Mikroplastik im Meer schädigt vor allem sensitive Korallen

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Im Grunde genommen schädigt Mikroplastik im Meer vor allem sensitive Korallen. Es kommt zu schlechterem Wachstum, Korallenbleiche sowie Nekrosen.

Unter den Strich leiden viele Korallenarten sehr stark von den Folgen des globalen Wandels. Steigende Meerestemperaturen und Umweltverschmutzung beeinträchtigen die Korallenriffe sehr. Allerdings ist noch weitgehend unbekannt, welchen Einfluss die zunehmende Verunreinigung durch Mikroplastik im Meer auf die einzelnen Korallen hat. Forscherinnen und Forscher der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) und der James Cook University (JCU) in Townsville (Australien) untersuchten nun erstmals die Einflüsse dieser Partikel auf weitverbreitete Korallenarten. Ihre Ergebnisse veröffentlichten sie in der Fachzeitschrift „Environmental Pollution“.

 

Langzeitversuch unter Laborbedingungen

Für diesen Langzeitversuch setzten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Korallen unter Laborbedingungen Mikroplastik-Partikeln aus und dokumentierten die Wachstumsraten und den Gesundheitszustand der Tiere. Dabei zeigte sich, dass die Korallenarten sehr unterschiedlich von Mikroplastik beeinflusst werden. Bei manchen Korallen löst das Mikroplastik verringerte Wachstumsraten aus. Oder es verschlechtert sich der Gesundheitszustand. Letzteres kann sich durch Korallenbleiche oder das Absterben von Zellen, sogenannte Nekrosen, zeigen. Andere Korallenarten bleiben hingegen überwiegend unbeeinträchtigt.

 

Korallen reagieren sehr unterschiedlich auf das Mikroplastik

„Bemerkenswerterweise waren gerade jene Arten von Mikroplastik beeinträchtigt, die ebenfalls besonders sensibel auf andere Stressoren wie steigende Temperaturen reagieren“, so Dr. Jessica Reichert, die Erstautorin der Studie. „Dies kann mögliche Konsequenzen für die zukünftige Zusammensetzung der Korallengemeinschaften im Riff haben. Unter steigenden Konzentrationen von Mikroplastik im Meer werden die ohnehin schon gestressten Korallen möglicherweise noch stärker beeinträchtigt.“

Literatur:

Jessica Reichert, Angelina L. Arnold, Mia O. Hoogenboom, Patrick Schubert und Thomas Wilke. Impacts of microplastics on growth and health of hermatypic corals are species-specific. Environmental Pollution, 113074, August 2019, DOI: 10.1016/j.envpol.2019.113074


Quelle: Justus-Liebig-Universität Gießen: Die Studie ist Teil des in Gießen angesiedelten „Ocean 2100“-Projekts. Bei dem untersuchen DoktorandInnen des deutsch-kolumbianischen Exzellenzzentrums für Meeresforschung CEMarin (Center of Excellence in Marine Sciences) die Auswirkungen des globalen Wandels auf riffbildende Steinkorallen.

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Alfred Felsberger

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

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