Medikamentöse Behandlung mit Ulipristalacetat von Gebärmutter-Myomen

Die medikamentöse Behandlung von Myomen mit Ulipristalacetat ist eine sehr gute Alternative, die Gebärmutter zu erhalten. © mi_viri / shutterstock.com

Die medikamentöse Behandlung von Myomen mit Ulipristalacetat ist eine sehr gute Alternative, die Gebärmutter zu erhalten. © mi_viri / shutterstock.com

Die langfristige medikamentöse Behandlung von Gebärmutter-Myomen ohne Operation mit Ulipristalacetat ist in vielen Fällen eine gute Alternative.

Eine Entfernung der Gebärmutter aufgrund eines gutartigen Tumors ist nach wie vor eine der häufigsten Operationen überhaupt. Doch nicht immer ist sie notwendig, denn es gibt Alternativen. Zur medikamentösen Behandlung von Myomen ohne Operation ist das Medikament Ulipristalacetat eine Alternative, auch um die Gebärmutter zu erhalten. Diese medikamentöse Therapie lässt Myome schrumpfen und bringt schmerzhafte Blutungen rasch unter Kontrolle. Mittlerweile kann man Ulipristalacetat auch langfristig einsetzen, wodurch viel mehr Frauen von einer Behandlung von Myomen ohne Operation profitieren. Allerdings können bei der Behandlung mancher Patientinnen schwere Leberschäden auftreten. Deswegen muss müssen Ärztinnen und Ärzte ihre Patientinnen mit Ulipristalacetat zur Therapie von Gebärmutter-Myomen einmal pro Monat Leberwertetests unterziehen.

 

Myome in der Gebärmutter

Im Grunde genommen sind Myome gutartige Muskelwucherungen in der Gebärmutter, die etwa jede zweite Frau bis zum Beginn der Wechseljahre entwickelt.

Myome zählen zu den häufigsten Unterleibstumoren bei Frauen. Sie entstehen und wachsen unter anderem unter dem Einfluss weiblicher Geschlechtshormone, weshalb sie fast ausschließlich bei Frauen im gebärfähigen Alter vorkommen. Die Ursache ihrer Entwicklung ist noch nicht vollständig geklärt.

Myome treten meist gehäuft auf und erreichen eine Größe von unter einem Zentimeter bis weit über 15 Zentimeter. Nach der Menopause (letzte Regelblutung) bilden sie sich wieder zurück. Wenn keine Symptome auftreten, dann ist auch die Behandlung von Gebärmutter-Myomen nicht notwendig. Die regelmäßige Kontrolle durch den Gynäkologen reicht aus.

Bei rund einem Drittel der betroffenen Frauen verursachen Myome allerdings höchst unangenehme Beschwerden. Dabei können die Wucherungen im Extremfall das Volumen eines Kinderkopfes erreichen. Je nach Größe und Lage verursachen Myome teils massive Schmerzen sowie starke Blutungen. Zudem können diese Myome auch auf andere Organe drücken und zusätzliche Schmerzen im Unterbauch verursachen. Weiter sind Verstopfung, Blähungen und vermehrten Harndrang bis hin zur Inkontinenz mögliche Symptome. Außerdem können Myome eine Schwangerschaft verhindern oder sogar Früh- und Fehlgeburten auslösen.

Viele Patientinnen würden sich eine nichtoperative Behandlung von Gebärmutter-Myomen wünschen.“

Jedenfalls belasten die Beschwerden betroffene Frauen sehr und erfordern deswegen wirksame Medikamente dagegen oder auch operative Verfahren.

Nach wie vor ist vielfach ein chirurgischer Eingriff die Methode der Wahl zur Behandlung von Myomen. Wenngleich man heute auch bei der Operation die Gebärmutter erhalten kann, so ist dennoch ein Myom der häufigste Grund für die Entfernung der Gebärmutter. Allerdings wünschen sich viele Patientinnen eine sanftere Methode wie Medikamente als Therapie.

 

Schonende Behandlung von Gebärmutter-Myomen mit Ulipristalacetat

Die Behandlung von Gebärmutter-Myomen mit Medikamenten ohne Operation ist oft eine wirksame Alternative. Der enthaltene Wirkstoff Ulipristalacetat verwehrt dem Hormon Progesteron den Eintritt in die Myomzelle. Dadurch kann das Myom nicht weiter wachsen, sondern wird anhaltend verkleinert. Dabei wirkt Ulipristalacetat sehr rasch. In den meisten Fällen kann der Wirkstoff die schmerzhaften Blutungen innerhalb weniger Tage stoppen oder die Beschwerden zumindest lindern.

Die medikamentöse Behandlung von Gebärmutter-Myomen mit Ulipristalacetat wird in Intervallen durchgeführt. Das heißt, die Tablette wird einmal täglich drei Monate lang eingenommen. Danach folgt eine Therapiepause von mindestens zwei Monaten.

Ursprünglich war die Tabletten-Therapie ausschließlich für die Vorbehandlung bei einer geplanten Operation vorgesehen. Auf Basis weiterer Studienergebnisse wurde sie mittlerweile auch für die Langzeittherapie zugelassen.

