Methioninarme Ernährung empfohlen, da Methionin Typ-2-Diabetes fördert

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Eine Methioninarme Ernährung bringt positive Wirkungen für die Gesundheit, ohne den Eiweißgehalt zu verringern. Unabhängig von Nahrungsaufnahme und Körperfett.

Zahlreiche Studien zeigen die positive Wirkung verschiedener kalorienreduzierter Ernährungsstrateigen wie (Intervall-)Fasten, veganer und vegetarischer Ernährung. Anscheinend spielt dabei neben der verminderten Kalorienaufnahme auch das Verhältnis der einzelnen Nahrungsbestandteile eine wichtige Rolle. Forscher vom DIfE, Partner des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung, konnten nun im Tiermodell zeigen, dass die Methioninarme Ernährung mit geringeren Aufnahme der Aminosäure Methionin der Entstehung von Typ-2-Diabetes entgegenwirken kann.

 

Aminosäure Methionin begünstigt die Bildung von Neurotransmittern und Hormonen

Im Grunde genommen ist das Methionin eine schwefelhaltige, lebenswichtige Aminosäure, die wie alle Aminosäuren den Eiweißen als Baustein dient. Da sie der Körper nicht selbst herstellen kann, muss sie der Mensch mit der Nahrung aufnehmen.

Da Methionin auch die Bildung von Neurotransmittern und Hormonen, ist sie somit an vielen wichtigen Körperfunktionen beteiligt. Obwohl auch bestimmte Nüsse, Ölsaaten und Gemüse nennenswerte Mengen der essentiellen Aminosäure enthalten, ist eine pflanzenbasierte Nahrung im Vergleich zu einer Ernährung mit Fleisch und Fisch in der Regel eine Methioninarme Ernährung.

 

Methioninarme Ernährung brachte die positive Wirkungen, ohne den Eiweißgehalt zu verringern

Ohnehin konnten schon frühere Untersuchungen zeigen, dass Mäuse, die eiweißarmes Futter bekamen, unter anderem verbesserte Blutzuckerwerte hatten. Außerdem verbrauchten die Tiere mehr Energie als Tiere der Kontrollgruppe, die Standardfutter erhielten. Die aktuellen Ergebnisse zeigen nun, dass bereits die Verringerung der einzelnen Aminosäure Methionin im Futter sich positiv auf die Gesundheit auswirkt. So verbesserte eine Methioninarme Ernährung den Zuckerstoffwechsel der Mäuse und deren Empfindlichkeit für das Hormon Insulin. Dabei brachte die Methioninarme Ernährung die positiven Wirkungen, ohne den Eiweißgehalt zu verringern und unabhängig von der Nahrungsaufnahme und dem Körperfett.

 

Der Fibroblast growth factor 21 und mögliche Vorteile einer veganen und vegetarischen Ernährung

Die Daten der Studie sprechen dafür, dass die methioninarme Ernährung mit dem sogenannten Fibroblast growth factor 21 (FGF21) in Zusammenhang steht. Und dieseer die schützende Wirkung vermittelt. Denn wenn man weniger der Aminosäure aufnimmt, so setzt die Leber vermehrt den Fibroblast growth factor 21 frei.

Vegetarische oder vegane Kost enthält im Vergleich zu fleisch- und fischhaltigen Speisen meist geringe Mengen an Methionin. Dementsprechend haben auch Menschen, die sich vegetarisch oder vegan ernähren, erhöhte FGF21-Spiegel im Blut. Und zwar verglichen mit Menschen, die sich mit Mischkost ernähren. Bereits nach vier Tagen vegetarischer Ernährung erhöhten sich die FGF21-Mengen auch im Blut der Mischköstler.

 

Auswirkungen auf die Behandlung von Diabetes

Wenn sich jedenfalls die Studienergebnisse auf den Menschen übertragen lassen, so könnte das für die Behandlung von Diabetes wichtig sein. Statt die Kalorien zu zählen und generell auf schmackhafte eiweißreiche Lebensmittel zu verzichten, müsste man dann nur der Methioninanteil im Essen reduzieren. Möglicherweise reicht es sogar, wenn Betroffene hin und wieder eine vegetarische Woche einlegen. Und damit ihre FGF21-Spiegel in die Höhe treiben. Das könnte schließlich auch die Akzeptanz einer Ernährungsumstellung erheblich vereinfachen. Allerdings muss man auch berücksichtigen, dass manche Menschen – wie beispielsweise Kinder, schwangere und stillende Frauen – einen erhöhten Bedarf an Methionin haben.

Literatur:

Castaño-Martinez T, Schumacher F, Schumacher S, Kochlik B, Weber D, Grune T, Biemann R, McCann A, Abraham K, Weikert C, Kleuser B, Schürmann A and Laeger T. Methionine restriction prevents onset of type 2 diabetes in NZO mice. FASEB Journal 2019 Jun;33(6):7092-7102. DOI: 10.1096/fj.201900150R (Open Access)

Laeger T, Castaño-Martinez T, Werno MW, Japtok L, Baumeier C, Jonas W, Kleuser B, and Schürmann A. Dietary carbohydrates impair the protective effect of protein restriction against diabetes in NZO mice. Used as a model of type 2 diabetes. Diabetologia 2018; 61(6):1459-1469. (Open Access)


Quellen:

Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE)

Deutsches Zentrum für Diabetesforschung e.V. (DZD)

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Rainer Muller

MEDMIX-Redaktion, Projektleiter, AFCOM Digital Publishing Team

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