Mehr Prävention im Fussball gefordert

Eine intensive Rehabilitation macht es möglich, dass beispielsweise Fussballer nach einem Kreuzbandriss sehr schnell wieder am Platzstehen. Dafür haben Freizeitsportler meist weder Zeit noch Geld haben. © efecreata mediagroup / shutterstock.com

Seit Jahren fordern Experten mehr Prävention im Fussball. Denn die hohe Unfallquote, wie sie im bezahlten Fußball vorkommt, wäre in anderen Berufen völlig inakzeptabel.

Fußballprofis in Topclubs müssen heute eine sehr Anzahl an Pflichtspielen absolvieren. Denn neben den jeweiligen nationalen Ligen stehen Verpflichtungen wie Pokalspiele sowie Champions League bzw. Europa League auf dem Programm. Für die Nationalspieler kommen zusätzlich noch weitere Spiele dazu. Daher fordert beispielsweise die Deutsche Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin mehr Prävention im Fussball sowie spezialisierte Einrichtungen, um diverse Arbeitsunfälle im Fußball reduzieren zu können.

 

Zahlen, Daten, Fakten: Wie gefährlich ist der bezahlte Fußball wirklich?

Ein guter Maßstab zur Bewertung von körperlichen Überlastungen im Bereich des Sports sind die Anzahl und die Schwere von Sportverletzungen. Abgesehen von Bagatellverletzungen handelt es sich bei Fußballverletzungen um Arbeitsunfälle, die die die jeweiligen Versicherungen finanzieren müssen. Hierzu gibt es auch sehr viele Daten und Statistiken.

Beim Fußball treten die meisten Unfälle an der unteren Extremität auf. Hier sind es allen voran der Unterschenkel bzw. das obere Sprunggelenk, weiters Hüfte bzw. Oberschenkel sowie Kniebereich und Fuß. Dann folgen Verletzungen an der oberen Extremität wie Unterarm bzw. Hand, Schulter bzw. Oberarm sowie der Kopf-/Hals-Bereich. Durchschnittlich fehlen Profispieler in Erstligavereinen über 80 Tage.

 

Im gewerblichen Bereich wäre eine Unfallquote wie im bezahlten Fußball vollkommen inakzeptabel

Im gewerblichen Bereich wäre eine Unfallquote, wie diese im bezahlten Fußball beobachtet wird, vollkommen inakzeptabel. Entsprechende Unternehmen müssten sich gegenüber dem Unfallversicherungsträger und der Gewerbeaufsicht erklären. Gemeinsam würden die Unfallursachen ermittelt, ggf. sogar ein Betriebsverbot der entsprechenden Betriebseinheit ausgesprochen, bis die Unfallursachen abgestellt bzw. minimiert sind. Im Profifußball ist das allerdings anders. Verletzte Spieler werden – wenn es die Verletzung zulässt – neben dem Spielfeld versorgt.

Das medizinische Team tackert schwere Platzwunden und die Spieler setzen trotz Verletzung das Match fort. Da kann es dann auch schon einmal vorkommen, das Spieler trotz einer Gehirnerschütterung weiterspielen und sich anschließend an nichts mehr erinnern können. Bei schwereren Verletzungen werden Spieler teilweise nach nur relativ kurzen Behandlungszeiten wieder eingesetzt, was häufig zu erneuten Verletzungen führt.

 

Prävention im Fussball unterentwickelt

Prävention im Fussball und im (Profi-)Sport allgemein ist nach Auffassung der DGAUM in manchen Bereichen stark unterentwickelt und beschäftigt sich fast ausschließlich mit der Verhaltensprävention. Wichtige Aspekte und Gesichtspunkte der Verhältnisprävention werden dabei kaum oder nur sehr unzureichend berücksichtigt. Zudem wird Fußball weitgehend ohne Protektoren, bei nahezu allen Witterungsbedingungen gespielt.

Die Verletzungsgefahr ist bei ungünstigen Witterungsbedingungen – etwa Hitze wie bei der geplanten Fußballweltmeisterschaft 2022 in Katar, aber auch Kälte und Eis – stark erhöht. Hinzu kommt, dass in den unteren Fußball-Ligen häufig auf für die körperlichen Belastungen ungünstigen und verletzungsfördernden Fußballplätzen gespielt wird.

 

Forderungen zur Prävention im Fussball und allgemein im Profisport

Damit Fußball weiterhin eine der schönsten Nebensächlichkeiten der Welt bleiben kann, fordert die Deutsche Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin folgende Punkte zur Prävention im Fussball und allgemein im Profisport:


Quelle:

Deutsche Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin e.V. (DGAUM)

http://www.dgaum.de/stellungnahmen-und-publikationen/

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