Mikroskopische Kolitis – Durchfall als Leitsymptom

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MEDMIX Online-Redaktion
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Die mikroskopische Kolitis ist eine weniger bekannte Krankheit mit Durchfall als Leitsymptom. Prof. Ahmed Madisch erklärt, was Betroffene darüber wissen sollten.

Durchfall, Blähungen und Bauchschmerzen werden oft mit einer Unverträglichkeit, Stress oder dem populären Reizdarm-Syndrom erklärt. Die Deutsche Morbus Crohn / Colitis ulcerosa Vereinigung (DCCV) betont, dass Durchfall natürlich auch organische Ursachen haben kann, und lenkt die Aufmerksamkeit auf eine in der Öffentlichkeit weniger bekannte Krankheit. Die mikroskopische Kolitis ist eine chronische Entzündung des Dickdarms, bei der ebenfalls Durchfall als Leitsymptom auftritt. Am häufigsten tritt die Erkrankung zwischen 50 und 60 Jahren auf, wobei Frauen viermal häufiger betroffen sind. Der Gastroenterologe Prof. Ahmed Madisch – Chefarzt der Medizinischen Klinik I im Klinikum Region Hannover GmbH des Krankenhaus Siloah – behandelt in Hannover immer häufiger Patienten mit mikroskopischer Kolitis.

 

Welche Symptome sind typisch für mikroskopische Kolitis?

Prof. Madisch: Leitsymptom bei der mikroskopischen Kolitis ist chronischer, wässriger Durchfall. In der Regel suchen Betroffene vier, fünf Mal täglich die Toilette auf, manchmal auch nachts. Einige Patienten leiden dazu unter Bauchschmerzen. Die Lebensqualität ist enorm eingeschränkt.

 

Wen trifft die mikroskopische Kolitis?

Prof. Madisch: 75 bis 80 Prozent der Patienten sind Frauen. Betroffen sind vor allem Frauen ab 50 Jahre. Allerdings trifft die Erkrankung auch Männer und in seltenen Fällen sogar Kinder. Zweifelsfrei belegen Studien, dass Raucher überproportional stärker betroffen sind als Nichtraucher.

 

Wie häufig kommt mikroskopische Kolitis vor?

Prof. Madisch: Wir gehen davon aus, dass die mikroskopische Kolitis innerhalb der Gruppe Frauen 50 plus in zehn Prozent der Fälle die Ursache für chronischen Durchfall ist. Damit tritt die mikroskopische Kolitis genauso häufig auf wie die weit verbreiteten chronisch entzündlichen Darmerkrankungen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa, die allerdings meist jüngere Menschen treffen. Die Zahl der Neuerkrankungen ist ansteigend.

 

Wie wird mikroskopische Kolitis diagnostiziert?

Prof. Madisch: Um die Krankheit zu erkennen, ist eine Darmspiegelung erforderlich. Dabei ist es zwingend notwendig, Gewebeproben aus der Darmschleimhaut zu entnehmen, denn die mikroskopische Kolitis ist nur unter dem Mikroskop zweifelsfrei diagnostizierbar.

Quellen: Deutsche Morbus Crohn / Colitis ulcerosa Vereinigung, e.V. http://www.dccv.de, Kompetenznetz Darmerkrankungen e.V. http://www.kompetenznetz-ced.de

Illustration mit Fokus Dickdarm: Die mikroskopische Kolitis tritt heutzutage so häufig auf wie die bekannteren Darmerkrankungen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Wässrige Durchfälle ohne Blutbeimengungen sind das Leitsymptom dieser chronischen Dickdarm-Entzündung. 40 % der Erkrankungsfälle setzen akut ein und können die Betroffenen aus dem Schlaf reißen. Weiters können Bauchschmerzen, Stuhldrang und Inkontinenz auftreten.

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