Medizinische Vorteile von Cannabis

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Wissenschafter nutzen die medizinischen Vorteile von Cannabis und schalten gleichzeitig unerwünschte Nebenwirkungen aus.

In Kooperation mit Wissenschaftern der Universität Pompeu Fabra in Barcelona, gelang es Forschern der Universität East Anglia, die medizinischen Vorteile von Cannabis von seinen unerwünschten Nebenwirkungen zu trennen. Das Forschungsteam entdeckte, dass der psychoaktive Inhaltsstoff von Cannabis, auch als THC bekannt, das Tumorwachstum in Krebspatienten reduziert. Ihre Erkenntnisse, die sie im Fachjournal PLOS Biology publizierten, dass die kognitiven Effekte von THC von einem Mechanismus in Gang gesetzt werden, der von seinen anderen Effekten separat abläuft.

Beteiligt an diesem Mechanismus sind sowohl der Cannabinoid- sowie der Serotonin-Rezeptor. Ist letzterer blockiert, ist THC zwar in der Lage seine positiven Wirkung zu entfalten – darunter Schmerzlinderung – ohne dabei die für die Substanz sonst üblichen Gedächtnisstörungen hervorzurufen.

Die bis dato in Mäusen getestete Wirkung ist vielversprechend und die Wissenschafter sehen darin einen wichtigen Fortschritt in der Entwicklung sicherer Cannabis-basierter Therapien, wobei die als negativ geltenden Wirkungen der Substanz nicht auftreten.

THC in Cannabis hat weitreichenden medizinischen Nutzen

„THC, der zentrale aktive Inhaltsstoff in Marihuana hat weitreichenden medizinischen Nutzen – beispielsweise in Bezug auf die Schmerzlinderung. Laut neuesten Erkenntnissen verfügt der Soff zudem über die Fähigkeit Tumorwachstum zu reduzieren. Aber bekannt ist auch, dass die Substanz zahlreiche unerwünschten Wirkungen aufweist,“ so die Experten.

“THC agiert durch eine Familie von Zellrezeptoren, die sogenannten Cannabinoid-Rezeptoren. Unsere Forschung zeigt uns welcher dieser Rezeptoren für die anti-Tumor Effekte von THC verantwortlich ist.“

Beispielsweise zeigte sich, dass die Abwesenheit eines speziellen Serotonin-Rezeptors (5HT2AR) einige negative Cannabis-Effekte verschwinden ließ. Nützliche Eigenschaften, wie beispielsweise die Schmerzlinderung, blieben jedoch erhalten.

Die aktuelle Arbeit ist von großer Bedeutung, denn sie zeigt Wege auf, die unerwünschten Eigenschaften von Cannabis auszuschalten und die wichtigen Vorteile der Substanz zu nutzen.

Von einer Selbstmedikation raten die Wissenschafter jedoch vehement ab. „Patienten sollten Cannabis keinesfalls in der Selbstmedikation anwenden. Wir hoffen jedoch, dass unsere Forschung zu einer neuen, sicheren Alternative führt, die zukünftig erhältlich sein wird.“

Quelle: Xavier Viñals, Estefanía Moreno, Laurence Lanfumey, Arnau Cordomí, Antoni Pastor, Rafael de La Torre, Paola Gasperini, Gemma Navarro, Lesley A. Howell, Leonardo Pardo, Carmen Lluís, Enric I. Canela, Peter J. McCormick, Rafael WMaldonado, Patricia Robledo. Cognitive impairment induced by delta9-tetrahydrocannabinol occurs through heteromers between cannabinoid CB1 and serotonin 5-HT2A receptors. PLOS Biology, July 2015 DOI: 10.1371/journal.pbio.1002194

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About Author

Dipl.-Ing. Alexandra Springler

Seit 2011 ist Dipl.-Ing. Alexandra Springler MEDMIX- und AFCOM-Mitarbeiterin. Nach Abschluss ihres Biotechnoligiestudiums ist sie nun in der Forschung tätig und absolviert zur Zeit ihr Doktorat.

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