Warum Stress eine große Risikofaktor für Herzinfarkt ist

Es zeigt sich, dass Stress Herzinfarkt, Herzschwäche und andere Gefäßerkrankungen verursachen kann. © CLIPAREA l Custom media / shutterstock.com

Psychischer Stress kann Herzinfarkt verursachen. Ein großes Risiko stellen verengte Gefäße am Herzen oder im Gehirn dar. Doch auch Cortisol ist ein wichtiger Faktor.

Schon seit langem gilt es als erwiesen, dass verschiedene Arten von psychischem Stress Herzinfarkt verursachen können beziehungsweise das Herz schädigen können.Tatsächlich konnte zahlreiche Studien beweisen, dass psychischer Stress Herzinfarkt verursachen kann, wobei Frauen beispielsweise in einer Studie viel stärker betroffen waren. Diese seit Jahrzehnten geltende weit verbreitete Vermutung wurde durch verschiedene Erkenntnisse in den letzten Jahren bestätigt.

So kann es beispielsweise zu einem höheren Risiko kommen, wenn beruflicher oder privater Stress im Laufe der Zeit zu höherem Blutdruck führt. Diese Hypertonie gehört bekanntlich zu den größten Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Damit kann schließlich indirekt auch Stress zu Herzinfarkt, Herzschwäche (Herzinsuffizienz) oder Herzrhythmusstörungen führen.

 

Stress wirkt negativ auf Immunzellen und Gefäße

So konnte zum Beispiel gezeigt werden, dass Stress nicht nur auf die Immunzellen des Körpers negativ wirkt, sondern dass auch auf die Blutgefäße negative Wirkungen zu beobachten sind. Als Folge psychischer Belastung werden vermehrt so genannte Adhäsionsmoleküle auf der Oberfläche weißer Blutkörperchen ausgeschüttet. Diese können sich nun leichter an der Innenwand der Blutgefäße anhaften, was eine Arterienverkalkung fördert.

In bereits verengten Gefäßen am Herzen oder im Gehirn kann sich durch diese Folgen von psychischen Stress Herzinfarkt oder Schlaganfall entwickeln. Exemplarisch sei hier eine deutsche Studie erwähnt, bei der die Wissenschafter junge, gesunde Ärzte untersucht hatten, die vor Experten einen wissenschaftlichen Vortrag halten mussten, der Bedeutung für ihre zukünftige Karriere hatte.

 

Cortisol

Schon vor der eigentlichen Belastung wurde bei allen Testpersonen eine erhöhte Konzentration von Cortisol im Blut gemessen. Das bekannte Hormon Cortisol aus der Nebennierenrinde gilt als sicheres Indiz von Stress.

Außerdem stellten die Forscher verstärkt den Signalstoff ICAM-1 im Blut fest. Und je mehr dieser Adhäsionsmoleküle gebildet werden, desto leichter können sich weiße Blutkörperchen an geschädigte Gefäßinnenhaut anheften.

Schließlich wurden bei den gestressten Ärzten vermehrt bestimmte Interleukine freigesetzt. Auch diese Signalgeber zwischen den Zellen des Immunsys­tems wirken an der Wand von Blutgefäßen und können dazu beitragen, die Gefäße ­gefährlich zu verengen.


Quellen:

Yamaji M, Tsutamoto T, Kawahara C, Nishiyama K, Yamamoto T, Fujii M, Horie M. Serum cortisol as a useful predictor of cardiac events in patients with chronic heart failure: the impact of oxidative stress. Circ Heart Fail. 2009 Nov;2(6):608-15. doi: 10.1161/CIRCHEARTFAILURE.109.868513. Epub 2009 Sep 28.

Harvard Women’s Health Watch. Stress and your heart. Published: December, 2013. Harvard Health Publishing

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