Meerrettich – Armoracia rusticana: Verwendung in Küche und Medizin

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Ein moderater Meerrettich-Konsum regt den Appetit an und verbessert die Aktivität des Magen-Darmtraktes sowie die Verdauung fetthaltiger Nahrung.

Seit der Antike ist der Meerrettich bekannt, die alten Slawen nutzten ihn als Lebensmittel, aber auch um verschiedene Krankheiten zu behandeln. Ihm wurden sogar magische Eigenschaften nachgesagt. Der Meerrettich ist ein Kulturflüchtling und war ursprünglich in Südosteuropa beheimatet. Manchmal ist er wild an Wegrändern oder Schuttplätzen, meist jedoch in Bauerngärten anzutreffen. Verwandt ist er mit Radieschen und Rüben. Wenn man die Wurzel schneidet oder reibt, so werden Enzyme frei, die Scharfstoffe freisetzen. Diese können dann die Augen zu Tränen reizen sowie beim Verkosten in der Nase stechen.

Der Meerrettich – die Armoracia rusticana – ist eine mehrjährige Pflanze, zählt zur Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae) und erreicht eine Höhe von etwa 1 Meter. Seine Blütezeit ist von Juni bis August. Verwendet wird die Wurzel, diese wird im Spätherbst oder kurz vor dem Frühling gesammelt. Weitere Namen dieser Pflanze sind Kren, Rachenputzer, Bauernsenf oder Fleischwurzel.

 

Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung

Die Wurzel der Pflanze enthält Glykosinolate, Vitamin A und C, Aminosäuren, Asparagin, Arginin, Mineralstoffe wie Natrium, Kalium, Phosphor, Eisen, Kupfer, Mangan und ätherisches Öl. Diese Inhaltsstoffe wirken verdauungsfördernd, schleimlösend, stoffwechselanregend und blähungswidrig. In mäßigen Mengen gegessen, regt der Meerrettich den Appetit an und verbessert die Aktivität des Magen- Darmtraktes, die Verdauung von zu fetthaltiger Nahrung wird verbessert. Die Tagesdosis für einen Erwachsenen liegt zwischen 10 und 25 g der frischen Wurzel bei innerlicher Einnahme.

Der Meerrettich kann entweder frisch eingenommen werden, als Frischpflanzensaft oder als Arzneimittel – hier beispielsweise Meerrettich-Wurzelpulver kombiniert mit Kapuzinerkressen-Krautpulver. Innerlich werden Meerrettich Zubereitungen außerdem zur Behandlung von Katarrhen der Luftwege oder als unterstützende Behandlung von Infektionen der ableitenden Harnwege eingesetzt. Wegen der hautreizenden Eigenschaften sollte man eine Zubereitung nicht länger als 4 bis 6 Wochen einsetzen. Schließlich diskutieren Experten bei höheren Dosierungen verschiedene Wechselwirkungen mit der Schilddrüse.

Jedenfalls zeigen verschiedene Studien die positiven Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit. In der Volksmedizin ist Kren auch Unterstützung für den Kreislauf, sorgt für die Durchblutung der Schleimhäute und wirkt als Blutdruckregulator, besonders bei hohem Blutdruck. Äußerlich wirken Krenauflagen als Ableitungsmittel bei Gicht, Rheuma, Nerven- und Kopfschmerzen. Die betroffenen Stellen sollte man zuerst mit Olivenöl einreiben, da sonst zu starke Reizungen entstehen können, dann ein mit Pflanzensaft getränktes Tuch aufbringen und mit einem Wolltuch abdecken.

 

Antimikrobielle und antioxidative Wirkung

Unlängst untersuchten Forscher die Inhaltstoffe der Armoracia rusticana (AR) auf antimikrobielle und antioxidative Wirkung. Dabei konnten sie zeigen, dass Meerrettich verschiedene Krankheitserreger hemmen kann. Dazu gehören beispielsweise Vibrio anguillarum, V. harvey, V. alginolyticus, Aeromonas hydrophila, A. salmonicida, Photobacterium damselae subspecie piscicida, Tenacibaculum marinum sowie Pseudomonas anguilliseptica. Der Gesamtgehalt an Phenol und die Reduktionskraft resultierten in dem Wasserextrakt von AR, bezogen auf den Hydroalkohol. In-vitro-Tests haben gezeigt, dass AR Zellen signifikant vor dem Tod durch oxidativen Stress schützen.

 

Meerrettich in der Küche

In der Küche ist der Meerrettich auch seit vielen Jahren ein sehr geschätztes Gemüse oder Gewürz. Beliebt ist die scharfe und aromatische Wurzel, die vor allem auch als Kren bekannt ist. Beispielsweise kann damit so manche Speisen verfeinern und gleichzeitig eine Verdauungshilfe anbieten. Ein berühmter Klassiker ist bekanntlich eine heiße Wurst mit Senf und Kren.

Bei Kindern unter 6 Jahren und auch in der Schwangerschaft sollte der Meerrettich übrigens nicht verwendet werden!

Quellen: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5949313/

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Mag. Barbara Novak

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