Metformin gegen kindliche Adipositas problematisch

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MEDMIX Online-Redaktion
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Da kindliche Adipositas ein hohes Risiko für spätere Herz-Kreislauf-Erkrankungen hat, ist effektive Gewichtsreduktion zur Vorbeugung sehr wichtig.

Kindliche Adipositas ist weit verbreitet: In Deutschland sind laut Daten des Robert Koch Instituts 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen  übergewichtig. Etwa ein Drittel von ihnen erfüllen die Kriterien der Adipositas. Schon weil Kinder mit zu vielen Kilos ein hohes Risiko für spätere Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben kommt effektiver Gewichtsreduktion eine wichtige präventive Bedeutung zu. Das Antidiabetikum Metformin hat diesbezüglich als Ergänzung zu Lebensstilinterventionen „großes Interesse geweckt“, berichtete bei der Herbsttagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) Dr. Richard Eyermann (München). Zu empfehlen sei der Einsatz des Medikaments für diese Zwecke allerdings nicht, so der Experte: „Im Kontext mit anderen Therapieoptionen kindlicher Fettsucht hat sich Metformin als klinisch nicht bedeutsam erwiesen, der Effekt ist bescheiden. Die hohe Frequenz von gastrointestinalen Nebenwirkungen ist allerdings ein Warnsignal und legt nahe, den Off-Lable-Use von Metformin im Kindesalter weiterhin als problematisch zu sehen.“

 

Suche nach neuen Ansätzen zur Gewichtsreduktion bei Kindern

Die Schlussfolgerung beruht auf einer Meta-Analyse mit 14 klinischen Studien, in denen Lebensstil-Interventionen (Diät und Bewegung) bei übergewichtigen Kindern und Jugendlichen mit einer Kombination von Lebens-Änderungen und dem für den Zweck der Gewichtsreduktion nicht zugelassenen Diabetes-Medikament Metformin.

Der Hintergrund, warum das Antidiabetikum trotz fehlender Zulassung für diesen Zweck überhaupt zum Einsatz kommt, so Dr. Eyermann: „Vielen Kindern fällt es schwer, mit Diät und Bewegung signifikant an Gewicht zu verlieren.“ Das Anti-Adipositas-Medikament Orlistat ist laut Europäischer Arzneimittelagentur EMA für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren nicht geeignet. „Neue Ansätze sind daher erforderlich“, so der Experte.

Metformin wurde Off-Label wegen des deutlichen Gewichtsverlusts, den Erwachsene unter dieser Therapie erzielen konnten, eingesetzt. Auch gibt es gute Langzeiterfahrungen mit Metformin bei Kindern ab 10 Jahren, die an Diabetes Typ-2 erkrankt sind.

 

Ohne Diabetes problematisch: kindliche Adipositas mit Metformin behandeln

In den analysierten, durchwegs kleinen Studien führte das Medikament bei Kindern mit kindlicher Adipositas „zu einer statistisch signifikanten, aber sehr moderaten BMI-Reduktion in Kombination mit Lifestyle-Interventionen über die kurze Untersuchungszeit“, so eine Schlussfolgerung des Experten. Eine größere Untersuchung sei notwendig, „um genauer potenzielle Subgruppen zu identifizieren, die von Metformin profitieren könnten“, und um verzerrende Faktoren wie etwa den Einfluss der Pubertät auf Ergebnisse ausschließen zu können.

Quelle: DGK Abstract Eyermann., Kardiovaskuläres Risiko bei Kindern und Jugendlichen und Prävention: Intervention von Übergewicht und Adipositas. Eignet sich Metformin für fettsüchtige Kinder ohne Typ2-Diabetes? Clin Res Cardiol 103, Suppl 2, Oktober 2014 – Beitrag P389

Bild: Den Einsatz des Diabetes-Mittels Metformin gegen kindliche Adipositas sehen Experten bei der Herbsttagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie als „problematisch“ an. ©The Turtle Factory / shutterstock.com

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