Melanozytäre Läsionen präsentieren sich dermatoskopisch oft untypisch

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Oft zeigen sich melanozytäre Läsionen dermatoskopisch untypisch. Für die Melanomdiagnostik sind dann Patientenalter, Größe der Läsion sowie ihre Lage wichtig.

Unter dem Strich zeigen viele akrale melanozytäre Läsionen, die an Handflächen oder Fußsohlen wachsen, dermatoskopisch untypische Merkmale. Die Melanomdiagnostik muss dann auch andere Kriterien nutzen, wobei hier die Experten einer aktuellen Studie die Nutzung von klinische Informationen empfehlen. Dazu zählen das Patientenalter sowie die Größe der Läsionen. Außerdem ist es wichtig, wo akrale melanozytäre Läsionen lokalisiert werden. Jedenfalls besteht für die Diagnostik ein dreistufiger Algorithmus. Dieser basiert vor allem auf häufig dermatoskopisch zu erkennende Charakteristika der Pigmentierung.

 

Melanozytäre Läsionen

Im Grunde genommen bezeichnet in der Dermatologie der Begriff melanozytäre Läsion ein Hautareal, das sich farblich von seiner Umgebung abhebt. Meistens kommt es zu einer bräunlichen Färbung, die die Pigmentzellen (Melanozyten) der Haut verursacht. In den meisten Fällen weist diese Färbung auf ein gutartiges Muttermal (einem Nävus) oder auf sogenannte braune, meist zahlreich am ganzen Körper vorkommende Flecken hin. Manchmal kann daraus aber ein malignes Melanom entstehen, das nur im Frühstadium sehr gute Heilungschancen hat.

 

Klinisch und dermatoskopisch untersuchte Häufigkeit untypischer dermaskopischer Muster

Eine aktuelle Kohortenstudie schloss nun  504 Patienten ein, die melanozytäre Läsionen an Handflächen oder Fußsohlen aufwiesen. 110 von ihnen (21,8%) zeigten keine typischen benignen oder malignen dermatoskopischen Muster.

Bei diesen Patienten war eine Melanom-Erkrankung signifikant mit einem höheren Lebensalter und einer größeren Läsionsgröße assoziiert. Weiters wiesen unter anderem die Lage der Läsionen, Asymmetrie, zahlreiche Farben (mehr als 3) sowie Gefäßstrukturen auf Hautkrebs hin.

Im Grunde genommen sind bei melanozytären Läsionen ohne typische dermatoskopische Muster die klinischen Informationen sowie andere Melanom spezifische dermatoskopische Befunde für die Diagnose von großer Bedeutung. Typische dermatoskopische Muster sind ein paralleles Furchenmuster, ein gitterähnliches Muster, fibrilläres Muster oder paralleles Kammmuster.

 

Schlussfolgerungen

Mehr als ein Fünftel der melanozytären Läsionen an Handflächen oder Fußsohlen zeigten keine typischen dermoskopischen Muster. Asymmetrie, Vielfarbgebungen sowue andere melanomspezifische dermatoskopische Befunde wiesen häufiger auf ein Melanom hin. Klinische Informationen, einschließlich Alter und Läsionsgröße und Läsionsort waren nützlich, um Melanom und melanozytären Nävus unterscheiden zu können.

Literatur:

Yasutomo Mikoshiba, Akane Minagawa, Hiroshi Koga, Yoshiharu Yokokawa, Hisashi Uhara, Ryuhei Okuyama. Clinical and Histopathologic Characteristics of Melanocytic Lesions on the Volar Skin Without Typical Dermoscopic Patterns. JAMA Dermatol. March 13, 2019; https://doi.org/10.1001/jamadermatol.2018.5926

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Chefredakteur Dr. Reinhold Lautner

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