Migräne oder Schlaganfall – nicht immer leicht unterscheidbar

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Rainer Muller
Rainer Mullerhttp://www.afcom.at
MEDMIX-Redaktion, Projektleiter, AFCOM Digital Publishing Team

Massive Kopfschmerzen können auf Migräne oder Schlaganfall hinweisen. Die beiden Erkrankungen lassen sich klinisch nicht immer eindeutig voneinander unterscheiden.

Unter dem Strich ist es oft gar nicht so leicht, zu unterscheiden: nämlich ob eine Migräne oder eiun Schlaganfall vorliegt. Wobei Kopfschmerzen zwar Symptom für eine gefährliche Erkrankung sein können. Allerdings kann man in vielen Fällen die Beschwerden anhand der üblichen diagnostischen Kriterien einer klassischen Migräne- oder Spannungskopfschmerz-Symptome zuordnen.



Wenn allerdings Menschen plötzlich über massive Kopfschmerzen klagen, die das Problem bisher weitgehend nicht hatten, dann kann das gefährlich sein. Das gilt auch, wenn sich bei Patienten bereits bestehende Kopfschmerzen hinsichtlich Charakter, Intensität sowie Frequenz verändern. Auch wenn keine atypischen Beschwerden oder zusätzlich neurologische Auffälligkeiten auftreten, sollte man das nicht auf die leichte Schulter nehmen.

Denn neue Kopfschmerzen (Migräne) oder massive Veränderungen bei bestehenden können Warnsignale für sehr gefährliche Erkrankungen sein. Darunter Schlaganfall, Meningitis, strukturelle Gehirnläsionen, wie vaskuläre Malformationen, Glioblastome sowie andere Tumore. Alle diese können sich hinter veränderten Kopfschmerzen und Migräne mit Aura verbergen.

 

Migräne oder Schlaganfall? Die Unterscheidung ist meistens einfach. Aber nicht immer!

Bei migräneähnlichen Attacken mit untypischem Verlauf ist die Verwechslungsgefahr mit Schlaganfall möglich, denn die Symptome können ähnlich sein. Ein besonders plakatives Beispiel ist die Familiäre Hemiplegische Migräne – eine seltene, genetisch bedingte Form der Migräne, die mit motorischen Ausfällen und Bewusstseinsstörungen einhergeht und leicht als Schlaganfall interpretiert werden kann.  Umgekehrt geht ein akuter Schlaganfall oft mit Kopfschmerzen einher und kann klinisch einer Migräne mit Aura ähneln.

Manche Krankheiten, die zu Kopfschmerzen und Schlaganfällen führen, können lebensbedrohliche Zustände hervorrufen. Dazu zählt etwa die Subarachnoidalblutung (SAB) – eine spezielle Form des Schlaganfalls: Durch krankhaftes Geschehen im Bereich des Zentralen Nervensystems gelangt freies Blut in den mit Hirnflüssigkeit gefüllten Subarachnoidal-Raum. Eine SAB muss so rasch wie möglich abgeklärt und behandelt werden. Ihr Auftreten wird fast immer mit schlagartig einsetzenden, zerreißenden Kopfschmerzen charakterisiert, in der Regel occipital lokalisiert, und ist häufig mit neurologischen Ausfällen gekoppelt. Der Subarachnoidalblutung liegt meist ein Aneurysma zugrunde – einer lokalen Ausbuchtung eines Gefäßes an einer Schwachstelle der Gefäßwand. Bis zu 50 Prozent der Patienten klagen bereits in den Tagen vor einer SAB über starke und plötzlich auftretende Kopfschmerzen (sog. ‚warning leaks‘). SAB’s treten nicht nur bei körperlicher Belastung, sondern sogar bei etwa der Hälfte der Patienten in einer Ruhephase oder im Schlaf auf.

 

Migräneähnliche Attacken – Risikofaktor für Schlaganfall

Insgesamt ist die Beziehung zwischen Kopfschmerz, Migräne und Schlaganfall sehr komplex. Sie können gleichzeitig ohne direkten Zusammenhang auftreten, es gibt aber auch zahlreiche Verbindungen zwischen diesen Krankheiten. Zum einen sind Kopfschmerzen und Migräne Risikofaktoren für Schlaganfälle. Laut einer Metaanalyse ist bei Migränepatienten mit begleitender Aurasymptomatik von einem etwa zweifach erhöhten Risiko für ischämische Schlaganfälle auszugehen. Rauchen und die Einnahme der Pille erhöhen dieses Risiko nochmals deutlich.



Insgesamt ist jedoch anzumerken, dass das Risiko eines Schlaganfalls bei Migränepatienten sehr niedrig ist. Migräne kann strukturelle Veränderungen im Gehirn verursachen, wie MRI-Untersuchungen belegen. Umgekehrt können strukturelle Gehirnläsionen sowohl Migräne-Attacken als auch Aura triggern. Andererseits können Kopfschmerzen auch die Folge eines Schlaganfalls sein, wobei nach einem hämorrhagischen Schlaganfall, also einer Hirnblutung, die Kopfschmerzneigung bei bis zu 50 Prozent liegt. Bei einem ischämischen Schlaganfall, also einem Hirninfarkt aufgrund eines Gefäßverschlusses, klagen in der Akutphase ca. 25% der Betroffenen über Kopfschmerzen.

Quelle: Österreichische Gesellschaft für Neurologie; Österreichische Kopfschmerzgesellschaft

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