Migräne als Risikomarker für Schlaganfall und Herzinfarkt

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Migräne gilt bei betroffenen Patieninnen als Risikomarker für Schlaganfall und Herzinfarkt – beziehungsweise haben sie ein erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen.

Unter dem Strich haben Frauen, die unter Migräne leiden, langfristig ein leicht erhöhtes Risiko, Herz-Kreislauf-Erkrankungen bzw. Schlaganfall und Herzinfarkt zu entwickeln. Dementsprechend entdeckten Wissenschaftler, dass Migränepatientinnen eher Schlaganfall und Herzinfarkt erleiden als Frauen ohne Migräne. Dabei griff die Auswertung auf Daten aus der amerikanischen Nurses‘ Health Study II zurück. Die Ergebnisse sind unlängst im British Medical Journal erschienen.

 

Risikomarker Migräne

Jedenfalls ist die Migräne eine verbreitete Kopfschmerzerkrankung. Dabei bringt man Migräneerkrankungen bereits jetzt mit einem erhöhten Schlaganfallrisiko in Verbindung. Dennoch existieren nur wenige Studien, die die Zusammenhänge zwischen Migräne, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und erhöhter Sterblichkeit aufzeigen. Deswegen haben US-amerikanische und deutsche Wissenschaftler die Daten der Nurses‘ Health Study II unter diesem Gesichtspunkt ausgewertet.

 

Migränepatientinnen mit 50 Prozent höherem Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt

Die 115.500 Teilnehmerinnen der groß angelegten Nurses‘ Health Study II waren zu Studienbeginn zwischen 25 und 42 Jahre alt und hatten keine diagnostizierten Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Insgesamt 17.531 von ihnen, etwas mehr als 15 Prozent, litten unter einer ärztlich festgestellten Migräne. Im Untersuchungszeitraum von 1989 bis 2011 ist bei 1.329 dieser Frauen ein kardiovaskuläres Ereignis beobachtet worden. 223 der Frauen verstarben in der Folge.

Die Ergebnisse legen nahe, dass man die Migräne als einen wichtigen Risikomarker für Herz-Kreislauf-Erkrankungen betrachten muss. Dies gilt insbesondere bei Frauen. Jedenfalls hat sich gezeigt, dass Migränepatientinnen ein um 50 Prozent höheres Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse hatten als Nichtbetroffene. Das Risiko für einen Herzinfarkt war bei ihnen um 39 Prozent erhöht. Weiter hatten die Migränepatientinnen für Schlaganfall ein um 62 Prozent und für eine Angina pectoris ein um 73 Prozent höheres Risiko.

Ob auch Männern mit Migräne ebenfalls ein erhöhtes Erkrankungsrisiko haben, konnten die Forscher allerdings nicht klären.

Literatur:

Tobias Kurth, Anke C. Winter, A. Heather Eliassen, Rimma Dushkes, Kenneth J. Mukamal, Eric B. Rimm, Walter C. Willett, JoAnn E. Manson, Kathryn M. Rexrode. Migraine and risk of cardiovascular disease in women: prospective cohort study. BMJ 2016;353:i2610. doi: 10.1136/bmj.i2610. http://dx.doi.org/10.1136/bmj.i2610

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Rainer Muller

MEDMIX-Redaktion, Projektleiter, AFCOM Digital Publishing Team

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