Melioidose: Experten erwarten Zunahme der Infektionen

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Das gramnegatives, aerobes, stäbchenförmige Bakterium Burkholderia pseudomallei ist in den Tropen und Subtropen Verursacher der Melioidose.

Die Melioidose – auch als Pseudo Rotz oder Morbus Whitmore bekannt – kann sowohl Menschen als auch Tiere betreffen. Dabei wird Infektionskrankheit durch das Bakterium Burkholderia pseudomallei verursacht. Melioidose kommt vorwiegend im tropischen Klima, insbesondere in Südostasien sowie Nordaustralien, vor. Dort ist die Krankheit weit verbreitet ist. Die Bakterien Burkholderia pseudomallei befinden sich in kontaminiertem Wasser und Boden. Die Übertragung erfolgt dabei durch direkten Kontakt mit der kontaminierten Quelle auf Mensch und Tier. Jedenfalls wird die Infektionskrankheit Melioidose weltweit massiv unterdiagnostiziert. Hierzu haben Wissenschafter der Medizinischen Universität Graz Tests zum Nachweis von Antikörpern gegen den Erreger entwickelt.

 

Melioidose-Risiko bei chronischen Nieren- und Lungenerkrankungen sowie Typ-2-Diabetes höher

Wenngleich gesunde Menschen ebenfalls Melioidose bekommen können, sind die wichtigsten Risikofaktoren mit Grunderkrankungen wie beispielsweise chronischen Nieren- und Lungenerkrankungen sowie Typ-2-Diabetes assoziiert. Gerade vor dem Hintergrund, dass man in den kommenden Jahrzehnten insbesondere in Asien und Afrika immer mehr Typ-2-Diabetes-Fälle erwartet, könnten deswegen auch die Melioidose-Fälle zunehmen. Daher ist eine genaue Diagnostik ist wichtig, denn oft sind die eingesetzten Antibiotika unwirksam sind und eine gezielte Behandlung erforderlich.

Die Zeit zwischen einer Bakterienexposition, die die Krankheit verursacht, und dem Auftreten von Symptomen ist nicht klar definiert, kann aber zwischen einem Tag und vielen Jahren liegen. Im Allgemeinen treten die Symptome zwei bis vier Wochen nach der Infektion auf.

 

Anzeichen und Symptome

Unter dem Strich gibt es verschiedene Arten von Melioidose-Infektionen mit jeweils eigenen Symptomen. Dabei weist die Melioidose eine Vielzahl von Symptomen auf, die man mit anderen Krankheiten wie Tuberkulose oder häufigeren Formen von Lungenentzündung verwechseln könnte.

  • Lokalisierte Infektion: Lokalisierte Schmerzen oder Schwellungen. Fieber. Ulzeration. Abszess.
  • Lungeninfektion: Husten. Brustschmerz. Hohes Fieber. Kopfschmerzen. Anorexie.
  • Blutkreislauf-Infektion: Fieber. Kopfschmerzen. Atemstörung. Bauchweh. Gelenkschmerzen. Orientierungslosigkeit.
  • Disseminierte Infektion: Fieber. Gewichtsverlust. Bauch- oder Brustschmerzen. Muskel- oder Gelenkschmerzen. Kopfschmerzen. Anfälle.

 

Antibiotika-Behandlung

Eine Melioidose-Infektion wird mit geeigneten Antibiotika behandelt. Wirksam gegen Melioidose sind beispielsweise die antimikrobielle Mittel Ceftazidim, Meropenem, Trimethoprim/Sulfamethoxazol sowie Amoxicillin/Clavulansäure. Intravenös kommt Ceftazidim alle 6 bis 8 Stunden sowie Meropenem alle 8 Stunden zum Einsatz. Oral wenden die Patienten Trimethoprim-Sulfamethoxazol alle 12 Stunden sowie Amoxicillin / Clavulansäure alle 8 Stunden an. Patienten mit Penicillin-Allergie brauchen vom Arzt einen alternativen Behandlungsplan.

 

WHO-Workshop im Kampf gegen die Melioidose in Afrika. Grazer Experten orten dringenden Forschungsbedarf.

Das extrem variable klinische Bild macht die mikrobiologische Diagnostik im Labor unverzichtbar. Weiters gibt es bislang keinen Impfstoff gegen Melioidose. Ziel eines aktuellen WHO-Workshops war es nun, das Bewusstsein für Melioidose in Afrika zu schärfen und die Diagnosekompetenz zu stärken. Dazu vernetzten sich regionale und internationale Experten vernetzen, um Best Practices für die Diagnostik, Behandlung sowie Prävention auszutauschen.

Forscher der Med Uni Graz um Univ.-Prof. Dr. Ivo Steinmetz hatten in den letzten Jahren wie eingangs erwähnt neue Tests für den Nachweis von Antikörpern gegen Burkholderia pseudomallei, den Erreger der Melioidose, entwickelt. Demnächst wollen die Wissenschaftler in Studien gezielt Seren von Blutspendern aus unterschiedlichen Regionen in Nigeria und weiteren afrikanischen Regionen testen. Dadurch will man erste Hinweise auf mögliche ‚hot spots‘ für Infektionen erhalten.

Außerdem sollen zukünftig neue molekulare Methoden die Verbreitung von Burkholderia pseudomallei in der Umwelt genauer erfassen. Schließlich wollen die Grazer Forscher auch Umweltfaktoren identifizieren, die mit der Anwesenheit von Burkholderia pseudomallei assoziiert sind.

Quellen:

Centers for Disease Control and Prevention, U.S. Department of Health & Human Services

Diagnostik- und Forschungszentrum für Molekulare BioMedizin, Medizinische Universität Graz – www.medunigraz.at

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Ann-Marie Nüsslein

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

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