über 14 Jahren stammenden Daten aus den verschiedenen europäischen Biologika-Registern ergeben ein einheitliches Bild. Mit Etanercept behandelte Patienten zeigen ein hohes Drug Survival, was als ein Surrogatmarker für die Wirksamkeit und Sicherheit der Therapie angesehen werden kann.

Das Drug Survival kann unter anderem durch das Auftreten neutralisierender Anti-Drug-Antikörper beeinflusst werden, die zu subtherapeutischen Wirkspiegeln und zu einem unzureichenden klinischen Ansprechen führen können.

Etanercept bindet spezifisch TNF-α und imitiert so die Wirkweise natürlich vorkommender TNF-α-Rezeptoren. Unter den TNF-Antagonisten ist Etanercept das einzige humane lösliche Rezeptorfusionsprotein. Bei den anderen TNF-Inhibitoren handelt es sich dagegen um monoklonale Antikörper.

Etanercept besitzt keine klinisch signifikante Immunogenität. Da die Bildung von Anti-Drug-Antikörpern die Wirksamkeit der Therapie beeinflussen kann, ist das immunogene Potenzial der verschiedenen Biologika ein wichtiges Kriterium, das es bei der Therapieentscheidung zu berücksichtigen gilt.

Fokus Etanercept gegen Rheumatoide Arthritis

Etanercept sollte nur von Ärzten verordnet werden, die Erfahrung in der Betreuung von Patienten mit rheumatoider Arthritis beziehungsweise den anderen Indikationen aktiver juveniler idiopathischer Arthritis mit polyartikulärem Verlauf, Psoriasis-Arthritis, Morbus Bechterew, Plaque-Psoriasis haben.

Die empfohlene Dosierung beträgt 25 mg Etanercerpt in Form einer Infektionslösung zweimal wöchentlich verabreicht als subkutane Injektion im Abstand von 72 bis 96 Stunden. Alternativ kann 50 mg Etanercerpt einmal wöchentlich eingesetzt werden, was ebenso sicher und wirksam ist.

Etanercept ist ein biologischer Wirkstoff, der gegen rheumatische Erkrankungen und Psoriasis eingesetzt wird. Das gentechnologisch hergestelltes Fusionsprotein, das entzündungsinduzierende Zytokine bindet und somit inaktiviert, besitzt die Ligandenbindungsdomäne des humanen Tumornekrosefaktor-Rezeptors. Etanercept wird durch rekombinante DNA-Technologie über Genexpression an der Eierstockzelllinie des Chinesischen Hamsters gewonnen.

Etanercerpt wird zur Behandlung der aktiven rheumatoiden Arthritis bei Erwachsenen eingesetzt, wenn die vorausgegangene antirheumatische Standardtherapie mit krankheitsmodifizierenden Antirheumatika – sogenannten DMARDs – nicht ausreichend war. Etanercerpt kann weiters in Kombination mit Methotrexat bei jenen Patienten eingesetzt werden, die auf Methotrexat alleine ungenügend angesprochen hatten.

Bei besonders schweren aktiven und progressiven Formen der rheumatoiden Arthritis bei Erwachsenen kann mit Etanercept Rheumatoide Arthritis behandelt werden, wenn zuvor nicht mit Methotrexat therapiert worden war. Durch Röntgenuntersuchungen konnte dokumentiert werden, dass Etanercept bei dieser Patientenpopulation die Progression der durch die Krankheit hervorgerufenen strukturellen Schädigungen verlangsamt.

Kontraindikationen sind laut Fachinformation eine Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile sowie eine Sepsis beziehungsweise auch das Risiko einer Sepsis. Die Behandlung mit Etanercept sollte weiters bei Patienten mit aktiven Infektionen – inklusive chronischer oder lokalisierter Infektionen – nicht gestartet werden.

Da Etanercerpt Immunreaktionen beeinflusst und unter der Behandlung unter anderem latente Tuberkulose wiederaufflammen kann, muss der Behandlung ein Test auf TBC vorangehen, der negativ sein muss.

Sehr häufig auftretende unerwünschte Wirkungen bei Patienten mit Rheumatoider Arthritis sind Infektionen der oberen Atemwege, Sinusitis, Bronchitis, Zystitis sowie Hautinfektionen. Im Vergleich zu Placebo traten auch bei den Etanercerpt-Patienten mit rheumatischen Erkrankungen signifikant häufiger Reaktionen an der Injektionsstelle auf.

Etanercept wird langsam von der Einstichstelle der subkutanen Injektion resorbiert, wobei eine maximale Konzentration nach ca. 48 Stunden nach Gabe einer Einzeldosis erreicht wird. Die absolute Bioverfügbarkeit liegt bei 76%. Die Konzentration-Zeit-Kurve verläuft biexponentiell.

Etanercept wird langsam aus dem Körper ausgeschieden, die Halbwertszeit ist bei etwa 70 Stunden gelegen.  Die pharmakokinetischen Eigenschaften von Etanercept bei Patienten mit rheumatoider Arthritis, Morbus Bechterew und Plaque-Psoriasis sind ähnlich.

Methotrexat hat keinen Einfluss auf die Pharmakokinetik von Etanercept, was umgekehrt nicht ausgeschlossen werden kann.


Quellen:

 

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