Mehr Forschung für Rheuma

Experten fordern mehr Forschung im Kampf gegen Rheuma. © itsmejust / shutterstock.com

Experten stellen seltene und wenig erforschte Rheumaleiden in den Vordergrund und fordern, dass die Forschung zu diesen Erkrankungen intensiviert wird.

Menschen mit einer rheumatischen Erkrankung haben oft viele Arztbesuche hinter sich, bevor sie die Ursachen ihrer Beschwerden erfahren. Eine späte Diagnose erschwert die Therapie und es fehlt an wirksamen Medikamenten. Der 44. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) stellt seltene und wenig erforschte Rheumaleiden in den Vordergrund und fordert dazu auf, die Forschung zu diesen Erkrankungen nachhaltig zu intensivieren.

„Trotz großer Erfolge in der Medikation ist bei seltenen rheumatischen Krankheiten das Therapiespektrum immer noch eingeschränkt und vorhandene Medikamente lindern das Leiden  der Patienten langfristig nicht immer so, wie wir uns das wünschen“, erläutert Professor Dr. med. Ulf Müller-Ladner, DGRh-Tagungspräsident. „Wir sind daher auf neue Forschungsergebnisse angewiesen, die weitere Erkenntnisse über Erkrankungen und idealerweise neue Medikamente auf den Markt bringen“, so der Direktor der Abteilung Rheumatologie und Klinische Immunologie an der Kerckhoff-Klinik, Bad Nauheim. Denn ohne wirksame und frühzeitige Behandlung drohen Rheuma-Patienten dauerhafte Schmerzen, Folgeschäden, verminderte Lebensqualität und auch eine kürzere Lebenserwartung. Der diesjährige Kongress der Rheumatologen zielt deshalb darauf ab, frühe Diagnosen zu sichern und wirksame Therapien zügig anzuwenden.

Für Kinder mit Rheuma gilt dies im Besonderen: „Offiziell zugelassene Medikamente für rheumatisch erkrankte Kinder gibt es in wachsender Zahl, oft müssen wir aber den mühsamen „off-label“ Weg beschreiten und Präparate einsetzen, die nicht zugelassen sind, um den Kindern überhaupt helfen zu können“, beschreibt Dr. med. Christoph Rietschel, Tagungspräsident der Gesellschaft für Kinder- und Jugendrheumatologie (GKJR) die Situation. Auch hier seien dringend aussagekräftige wissenschaftliche Ergebnisse gefordert, um eine baldige Zulassungserweiterung zu erreichen.

Zum 44. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh), zur 30. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädische Rheumatologie (DGORh) und der 26. Jahrestagung der Gesellschaft für Kinder- und Jugendrheumatologie (GKJR), 31. August bis 3. September 2016, Congress Center Messe Frankfurt, fordern Experten mehr Forschung für den Kampf gegen Rheuma.

Sie erläutern auch, wie Menschen mit Rheuma ihren Kinderwunsch verwirklichen können und wie Kinder mit Rheuma mit den wenigen zugelassenen Medikamenten wirksam behandelt werden.

Der Kongress wendet sich nicht nur an Ärzte und Wissenschaftler: Am 3. September 2016 bietet die Hessische Rheumaliga eine überregionale Veranstaltung speziell für Patienten, Angehörige und Interessierte in Bad Nauheim an. Dort geht es unter der Leitung von Herrn Professor Dr. med. Uwe Lange, stellvertretender Direktor der Rheumatologie und Leiter des Bereichs Physikalische Medizin und Osteologie an der Kerkhoff Klinik in Bad Nauenheim, um neue (schmerz-) therapeutische Ansätze bei Rheuma und aktuelle Studien in der physikalischen Therapie. Detaillierte Informationen hierzu finden Sie auf der Homepage der hessischen Rheumaliga.

http://www.dgrh-kongress.de/

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