Wobei man die Therapie in Intervallen durchführt. Die Patientin nimmt die Tablette einmal täglich über einen Zeitraum von drei Monate ein. Danach folgt eine Therapiepause von mindestens zwei Monaten. Diese Behandlungszyklen können so lange wiederholt werden, bis die Myome so klein sind, dass sie keine Beschwerden mehr verursachen. Ein weiterer Vorteil ist, dass der Einsatz ist nicht mehr an eine nachfolgende Operation gebunden.

Die Erweiterung des Einsatzgebietes von Ulipristalacetat für die Behandlung von Gebärmutter-Myomen ermöglicht vielen Frauen, von einer langfristigen und schonenden Myom-Behandlung zu profitieren. Sie können eine Operation vermeiden, was möglicherweise auch den Verlust der Gebärmutter bedeutet.

 

Überzeugende Wirkung der medikamentöse Behandlung von Gebärmutter-Myomen mit Ulipristalacetat

Die Zulassung von Ulipristalacetat zur Behandlung von Gebärmutter-Myomen basierte auf den Ergebnissen von zwei Langzeit-Phase-III-Studien, in die insgesamt knapp 600 Frauen involviert waren. Das waren die Studien PEARL III extension und PEARL IV2. Beide Studien bestätigten die Wirksamkeit und Sicherheit von Ulipristalacetat in der Langzeitbehandlung von Uterusmyomen und starken Blutungen. Wobei die Behandlung von Gebärmutter-Myomen mit Tabletten rezeptpflichtig ist.

Forscher haben jetzt die MYOMEX-2-Studie gestartet, um bei Myomen die therapeutische Wirksamkeit sowie den Kosten-Nutzen von Ulipristalacetat mit der chirurgischen Behandlung zu vergleichen. Einen derartigen Vergleich hat bislang nicht gegeben. Das primäre Ergebnis der jeweiligen Behandlung ist die Verringerung der Schweregrade der Symptome (Teil des Fragebogens zu Symptomen und Lebensqualität des Uterusmyoms) nach 24 Monaten Follow-up im Vergleich zum Ausgangswert. Sekundäre Ergebnisse sind Lebensqualität, gesellschaftliche Kosten, gesellschaftliche Teilhabe, Auswirkungen auf die Leberfunktion, Patientenzufriedenheit sowie Präferenz der Patientinnen. Die Ergebnisse werden nach dem Intention-to-Treat-Prinzip analysiert.

 

Wirksamkeit von Ulipristalacetat bei einer Patientin mit symptomatischem Myom und gleichzeitiger Lungenembolie

Unter dem Strich ist der Wirkstoff Ulipristalacetat nicht nur ein wirksames Medikament zur Behandlung symptomatischer Uterusmyome, sondern ist auch effektiv bei der Kontrolle der schmerzhaften Blutungen und bei der Wiederherstellung der Anämie. Ein aktuelle publizierter Fall beschrieb eine Frau mit schwerer Menorrhagie aufgrund eines Uterusmyoms und begleitenden, schwerwiegenden und lebensbedrohlichen Lungenembolie. Die Forscher konnten zeigen, dass Ulipristalacetat das Myomvolumen wirksam reduziert und die Symptome kontrolliert. Und zwar ohne die zugrunde liegende Embolie zu verschlechtern. Es wurden keine unerwünschten Ereignisse beobachtet und die Patientin hatte sich vollständig erholt.


Literatur:

Middelkoop MA, Huirne JAF, van der Weide MCJ, Bosmans JE, Hehenkamp WJK; MYOMEX-2 TRIAL GROUP. A multi-centre, randomized, non-inferiority trial to compare ulipristal with standard surgical treatment in women with symptomatic uterine fibroids. Protocol of the MYOMEX-2 trial. Eur J Obstet Gynecol Reprod Biol. 2020 Oct 28;256:63-69. doi: 10.1016/j.ejogrb.2020.10.058. Epub ahead of print. PMID: 33171419.

Woodhead N, Pounds R, Irani S, Pradhan P. Ulipristal acetate for uterine fibroids: 2 years of real world experience in a UK hospital. J Obstet Gynaecol. 2018;38(6):813-817. doi:10.1080/01443615.2017.1405926

von Wunster S, D’Oria P, Colonna L, Patelli G. Ulipristal Acetate Efficacy in a Patient with Symptomatic Fibroid and Concomitant Pulmonary Embolism. Case Rep Med. 2020;2020:3249268. Published 2020 Feb 22. doi:10.1155/2020/3249268

Donnez J, Hudecek R, Donnez O, et al. Efficacy and safety of repeated use of ulipristal acetate in uterine fibroids. Fertil Steril. 2015;103(2):519-27.e3. doi:10.1016/j.fertnstert.2014.10.038

Donnez J, Vázquez F, Tomaszewski J, et al. Long-term treatment of uterine fibroids with ulipristal acetate. Fertil Steril. 2014;101(6):. doi:10.1016/j.fertnstert.2014.02.008

Die mobile Version verlassen